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Magersucht auch im mittleren Alter nicht selten

Magersüchtige Frau mittleren Alters weigert sich zu essen
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Auch bei Frauen im mittleren Alter kann es zu Essstörungen kommen. (Photographee.eu / Fotolia.com)

Auch aufgrund der bedenklichen Schönheitsideale in sozialen Netzwerken wird Magersucht vor allem mit Jugendlichen assoziiert. Eine Studie zeigt aber nun, dass ältere Frauen ebenso betroffen sind.

Wenn es um Essstörungen geht, sorgt sich die Allgemeinheit meistens vor allem um junge Frauen und das sicher nicht zu unrecht. Tatsächlich machen sich viele Mädchen bereits im frühen Alter sehr konkrete Gedanken über ihr Gewicht. Bedenkliche Schönheitsideale auf Instagram oder anderen sozialen Netzwerken tun ihr Übriges. Im Schatten dieser Thematik hat sich aber eine ganz andere Altersgruppe als Problemzone etabliert.

Wie hoch ist die Dunkelziffer?

Aus einer britischen Studie geht hervor, dass etwa 15% der 40 bis 50jährigen Frauen bereits einmal mit einer Essstörung zu kämpfen hatten. Bei 3% war die Problematik sogar innerhalb des letzten Jahres aufgetreten. Genannt wurden verschiedenste Auftrittsformen wie Magersucht, Bulimie oder Esssucht. Offiziellen Zahlen zufolge waren im selben Zeitraum nur 1% der Frauen zwischen 15 und 30 betroffen. Aufgrund der Stigmatisierung von Essstörungen muss hier allerdings von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Trennungen als Auslöser

Die Studienergebnisse widersprechen in jedem Fall der gängigen Annahme, dass eklatante Ernährungsprobleme nur in jungem Alter eine Rolle spielen. Risikofaktoren für Frauen mittleren Alters sind Todesfälle im nächsten Umfeld, Trennungen und finanzielle Probleme. Schwierige Zeiten können auch bei erwachsenen Menschen eine Identitätskrise auslösen, in der nicht wenige ihre Wut gegen den eigenen Körper richten.

Keine flotten Sprüche

Sowohl für Betroffene als vor allem auch für Angehörige ist es wichtig, Essstörungen sehr ernst zu nehmen. Eine ungeduldige Herangehensweise mit Sprüchen wie "Iss doch was" oder "Du schaust so dünn aus" ist meistens eher schädlich als hilfreich. Sinnvoller ist es, ruhig mit der betroffenen Person zu reden und Verständnis für die zugrundeliegenden Probleme aufzubringen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


20.01.2017

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