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Liegt Single-Dasein in den Genen?

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Menschen mit weniger Serotonin, sind eher Single. (Pixabay)

Haben Sie einen Partner oder suchen Sie zurzeit nach dem Einen, den Sie noch nicht kennen? Der Grund für ein Single-Dasein liegt teilweise in unseren Genen, sind sich chinesische Forscher sicher.

Die Forscher entschlüsselten die Gene von 579 Studierenden und befragten sie nach ihrem Beziehung-Status. Das Ergebnis: Junge Erwachsene mit einer bestimmten Version des Gens 5-HT1A hatten seltener einen Partner. Das liegt an dem Glückshormon Serotonin, das mit Hilfe des untersuchten Gens produziert wird. Menschen mit einem hohen Serotonin-Spiegel gelten als weniger aggressiv. Aufgrund ihrer gesteigerten Kompromissbereitschaft sind sie genetisch beziehungsfähiger.

Serotonin-Spiegel und Depression

Der Botenstoff Serotonin ist vor allem aus der Depressions-Forschung bekannt. An Depression erkrankte Menschen haben einen deutlich niedrigeren Serotonin-Spiegel. Antidepressiva nehmen direkt Einfluss darauf, in dem sie z.B. die Wiederaufnahme von Serotonin in den Nervenzellen hemmen, sodass der Botenstoff im Gehirn länger wirksam bleibt.

Tatsächlich sind Menschen, deren Gen 5-HT1A weniger Serotonin produziert, auch etwas häufiger an psychischen Erkrankungen betroffen. Als Erklärung für das Single-Dasein haben die Wissenschafter diesen Faktor aber klar ausgeschlossen. Auch psychisch gesunde Menschen mit der untersuchten Version des Gens sind häufiger Single - unabhängig von Aussehen, Gesundheit, Einkommen, religiösen Ansichten und Erziehung in der Kindheit. Single-Sein dürfte also tatsächlich (zumindest teilweise) in den Genen liegen.

Singles nicht unglücklicher

Unglückliche Singles müssen aber nicht wegen ihren Genen verzweifeln: Fast 60 % der Studierenden mit dem Single-Gen waren trotzdem in einer Beziehung. Zudem haben zahlreiche Studien ergeben, dass Single-Dasein sich nicht unbedingt negativ auf das Glücksempfinden oder die Gesundheit auswirkt. Statistisch betrachtet sind Singles seltener übergewichtig, haben weniger Stress und haben einen größeren und engeren Freundeskreis.

AUTOR


Elisabeth Mondl
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


25.07.2017