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Apps locken junge Mädchen zu Schönheits-OPs

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Durch Smartphone-Apps bekommen schon die jüngsten Nutzer unrealistische Schönheitsideale eingebläut. (Pexels.com)

Viele Kinder haben bereits ein eigenes Smartphone. Diese Tatsache nutzen Anbieter von Schönheitsoperationen, um die jungen App-Nutzerinnen unters Messer zu bringen.

Das britische Nuffield Council on Bioethics warnt in einem ausführlichen Bericht davor, dass die Zufriedenheit mit dem eigenen Erscheinungsbild immer mehr sinkt. Schuld daran seien unter anderem die sozialen Netzwerke - und das dort vorherrschende Bewerten des Aussehens anderer mit "Likes". Stars und Sternchen posieren auf Instagram und Co., und führen das Publikum mit "spontanen Schnappschüssen" in die Irre, die in Wahrheit nachbearbeitet sind. Die Werbeindustrie, die Frauen vermittelt, dass ihre Körper perfekt sein müssen, trägt außerdem dazu bei, dass bereits junge Mädchen ihr Aussehen verändern wollen, meinen die Forscher.

Kinder im Visier von Apps

Statt sich als Fee oder Hexe zu verkleiden, werden nun Smartphone-Apps und -Games dazu genutzt, das eigene Erscheinungsbild spielerisch zu verändern. Und das ist eine bedenkliche Entwicklung: "Diese Apps lehren uns, uns selbst mit neuen Augen zu sehen und stiften dazu an, sich nur auf seine Mängel zu fixieren", warnt die Forscherin Ros Gill. "Die Anwendungen reichen von Filtern und Bearbeitungsprogrammen auf der einen Seite bis hin zu Apps, die eine 'Probeversion' für plastische Chirurgie anbieten und simulieren, wie die Nutzer aussehen würden, wenn sie sich wirklich unters Messer legen." Die Untersuchung zeigte, dass in Großbritannien sogar schon 9-Jährige in die Zielgruppe solcher Apps fallen.

Schönheitschirurg in der Nähe

Andere Apps verwenden den GPS-Sensor des Handys, um den jungen Handy-Nutzerinnen gleich mittels Push-Nachrichten einen Schönheitschirurgen in der Nähe vorzuschlagen. Kosmetische Chirurgie darf im Vereinigten Königreich auch schon in jungen Jahren durchgeführt werden. Das soll sich aber nun ändern, fordert Jeannette Edwards, Vorsitzende des Nuffield Councils: "Kinder unter 18 sollten nicht in der Lage sein, einfach zu solchen Schönheitschirurgen zu gehen und eine Behandlung machen zu lassen. Es gibt rechtliche Altersgrenzen für das Stechen von Tattoos und den Besuch eines Solariums. Invasive Schönheitschirurgie sollte auf ähnliche Art und Weise geregelt werden."

Rechtliche Lage in Österreich

In Österreich sind seit Jänner 2013 Schönheitsoperationen für Kinder unter 16 Jahren verboten. Im Alter von 16 bis 18 Jahren sind diese nur mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten zulässig, und eine psychologische Beratung muss davor stattfinden. Zwischen der ärztlichen Aufklärung und der Einwilligung zur Operation wird eine Bedenkzeit von 2 Wochen eingehalten.

 

Jedoch ist die Berufsbezeichnung "Schönheitschirurg" nicht rechtlich geschützt - es sollte also genau darauf geachtet werden, ob der behandelnde Arzt wirklich die 6-jährige Facharztausbildung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie gemacht hat. Eltern sollten aber in jedem Fall beobachten, welche Apps und Spiele ihr Nachwuchs im Kindes- und Jugendalter nutzt - denn unerreichbare Schönheitsideale können für sie sehr belastend sein.

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGSDATUM


05.07.2017

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