Wenn man nichts mehr tun kann, ist immer noch viel zu tun! Wie gehe ich mit schwer kranken Menschen um?

  • Datum:

    15.06.2016
  • Beginn:

    19:00
  • Ort:

    Kolpinghaus, Adolf-Purtscher-Straße 6, 9900 Lienz
  • Moderator:

    Christine Brugger

Immer haben sich Pflege und Medizin auch der Sterbenden angenommen, in allen Kulturen gibt es bergende Rituale rund um den Tod. Die vielen neuen Möglichkeiten der Medizin und die Veränderung unserer Lebenswelt haben aber auch das Lebensende radikal verändert. Die Hospizbewegung setzt sich dafür ein, dass schwer kranke und sterbende Menschen in unserer Zeit die Unterstützung bekommen, die sie brauchen: das Sterben soll in der Hospizgemeinschaft einen Platz haben und die lindernde (palliative) Medizin soll gefördert werden. Mit palliativer Betreuung können viele Leiden wirksam gelindert werden, palliative Betreuung schließt ein, dass nutzlose medizinische Maßnahmen abgesetzt werden und dass sich die Behandlung und Betreuung an dem orientiert, was für die Betroffenen wichtig ist, in dem Umfeld, das er oder sie sich wünscht. Die moderne Palliativmedizin hat ein ganzheitliches Konzept. Zunächst geht es darum, körperliche Beschwerden zu lindern: Ein Mensch, der außer sich ist vor Schmerzen, hat keine Lebensqualität. Eine gute Schmerztherapie nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft ermöglicht, dass der kranke Mensch sich wieder am Leben beteiligen, das Lebensende gestalten kann. Palliative Betreuung hat aber auch das soziale Umfeld im Blick und beachtet die spirituellen und die psychologischen Fragen, die sich am Lebensende stellen. Damit das gelingen kann, gibt es inzwischen spezialisierte Einrichtungen sowie Forschung und Weiterbildung in diesem Bereich – aber immer noch zu wenig. Aktuelle und brennende Fragen: Welche Methoden werden zur Linderung von Schmerzen, Atemnot und Angst angewandt? Wie können Angehörige und Betroffene unterstützt werden? Wo kann man sich informieren? Welche neuen Entwicklungen gibt es auf dem Gebiet? Wie kann ein Mensch, wie kann die Umgebung umgehen mit den Verlusten, die eine schwere Erkrankung mit sich bringt? Was ist zu tun, wenn nichts mehr zu machen ist? Auch „heiße Eisen“, wie die Sterbehilfedebatte, werden kurz zu Sprache kommen. Informationen und Erfahrungen zu einem wichtigen Lebensbereich!

Referent