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Männer und Frauen lesen Emotionen unterschiedlich

Emotionen werden von Männern und Frauen anders interpretiert
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Wütend, fröhlich oder neutral? Das interpretieren Männer und Frauen unterschiedlich gut. (ArtFamily - Shutterstock.com)

Angeblich sind Frauen besser darin, non-verbale Signale ihrer Mitmenschen zu lesen. Stimmt nicht, sagt eine neue Studie: Männer und Frauen interpretieren Körpersprache gleich gut, aber setzen andere Schwerpunkte.

Ist die Fähigkeit gestört, die Gefühle anderer aus deren Mimik, Gestik und Haltung abzulesen, kann das Symptom einer Krankheit sein, wie z.B. bei AutismusEssstörungen und Depressionen, wo es zu solchen Beeinträchtigungen kommen kann. Unter anderem sind die Untersuchungen von Marina Pavlova und ihrem Team auch deshalb  womöglich medizinisch relevant. Sie erforschten, wie Männer und Frauen Emotionen interpretieren. Dabei stellten sie fest, dass je nach Geschlecht andere Gefühle wahrgenommen werden. Auch ein Gehirn-Scan bestätigte, dass die Körpersprachenwahrnehmung nicht ident ist.

Lustig oder wütend?

Für das menschliche Miteinander ist das "Lesen" von Körpersprache unabdingbar. Erkrankte im Bereich des Autismus-Spektrums haben häufig Probleme damit, non-verbal kommunizierte Gefühle richtig einzuordnen. Aber auch andere körperliche und psychische Krankheiten beeinträchtigen die Körperwahrnehmung. Da z.B. Autismus bei Männern häufiger vorkommt, Essstörungen aber öfter bei Frauen, könnte die geschlechtsspezifische Interpretation von Körpersignalen eine wichtige medizinische Bedeutung haben. Deshalb befasste sich ein Forscher-Team der Eberhard Karls Universität in Tübingen mit messbaren Unterschieden.

 

Sie baten Männer und Frauen einzuschätzen, ob eine eintretende Person entweder fröhlich, neutral, oder wütend aussah. Im nächsten Schritt mussten die Versuchsteilnehmer die gleiche Einschätzung bei gehenden, statt stillstehenden, Menschen vornehmen. Dabei zeigte sich, dass :

 

  • Männer fröhliche Emotionen treffsicherer erkannten

  • Frauen wütende Körpersprache besser wahrnahmen

Frühe Wahrnehmung

Warum diese Unterschiede in der Interpretation der Körpersprache bestehen, könnte an der Gehirnaktivität liegen. Die Versuchsteilnehmer wurden mit einer Magnetenzephalographie gemessen. Dabei waren folgende Unterschiede feststellbar:

  • Rechter Temporallappen: Frauen benutzten die Gehirnregion, in der Bewegung wahrgenommen und emotionale Körpersprache erkannt wird.

  • Frontalhirn: Männer zeigten etwas später eine Gehirnaktivität dort, wo sozial relevante Entscheidungen getroffen werden.

 

Möglich ist also, dass Frauen und Männer gehirntechnisch eine andere "Strategie" verfolgen, um Körpersignale zu interpretieren. Dadurch kommen sie zu verschiedenen Ergebnissen.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Julia Wild


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


25.07.2017 / 09.05.2019

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