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Mensch & Hund: Männliche Fruchtbarkeit erlebt Krise

Mann gibt seinem Hund ein High-Five, weil beide Probleme mit der Fruchtbarkeit haben
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Gemeinsam das Problem lösen: Was beeinträchtigt die Fruchtbarkeit von Mensch und Hund? (Olena Yakobchuk / Shutterstock.com)

Die durchschnittliche Spermienqualität des Menschen geht seit Jahren zurück. Forscher haben nun die Gründe dafür untersucht.

Wenn man es polemisch formulieren möchte, könnte man fast meinen, die Männlichkeit stecke in einer Krise. Und das nicht erst seit gestern, wie Statistiken belegen. In den letzten 80 Jahren ist die durchschnittliche Spermienqualität weltweit um etwa 50 % zurückgegangen. Die männliche Fruchtbarkeit ist schlichtweg nicht mehr das, was sie einmal war. Wie weitere Zahlen zeigen, beschränkt sich die Problematik keineswegs auf unseresgleichen, auch der beste Freund des Menschen hat damit zu kämpfen.

 

Forscher der britischen Nottingham Universität erkannten bereits in einer früheren Studie, dass männliche Hunde über die letzten Jahrzehnte hinweg ebenfalls einen Rückgang in der Spermienqualität aufweisen. Wenn Mensch und Tier plötzlich ein ähnliches, evolutionär nicht begründbares Problem haben, kann das kaum ein Zufall sein. In ihrer neuesten Untersuchung haben die britischen Wissenschafter daher den Einfluss von Chemikalien auf die männliche Fruchtbarkeit in den Fokus gerückt.

Slideshow: 5 Tipps zur Steigerung der Spermien-Qualität

Chemikalien sorgen für mehr DNA-Schädigungen

(2-ethylhexyl)phthalat, auch Diethylhexylphthalat oder einfach DEHP genannt, ist einer der Stoffe, den sie als Übeltäter identifizierten. DEHP ist ein weit verbreiteter Weichmacher, der sich unter anderem in Kleidung, Teppichen, Spielzeug, Kabeln und Bodenbelägen wiederfindet. Ebenfalls genauer unter die Lupe genommen wurde PCB 153. Da er krebserregend ist, ist dieser Stoff mittlerweile weltweit verboten. Dennoch ist er weiterhin häufig nachzuweisen, unter anderem auch in Lebensmitteln.

 

Mit diesen beiden Stoffen haben die Forscher bei Rüden und Männern, die jeweils aus der gleichen Gegend stammten, Experimente durchgeführt. Sowohl bei Mensch, als auch bei Hund war ein eindeutiges Ergebnis zu erkennen: DEHP und PCB 153 beeinträchtigen die Spermienqualität - und zwar bereits in der durch die Umwelt aufgenommenen Dosis. Damit dient die Studie als Beleg dafür, dass die Fruchtbarkeit von Hunden jene unserer Spezies gewissermaßen spiegelt.

 

Der beste Freund des Menschen könnte damit eine wesentliche Rolle in zukünftigen Forschungen dieses Themenbereichs spielen. Genaues Augenmerk dürfte außerdem auf den Zusammenhang zwischen der Fruchtbarkeit und dem Heimatort liegen. Eine verringerte Spermienqualität geht unter anderem mit einem erhöhten Risiko für DNA-Schädigungen im Sperma einher.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


06.03.2019

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