×

Liebeskummer? Sprechen Sie darüber!

Liebeskummer ist nie schön
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Über Liebeskummer sprechen macht schneller wieder offen für eine neue (Traum)Beziehung. (Prostock-studio - Shutterstock.com)

Frisch Getrennte können oft nicht anders, als ständig über ihren ehemaligen Partner und den Zusammenbruch ihrer Beziehung zu sprechen. Wissenschafter fanden heraus: Dieses laute Nachdenken über die verflossene Beziehung hilft, seelische Wunden schneller zu heilen.

Freunde, die nur das Beste für die Singles wider Willen wollen, raten meist zur Ablenkung oder dazu, sich möglichst schnell einen Ersatz-Partner zu suchen. Sicherlich gibt es bei Liebeskummer kein Patent-Rezept, das für alle funktioniert. US-amerikanische Forscher glauben jedoch, dass ein aktives Nachdenken und Sprechen über die Krise die beste Möglichkeit darstellt, eine Trennung zu verarbeiten und so auch wieder offen für eine neue Beziehung zu werden.

Selbsttherapie so gut wie Gespräch

210 frisch Getrennte wurden von den Psychologen der Northwestern University und der University of Arizona gebeten, entweder nur einen Fragebogen über die persönliche Gefühlslage auszufüllen, oder an mehreren Terminen laut über den Verlust zu reflektieren. Frische Singles, die sich aktiv im Selbstgespräch mit ihrer Trennung auseinandersetzten, waren psychisch nach 9 Wochen wesentlich stabiler als die Kontrollgruppe, welche das Beziehungs-Aus stillschweigend zur Kenntnis nahm.

 

Das Überraschende dabei war, dass die Gespräche nicht etwa mit einem geschulten Therapeuten stattfanden, sondern alleine. Die Singles wurden dazu angehalten, ohne Zuhörer laut über die Trennung zu sprechen, so, als erzählten sie einem Fremden darüber. Dadurch wurde eine gewisse Distanz geschaffen, die ruhiges Nachdenken über die eigene Situation ermöglicht.

Identitätskrise: Wer bin ich ohne Partner

Trennungen sind schwierig, weil man den Partner vermisst oder die erträumte gemeinsame Zukunft nun nicht Wirklichkeit werden kann. Zudem verfallen viele nach dem Ende einer Beziehung in eine Identitätskrise. Vor allem in längeren Beziehungen haben Menschen zusammen mit dem Partner Hobbies ausgeübt und sich einen gemeinsamen Freundeskreis aufgebaut.

 

Nun stellt sich die Frage: Wie sieht mein Leben ohne dich aus? Wer bin ich - ohne dich? Hier kann ein Nachdenkprozess sehr befreiend wirken, kommen doch viele frische Singles zu dem Schluss, dass ihre Identität nicht nur von ihrem Partner abhängt, auch, wenn das bei frischem Trennungsschmerz zunächst so scheinen mag. Vor der Beziehung war man bereits "komplett". Das Ende der Beziehung kann auch als Chance verstanden werden, sich selbst neu zu finden.

Offen für neue Beziehung durch Reflexion

Ob im lauten Selbstgespräch, durch das Aufschreiben der Gefühle in einem Brief an sich selbst, oder durch das Sprechen mit unterstützenden Freunden: Eine Auseinandersetzung mit der vergangenen Beziehung ist nach einer Trennung sehr wichtig, um den Verarbeitungsprozess zu beschleunigen. Gute Freunde können hier eine notwendige Funktion einnehmen. Sie sollten am besten einfach neutral zuhören, statt ihre eigene Meinung geltend zu machen oder Ratschläge zu geben. So wird Getrennten die Chance zu geben, in einem verständnisvollen Umfeld ihre eigenen Emotionen zu leben und zu verarbeiten. Statt sich "in die Trennung hineinzusteigern", wie gutmeinende Freunde das oft interpretieren, handelt es sich hier um einen heilenden Prozess, der einfach etwas Zeit braucht. Laut den Ergebnissen der US-amerikanischen Studie sind Singles dadurch letztendlich sogar schneller wieder offen für eine neue Beziehung.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


25.07.2017 / 09.05.2019

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von gesund.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von gesund.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von gesund.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.