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Sex in den Wechseljahren

Älteres Paar kuschelt und lacht
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Die Qualität von Sex ändert sich mit den Jahren, Zärtlichkeit und Vertrautheit werden wichtiger. (Robert Kneschke / Fotolia.com)

Die Lust kennt keine Altersgrenzen und Frauen in den Wechseljahren genießen diese heute zusehends: je reifer die Frau, desto zufriedener ist sie mit ihrer Sexualität.

Viele Frauen empfinden die Wechseljahre auch als eine Art von Befreiung. Sie müssen sich keine Gedanken um Verhütung machen und können ihre Körperlichkeit lustvoll ausleben. Ein erfülltes Sexualleben beeinflusst auch die (seelische) Gesundheit. Studien zeigen, dass nur 6 % der Frauen die Wechseljahre als belastend erleben, hingegen stellen sich etwa 30 % der Frauen im reproduktionsfähigen Alter vor, die Wechseljahre seien eine kritische Zeit.

Wechseljahre: Den Körper bewusster wahrnehmen

Freilich bringt das zunehmende Alter auch körperliche Einschränkungen mit sich. Erkrankungen oder Schmerzen können sich auch auf das Liebesleben auswirken. Bei Frauen können hormonell bedingte Veränderungen das Sexualleben möglicherweise beeinflussen:

  • Scheidentrockenheit: So etwa führt der sinkende Östrogenspiegel oft zu Scheidentrockenheit. Die Schleimhaut wird aufgrund des Hormonrückgangs nicht mehr so gut durchblutet und kann auch für Infektionen anfälliger werden.
  • Harnwegsinfekte: Frauen jenseits der 50 sind häufiger von Harnwegsinfekten betroffen als noch Jahre zuvor. Auch Harninkontinenz ist ein weibliches Thema, das die Lust am Sex schmälern kann. Dieses Problem ist heute aber gut behandelbar. Gut abgestimmte Medikamente oder lokale Östrogene tragen dazu bei, dass das Sexualleben ohne Scham und schlechtes Körpergefühl ausgelebt werden kann.
  • Probleme mit dem Beckenboden: Günstig ist es, schon früh mit einem Beckenbodentraining zu beginnen. Es stärkt die sensiblen Muskeln und trägt dazu bei, das sexuelle Erlebnis zu steigern. Überdies ist Beckenbodentraining eine gute Vorsorge, um Inkontinenz zu vermeiden.

Wechseljahre: Sex gewinnt an Qualität

Liebe, Beziehung und Sexualität sind für viele Frauen wichtige Voraussetzungen, um gesund zu bleiben. Auch Achtsamkeit, Gelassenheit und seelische Gesundheit wird von Frauen bereits ab 45 als wesentliches Kriterium für Wohlbefinden definiert. Andererseits zeigen Untersuchungen, dass für Frauen, die mit ihrem Körper zufrieden sind, auch die Sexualität wichtig ist.

 

Die Qualität von Sex ändert sich mit den Jahren, mit zunehmendem Alter gewinnen in der Partnerschaft Zärtlichkeit, Nähe und Vertrautheit an Bedeutung und ist für Frauen eine Energiequelle. Für jede dritte Frau zwischen 50 und 60 Jahren ist ein erfülltes Sexualleben wichtig für eine gute Lebensqualität. Der Sex ist oft entspannter, auch das Thema Verhütung ist abgeschlossen. Viele Frauen erleben erst jetzt ihre Orgasmusfähigkeit.

 

Derartige Erfahrungen machen Männer nicht in diesem Ausmaß. Für sie sind Libidoverlust und Erektionsprobleme, die mit den Jahren kommen, oft eine schwere seelische Belastung. Die Angst, seinen "Mann nicht mehr stellen" zu können, während Frauen im selben Alter diese Belastung nicht kennen.

Wechseljahre: Krankheit "entweiblicht" nicht

Bei Frauen sind es meist gesundheitliche Probleme, die das Sexualleben beeinflussen. So bringen schwere Operationen, wie etwa die Entfernung von Eierstöcken, Brust oder Gebärmutter oft einen hohen Leidensdruck mit sich. Sie fühlt sich möglicherweise "entweiblicht", nicht mehr als ganze Frau. Hier ist partnerschaftliches Verständnis gefragt. Gute Gespräche, Nähe und Zärtlichkeit sind gerade in einer solchen Situation sehr wichtig, denn nur gemeinsam gelingt es, mit körperlichen Veränderungen umzugehen und die gemeinsame Sexualität neu zu definieren. Körperliche Nähe, Lust und Zärtlichkeit sind gute Möglichkeiten, um die neue Lebenslust und –qualität zu genießen.

Wechseljahre: Den anderen und sich selbst akzeptieren

Um Freude und Lust an Sexualität zu haben, ist vor allem bei älteren Paaren Voraussetzung, eine tragfähige Beziehung zu führen. Verletzende Kritik, Nörgeleien oder humorige Bemerkungen über die schlaffen Brüste oder den nicht mehr vorhandenen Waschbrettbauch haben keinen Platz. Vertrauen und ein liebevoller Umgang miteinander, ein Akzeptieren des anderen mit allen Fehlern und Schwächen bringen auch das Sexualleben in Schwung. Aber auch ein Sich-selbst-Akzeptieren, bei dem Lebenslinien statt Falten auftreten, Rundungen statt schlaffer Bäuche ist eine Voraussetzung, um die Attraktivität der Reife würdig zu präsentieren.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


26.07.2017

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