Zika-Virus

Experten raten Schwangeren derzeit von Reisen in ZIka-Infektionsgebiete ab, ist eine Reise unbedingt nötig, gehört Mückenschütz fix ins Gepäck. (highwaystarz - Fotolia.com)

Im Jahr 2015 kam es von Brasilien ausgehend zu einem Anstieg an Zika-Virus-Infektionen, Schätzungen gehen von 1,5 Millionen Erkrankungen aus.

Das Virus wird von einer aus der Familie der Gelbfiebermücke stammenden Art (Aedes) übertragen, eine Übertragung von Mensch zu Mensch – durch Blut, Samenflüssigkeit, Muttermilch oder Urin - wird noch diskutiert. Ein Großteil der Infektionen verläuft OHNE Symptome, also unbemerkt, nur 20% der Infizierten entwickeln ein klinischen Krankheitsbild, das typisch für Flavi-Viren ist. Bei Schwangeren kann das Virus jedoch zu Schädelmissbildungen des Ungeborenen führen.

Übersicht

Häufigkeit des Zika-Virus

Seit dem ersten beschriebenen menschlichen Krankheitsfall 1952 gab es immer wieder kleine Ausbrüche in Afrika, Südost-Asien und der Südsee. 2007 in Mikronesien, 2013/2014 in Französisch Polynesien mit mehr als 20.000 Fällen Zika-Virus-Infektionen traten 2014 gehäuft in Lateinamerika auf. Am stärksten betroffen sind seit 2015 Brasilien mit rund 1,5 Millionen Erkrankungen, gefolgt von Kolumbien, wo es derzeit etwa 20.000 Infizierte gibt. In Europa wurde das Virus bei Einreisenden entdeckt, wie etwa in Großbritannien oder Deutschland. In Österreich gab es bisher nur wenige von Brasilien eingeschleppte Infektionen.

Ursachen des Zika-Virus

Im Jahr 1947 wurde das Zika-Virus erstmals in Uganda in einem Rhesusaffenwald entdeckt. Es gehört zur Familie der Flaviviren und wird durch Stiche der Tiger- oder Gelbfiebermücke übertragen, diese ist in den Tropen und Subtropen beheimatet. Viren wurden in Einzelfällen auch im Speichel, im Urin, in der Samenflüssigkeit und in der Muttermilch nachgewiesen, daher kann auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch (etwa durch Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person) nicht ausgeschlossen werden.

Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 12 Tage. Von der Infektion bis zur Erkrankung kommt es bei jedem 5. der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Kopfschmerzen, evt. ein leichter Hautausschlag). Bei Gesunden verläuft die Infektion in bis zu 80 Prozent der Fälle symptomlos. Kommt es zu grippeähnlichen Zuständen, klingen diese nach einigen Tagen ab. Bei einem kleinen Prozentsatz der Erkrankten kann das Virus auch zu Nervenerkrankungen wie der sensorischen Polyneuropathie führen.

Bei Schwangeren kann die Infektion möglicherweise zu Fehlbildungen des Fötus bzw. des Neugeborenen führen, die so genannte Mikrozephalie, eine solche Schädelmissbildung geht meist mit geistiger Behinderung einher. Auch ein Zusammenhang mit dem Guillain–Barré-Syndrom (GBS, entzündliche Schädigungen der Nervenfasern) wird diskutiert.

Zika-Virus: Diagnose

Mittels RT-PCR (Reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion) kann das Virus etwa 3 Tage nach dem Ausbruch der Symptome im Blut nachgewiesen werden. Nach neueren Erkenntnissen dürfte eine Diagnose mit RT-PCR aus dem Harn ebenfalls möglich sein, und sogar länger als das Blut ein positives Ergebnis liefern, also länger nach Erkrankungsbeginn noch eine verlässliche Diagnose liefern als Blutproben.

Im späteren Verlauf ist eine Diagnose mithilfe eines Antikörpertests möglich. Antikörper verschiedener Flavi-Viren reagieren in Labortest stark gegenseitig, was die Interpretation positiver Testergebnisse sehr schwierig macht. Aufwändige zusätzliche Labormethoden können dies etwas einschränken (PR-NT = plaque reduction neutralization tests).

Therapie des Zika-Virus

Die Symptome der Infektion können derzeit lediglich mit den üblichen "Grippe-Medikamenten" behandelt werden, wie z.B. Fieber- und Schmerzmittel. Noch gibt es weder eine spezifische Therapie noch eine Impfung oder medikamentöse Vorbeugung.

Zika-Virus: Was Sie selbst tun können

Wenn Sie in ein betroffenes Land Lateinamerikas reisen, sollten Sie vor allem Mückenstiche vermeiden. Durch entsprechende Kleidung, Mückenschutz (Sprays oder Moskitonetze) können Sie entsprechend vorbeugen.

Experten raten Schwangeren derzeit von Reisen in Infektionsgebiete ab, sollte eine Reise unaufschiebbar sein, sollten Sie sich von Ihrem Arzt eingehend beraten lassen. Nach der Rückkehr aus einem Infektionsgebiet sollten Schwangere Ihren Arzt aufsuchen, um eine mögliche Infektion auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit, in Österreich infiziert zu werden ist gering, da die heimischen Temperaturen zu kalt sind, um der Stechmücke das Überleben zu sichern.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Priv. Doz.

Dr. Ursula Hollenstein

Fachärztin für Innere Medizin, Zusatzfach für Infektiologie und Tropenmedizin

Traveldoc, Reisemedizinisches Institut, Wien

Website

Quellen

ICD-10: A92

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