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Kann Masturbieren Depressionen fördern?

Frau liegt nach Masturbation depressiv im Bett
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Seelische Niedergeschlagenheit wirkt sich auch auf die Libido aus. (Maridav / Shutterstock.com)

Um den Akt der Selbstbefriedigung ranken sich nach wie vor viele Mythen. Gibt es einen Zusammenhang zur Depression?

Früher war Masturbieren eine weitgehend verachtete Tätigkeit, auch heute wird die vermeintlich gängige Praxis noch oft tabuisiert und sogar in Beschimpfungen referenziert. Aufgrund ihres denkbar schlechten Rufs haben sich im Laufe der Zeit auch zahlreiche Mythen rund um die Selbstbefriedigung etabliert. Im frühen 18. Jahrhundert kursierte sogar das Gerücht, Masturbieren würde psychische Krankheiten fördern.

 

Heute ist zum Glück ein reflektierterer Blick auf die Thematik möglich. Masturbation ist gesund und kann höchstens indirekt mit der Psyche in Zusammenhang gebracht werden. Bringt die Selbstbefriedigung aufgrund strenger religiöser Ansichten ein schlechtes Gewissen zutage, ist dies womöglich auch seelisch belastend. Einen direkten Einfluss auf die Psyche nimmt es jedoch definitiv nicht.

Depression hemmt die Libido

Umgekehrt können depressive Phasen allerdings sehr wohl das Verlangen nach Masturbation senken. Schon länger bekannt ist der hemmende Effekt, den seelische Verstimmungen auf die Libido ausüben. So haben etwa einer Studie aus 2018 zufolge mehr als 60 % aller depressiven Männer mit irgendeiner Art sexueller Dysfunktion zu kämpfen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch Antidepressiva bei vielen Patienten die sexuelle Lust verringern.

 

Besonders belastend wirkt sich dies naturgemäß in einer Beziehung aus. Hat ein Partner entschieden seltener Lust als der andere, wird dies zur echten Belastungsprobe. Gegenseitiges Verständnis und offene Gespräche sind in solchen Phasen ebenso wichtig wie das Aufrechterhalten einer gewissen Intimität – beispielsweise durch Kuscheln oder Massagen.

Offene Gespräche und Intimität

Unter Umständen stellt Masturbation für manche Betroffene sogar eine Unterstützung dar. Während sowie nach dem Orgasmus durchströmen diverse Hormone das Gehirn. Oxytocin, Dopamin und Endorphine haben nicht zuletzt einen entspannenden und angenehm müde machenden Effekt. Selbstbefriedigung ist zwar kein verlässliches Schlafmittel, während manch einer schlaflosen Nacht aber vielleicht die unerwartete Lösung.

 

Bei der Behandlung depressiver Phasen – und somit auch möglicher begleitender Störungen der Libido – ist Eingeständnis der wichtigste erste Schritt. Seelische Probleme sind definitiv keine Schande und darüber hinaus in vielen Fällen gut behandelbar. Je nach Form sowie Schwere einer Depression können professionelle Entspannungstechniken, Psychotherapie oder Antidepressiva weiterhelfen. Wer den Besuch bei einem Therapeuten oder einem Psychiater scheut, kann zur Orientierung zunächst auch einen Hausarzt aufsuchen.

 

Für akute Krisen steht Ihnen die Österreichische Telefonseelsorge unter der Nummer 142 rund um die Uhr zur Verfügung. 

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


04.07.2019

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