6 Fakten zu Sperma

Darstellung von Spermien
Langsame oder schnelle Spermien gibt es nicht – Sie können ihr Tempo erhöhen wenn sie in Gruppen schwimmen.
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Sperma ist eiweißreich und überlebt an der Luft? Es bestimmt das Geschlecht des Babys und enthält gute und schlechte Schwimmer? Wir klären über sechs Sperma-Fakten auf.

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Über die männliche Samenflüssigkeit kursieren etliche Mythen. So wird behauptet, dass eine größere Sperma-Menge die Chance einer Befruchtung erhöhe oder dass ältere Männer eine schlechtere Samenqualität aufweisen. Was Sie alles über Sperma wissen müssen, was für Inhaltsstoffe es hat und ob das Ejakulat tatsächlich gegen Depressionen bei Frauen wirkt, beantworten folgende Auseinandersetzungen mit dem Lebensspender Sperma.

Mehrere Millionen Spermien machen sich beim männlichen Orgasmus auf den Weg in Richtung Eizelle, doch nur wenige schaffen es überhaupt in die Nähe dieser. Forscher dachten lange Zeit, manche Spermien würden einfach langsamer schwimmen als andere. Mittlerweile weiß man aber, dass auch der Wechsel des Schwimmstils eine Rolle bei der Selektion spielt. Spermien haften sich für wenige Sekunden an andere Zellen an und bestimmen dann durch eine Rotation des Spermienkopfes in welche Richtung sie weiterschwimmen. Besonders effizient ist demnach das Gruppenschwimmen. So können Spermien ihre Geschwindigkeit vervielfachen.

Sperma besteht zum Großteil aus Wasser (etwa 95 %) und ist lediglich leicht salz- und proteinhaltig. Ansonsten enthält es eine Reihe von Hormonen, wie z.B. Dopamin, Noradrenalin, Tyrosin, die Bindungshormone Oxytocin und Vasopressin sowie verschiedene Östrogene und Pheromone (Geruchsstoffe). Durch Dopamin, Oxytocin und Noradrenalin kann Sperma im weitesten Sinne eine antidepressive Wirkung bei der Frau auslösen. Eine merkbare Verbesserung der psychischen Befindlichkeit nur aufgrund des Spermas ist allerdings nicht zu erwarten.

Die Eizellen der Frau tragen nur X-Chromosomen (also weibliche) in sich, während im männlichen Sperma sowohl X- als auch Y-Chromosomen (weibliche und männliche) enthalten sind. Ein Teil der Spermien ist mit X-, der andere Teil mit Y-Chromosomen beladen. Je nachdem, welches Spermium den Weg zur Eizelle erreicht, entsteht ein Mädchen (XX) oder ein Bub (YY).

In der Vagina überlebt Sperma acht Stunden und ist es einmal in die Gebärmutter gelangt sogar vier bis fünf Tage. Im Badewasser ist es für Spermien nicht gut zu schwimmen – sie sterben sofort. An der Luft überleben Spermien, solange sie von der schützenden Samenflüssigkeit umgeben sind. Das sind im Regelfall mehrere Stunden. Wird Sperma verrieben oder z. B. von der Haut mit einem Tuch abgewischt, ist es nach wenigen Sekunden nicht mehr befruchtungsfähig.

Die einfache Formel "Je älter der Mann, desto schlechter das Sperma" ist im Prinzip tatsächlich korrekt. Laut Studien wird die Spermienqualität mit dem Alter des Mannes vermindert. Vor allem ab 50 haben Männer immer mehr fehlerhafte Samenzellen, die zu einer Eizellenbefruchtung nicht mehr fähig sind. Das Zeugen von Kindern im Alter wird so erschwert.

Die Menge des Ejakulats hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Es kommt auf die Qualität und die Spermienanzahl an, ob es zu einer Schwangerschaft kommt oder nicht.


Autor:in:
Redaktionelle Bearbeitung:
Zuletzt aktualisiert:

9. August 2022

Erstellt am:

25. Juli 2017

Stand der medizinischen Information:

9. August 2022

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