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Es gibt sie doch: Liebe auf den ersten Blick

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Unser Gehirn entscheidet in Sekundenbruchteilen, ob wir jemanden attraktiv finden. (LongJon / Shutterstock.com)

Seit Jahrhunderten hinterfragen Wissenschafter und Philosophen, wieso wir manche Dinge schön finden. Womöglich ist alles einfacher als gedacht.

Schönheit ist eine komplexe Materie. Was ein Mensch unwiderstehlich anziehend findet, hält ein anderer wiederum für regelrecht abstoßend. Und dabei ist es ganz gleich, ob wir über Gesichter, Kunst oder auch Möbelstücke reden. Warum sich über Geschmack nicht streiten lässt und wie er im Menschen überhaupt entsteht, das beschäftigt Wissenschafter aller Sparten schon seit Anbeginn der Zeit.

 

Allzu komplexe Theorien werden sich künftig aber wohl eher hintenanstellen müssen. Denn wenn es nach Forschern der New York University geht, ist alles ganz einfach. Demnach entscheidet ein Mensch binnen Sekundenbruchteilen, dass er etwas ästhetisch ansprechend findet. Neurologische Beobachtungen zeigen in entsprechenden Fällen eine plötzlich erhöhte Aktivität in den sogenannten "Lustzentren" unseres Gehirns.

Ein Anblick als großer Genuss

Anders als früher angenommen wurde, ist das Wahrnehmen von Schönheit rein wissenschaftlich nichts Besonderes. Es handelt sich schlichtweg um eine sehr intensive Empfindung von Genuss. Was man mit der Information nun anfängt, ist jedem selbst überlassen. Einerseits maßt es medizinisch doch sehr unspektakulär an, andererseits kann man eben doch an die Liebe auf den ersten Blick glauben.

 

Eingeschränkt wird die vermeintliche Romantik durch die Tatsache, dass es sich hier um rein oberflächliche Aspekte handelt. Darüber, ob etwa ein tiefer Blick in die Augen eine magische Verbindung herstellen lässt, gibt die Studie keineswegs Ausschlüsse. Vielmehr dürfte sich die vermeintlich so individuelle Menschheit in Sachen Geschmack doch weitgehend einig sein. Frühere Studien konnten immer wieder Gesichtsmerkmale identifizieren, die einen im Schnitt attraktiver erscheinen lassen.

Wir werden immer schöner

Doch auch wer beim Gegenüber keinen sofortigen Eindruck hinterlässt, sollte sich nicht allzu sehr grämen. Vor einigen Jahren stellte eine Forschergruppe im US-amerikanischen Austin eine sehr optimistische Behauptung auf: Menschen werden mit der Zeit immer schöner. Sie baten zum Start eines Semesters Studenten, die Attraktivität ihrer Kommilitonen zu bewerten. Am Semesterende gab es eine zweite Befragung, bei der viele wesentlich besser abschnitten als bei der ersten und andere plötzlich ein deutlich schlechteres Ergebnis erzielten.

 

Außerdem erschienen die Geschmäcker nun um einiges individueller. Gab es bei der ersten Befragung noch weitgehende Einigkeit, brachte die zweite Bewertungsrunde ein gestreutes Ergebnis. Die meisten Teilnehmer dürften sich in der kurzen Zeit optisch recht wenig verändert haben. Allerdings hatten die Studenten nun ein ganzes Semester hinter sich, in dem sie oft miteinander zu tun hatten. Wenn wir einen Menschen besser kennen, beeinflusst unsere Meinung über dessen Charakter auch, wie attraktiv wir ihn finden.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


14.03.2019

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