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Lustlos: Wenn Sex seinen Reiz verliert

Junges Pärchen liegt frustriert im Bett, weil die Libido schwach ist und beide keine Lust auf Sex haben
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Stress, Hormonschwankungen oder mangelnde Zärtlichkeit sind häufige Gründe, warum Frauen die Lust am Sex (vorübergehend) vergeht. (VadimGuzhva / Fotolia.com)

1/3 aller Frauen kennt das Problem: Die Lust auf Sex mit dem Partner schwindet schleichend. Psychologen haben dafür den Fachbegriff "Low Sexual Desire" ins Leben gerufen.

Schuld an der gebremsten Euphorie füreinander ist in erster Linie, so die Forschung, der tägliche Stress. Auch gesundheitliche Probleme, wie Endometriosen, Vaginosen oder eine Brustkrebsoperation können die Lust auf körperliche Zweisamkeit mindern. Die partnerschaftliche Sexualität ist aber auch ein Spiegel des emotionalen Miteinanders.

Stress macht lustlos

Wenn Frauen ihrem Körper den ganzen Tag lang Höchstleistungen abverlangen, bleibt abends kaum Zeit für die Lust. Doch Zeit für sich und füreinander zu haben, ist ein wichtiger Faktor in einem erfüllten Sexualleben. Hinzu kommt, dass Frauen von ihrem Körper oft ein negatives Bild haben und dadurch die Lust am Sex verlieren. Aber auch gesundheitliche Probleme können sich auf das sexuelle Interesse auswirken. Für den Lustverlust, auch Libidoverlust genannt, gibt es eine Reihe von physischen oder psychischen Ursachen, die häufigsten Gründe sind:

 

  • StressStress im Beruf, im familiären Umfeld, mit dem Partner

  • Erwartungen: zu hohe Erwartungen an den Sexualakt

  • Hormone: sexuelle Lust ist zyklusabhängig und steigt mit dem Ansteigen der Hormone

  • Wechseljahre: aufgrund der verringerten Östrogenausschüttung vermindert sich auch die Libido

  • Schwangerschaft: während und gleich nach einer Schwangerschaft sind Frauen weniger sexuell interessiert

  • Medikamente: Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder Kortison können sich auf die weiblichen Hormone und somit auch auf das sexuelle Verlangen auswirken

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: kleine Verletzungen, Entzündungen an der Schleimhaut, Myome oder Vaginosen können Ursachen der Unlust sein.

  • Scheidentrockenheit: bei mangelnder Erregung bzw. auch in den Wechseljahren (Östrogenmangel) bleibt die Scheide häufig trocken, Sex verursacht Schmerzen

  • Orgasmusstörungen: 1/4 aller Frauen erlebt beim Sex keinen Orgasmus, ein Umstand, der sich direkt auf die Libido auswirkt

Mehr Einfühlungsvermögen gefragt

In vielen Fällen sind es jedoch Faktoren wie Zeit, Einfühlungsvermögen und Entspannung, die zu neuen lustvollen Höhenflügen führen können. Auch der Irrtum, Lust müsse spontan entstehen, blockiert viele Frauen. Bei jung Verliebten ist das normal, doch genauso normal ist es, wenn sich in langjährigen Paarbeziehungen das Sexualleben weniger prickelnd gestaltet als am Anfang.

 

Nicht jede Lustlosigkeit ist jedoch eine sexuelle Störung. Mitunter sind es Phasen verringerter Lust am Partner, die von selbst wieder vergehen. Werden diese Phasen aber zum Dauerzustand, sollte der Gynäkologe zurate gezogen werden. Auch eine Psychotherapie oder eine Paartherapie kann grundlegende Probleme sicht- und lösbar machen. Vielfach sind es verschiedene Vorstellungen eines sexuell befriedigenden Lebens oder von Sexualpraktiken, über die Paare nicht gerne miteinander sprechen. Oft aus Angst, den anderen zu verletzen oder selbst als "haltlos" gesehen zu werden. Doch Gespräche, das haben Studien gezeigt, sind der beste Weg aus der Lustlosigkeit und ein Garant, dass man auch nach 40 Jahren noch verliebt sein kann.

Massage steigert die Lust

Auch Zärtlichkeit, Nähe und sanfte Berührung fördern die Lust auf Körperlichkeit. Für eine entspannende Partnermassage bedarf es keiner speziellen Ausbildung. Am besten beginnt man mit einer sanften Streichmassage über den Rücken des Partners. Je stärker der Druck, desto größer die Entspannung, je sanfter, desto erregender ist die Prozedur. Nach etwa 15 Minuten tritt meist völlige Entspannung ein. Ein gemütlicher Abend zu Zweit bietet sich in jedem Fall als Übungsphase an.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


16.12.2014 / 08.05.2019

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