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Verhüten per Pflaster

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Das Verhütungspflaster wird am besten am Oberarm, am Bauch oder oberhalb des Po angebracht. (RFBSIP / Fotolia.com)

Punkto Verhütung sind die Pille und das Kondom hierzulande zwar noch immer klare Nummer 1, allerdings sind auch Methoden wie der Vaginalring oder das Verhütungspflaster zunehmend gefragt.

Seit kurzem gibt es ein neues Mini-Verhütungspflaster. gesund.at hat die wichtigsten 5 Fragen zu diesem hormonellen Verhütungsmittel zusammengefasst:

Frage 1: Wie wird das Mini-Verhütungspflaster angewandt?

Das Mini-Verhütungspflaster wird wöchentlich getauscht, pro Periodenzyklus werden insgesamt 3 Pflaster an unterschiedlichen Körperstellen angebracht:

  • Das (erste) Verhütungspflaster wird am ersten Tag der Periode auf eine haarlose, trockene Stelle z. B. auf den Oberarm geklebt und nach einer Woche ("Pflasterwechseltag“) gewechselt.

  • Dabei wird das alte Pflaster entfernt und ein neues (zweites) Pflaster an einer anderen Applikationsstellen (z. B. auf den Bauch) aufgeklebt.

  • Eine Woche später erfolgt wieder ein Tausch, das neue (dritte) Pflaster wird z.B. über dem Po angebracht.

  • In der 4. Woche wird das Pflaster abgenommen, es folgt eine pflasterfreie Woche, in der die Regel einsetzt. Nach den 7 pflasterfreien Tagen startet ein neuer Pflasterzyklus mit demselben Schema.

 

Diese Anwendung gilt auch für das herkömmliche 4,5 x 4,5 cm große beige Verhütungspflaster, das schon seit längerer Zeit in Österreich auf dem Markt ist und auch mit Hilfe einer Gestagen-Östrogen Kombination eine Schwangerschaft verhindert.

Frage 2: Wie wirkt das Mini-Verhütungspflaster?

Das Pflaster enthält die Wirkstoffe Gestoden und Ethinylestradiol (eine Gestagen-Östrogen Kombination), die langsam und kontinuierlich über die Haut ins Blut gelangen. Mithilfe dieser Wirkstoffe wird der Eisprung verhindert und der Schleim im Gebärmutterhals verdickt, sodass Spermien nicht mehr zur Eizelle gelangen können. Das runde Mini-Pflaster ist durchsichtig, hautverträglich und hat einen Durchmesser von zirka 3,7 cm.


Das Mini-Pflaster wurde weltweit in klinischen Studien mit über 4.200 Frauen getestet. Die Zulassungsstudie zeigte einen hohen Empfängnisschutz (europäischer Pearl-Index 0,4).

Frage 3: Welche Vorteile hat das Mini-Verhütungspflaster?

Da die Wirkstoffe über die Haut in den Blutkreislauf eingeschleust werden, bleibt der Verhütungsschutz – im Gegensatz zur Pille – auch bei Erbrechen und Durchfall aufrecht. Das Pflaster muss nur 1 x pro Woche 3 Wochen lang getauscht werden, bei der Pille ist an die tägliche Einnahme zu denken.

Frage 4: Worauf ist zu achten?

Das Pflaster muss beim Aufkleben auf eine haarlose, trockene Stelle 30 Sekunden lang fest angedrückt werden. Dann sind Baden, Duschen, Schwimmen, Sauna und Sport problemlos möglich.

Frage 5: Für wen ist das Verhütungspflaster nicht geeignet?

Für Stillende und stark übergewichtige Frauen bzw. Frauen, die keine Östrogene zuführen dürfen. Diabetes, starkes Rauchen, Migräne mit Aura, Herzprobleme und chronische Erkrankungen können in Kombination mit dem Verhütungsmittel das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen, daher muss darüber unbedingt der Arzt informiert werden. Auch vor einer Operation oder bei längerer Bettlägrigkeit ist es besser in Absprache mit dem Arzt, das Pflaster abzusetzen um das Thromboserisiko zu minimieren.

AUTOR


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


23.06.2015 / 08.05.2019
QUELLEN
Pressekonferenz zum Thema neues Verhütungspflaster mit niedrigerer Dosierung, Wien

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