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Fettdepots nicht-operativ entfernen

Frau erhält Fettwegspritze
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Hartnäckige störende Fettdepots können mittels Fettwegspritze nicht-operativ entfernt werden. (absolutimages / Fotolia)

Die Fettwegspritze dient der Körperformung, ist jedoch keine Methode zur Gewichtsreduktion.

Hartnäckige störende Fettdepots können mittels Fettwegspritze nicht-operativ entfernt werden. Abhängig von der zu behandelnden Region lassen sich diese im Rahmen mehrerer Anwendungen nachhaltig eliminieren, wie Dr. Jasmin Darabnia, Allgemeinmedizinerin und Expertin für Ästhetische Medizin, zu berichten weiß: „Je nach Größe des Fettdepots sind ein bis drei Behandlungen erforderlich, die man im Abstand von sechs bis acht Wochen durchführen kann. In der Regel bilden sich im Behandlungsareal keine neue Fettzellen, weshalb die Fettwegspritze als nachhaltige Methode gilt“. Eine dauerhafte Wirksamkeit ist allerdings nicht garantiert, wie das beispielsweise bei der Fettabsaugung der Fall ist.

Wie wirkt die Fettwegspritze?

Die im Präparat enthaltene Desoxycholsäure, die zu den sekundären Gallensäuren gehört, und für die Fettverdauung eine wichtige Rolle spielt, sorgt für den Fettabbau. „Diese Säure macht die Fettzellmembran instabil“, so Dr. Darabnia. „Die Fettzellen werden aufgebrochen und die Makrophagen, also die Fresszellen des Immunsystems, fressen sie weg.“ So können Fettdepots an den Oberschenkeln, den Hüften („love handles“), am Bauch, zwischen Brust und Achselhöhle oder auch im Kinnbereich reduziert oder entfernt werden. Jasmin Darabnia gibt allerdings zu bedenken: „Die Fettschicht muss mindestens 1,5 cm dick sein. Ist das nicht der Fall, wäre eine Behandlung fahrlässig.“

Risiken

Die Fettwegspritze oder Injektionslipolyse ist noch immer umstritten, nachdem bei manchen Patienten unerwünschte Ereignisse auftraten. Wie bei jedem Präparat, das mittels Spritze in den Körper eingebracht wird, gilt: Es kann zu Blutergüssen und Infektionen kommen. Sticht der Anwender in einen Nerv oder trifft ein Blutgefäß, sind die Folgen mitunter fatal. Dr. Darabnia erläutert: „Nachdem die Fettwegspritze ins subkutane Fett, also ins Unterhautfettgewebe gespritzt wird, ist die Behandlung nicht wirklich riskant. Natürlich kläre ich all meine Patienten über etwaige Risiken auf, dazu bin ich verpflichtet. Nachdem praktisch kein Präparat mehr auf Sojabasis ist, sind allergische Reaktionen nahezu ausgeschlossen. Vor der Behandlung gilt es, abzuklären, ob der Patient auf lokale Betäubungsmittel allergisch reagiert. Dieses mische ich der verdünnten oder unverdünnten Desoxycholsäure bei, um Schmerzfreiheit oder Schmerzreduktion zu gewährleisten“.

Wirkungseintritt

Anders als bei der Fettabsaugung oder Liposuktion benötigt die Fettwegspritze etwa sechs Wochen, bis der Abbauprozess abgeschlossen ist. Allerdings ist das individuell verschieden. Wird nur eine Anwendung benötigt, sieht man das Endergebnis nach sechs bis acht Wochen. Bei mehreren Anwendungen empfehlen sich Abstände in diesem Ausmaß bzw. frühestens sechs Wochen nach der ersten oder zweiten Behandlung.

Vorteile

Im Gegensatz zur Fettabsaugung bedarf es keiner Operation, wenn man mittels Fettwegspritze Problemzonen behandeln möchte. Die Plastische Chirurgin Dr. Shirin Milani-Helletzgruber erörtert: „Es gibt Patienten, deren Problemzone so minimal ist, dass keine Indikation zur Absaugung besteht. Andere wiederum würden einen solchen Eingriff nicht verkraften und sollten deshalb lieber konservativ behandelt werden.“ Beide Behandlungsmethoden dienen der Körperformung und sind keine Methoden zur Gewichtsreduktion. Wer eine solche plant, sollte die Behandlung erst durchführen lassen, wenn das Wunschgewicht erreicht ist.

Was nach der Behandlung passiert

Da die Fettwegspritze eine Art Entzündungsreaktion auslöst, kommt es im Behandlungsareal zu einer Schwellung, die nach einigen Tagen verschwindet. Des Weiteren wird das Fettgewebe hart und es stellen sich Schmerzen ein, die einem Muskelkater ähneln. Die Behandlung selbst ist mitunter schmerzhaft, was aber vom individuellen Schmerzempfinden abhängt. Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen oder von Autoimmunerkrankungen betroffen sind, sollten mit der Injektionslipolyse nicht behandelt werden. Da das Immunsystem stark beansprucht wird, sind Gesundheit und eine gute Konstitution das Um und Auf.

AUTOR


Mag. Sonja Streit, freie Medizinjournalistin


ERSTELLUNGSDATUM


18.07.2018

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