Zahnbleaching

Zahnbleaching: vorher-nachher
Beim Zahnbleaching werden verfärbte Zähne z. B. mit Hilfe von Wasserstoff wieder aufgehellt. (D. Heuer - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Gesunde Zähne

Vielen ist ein Lächeln mit weißen Zähnen wichtig, denn sie verleihen ein gepflegtes Äußeres und stärken das Selbstbewusstsein. Doch vieles kann die Zähne verfärben.

Dazu zählen Umwelteinflüsse, die natürliche Alterung, Rauchen, der Konsum von Tee oder Kaffee, auch einseitige Ernährung bzw. Zahnerkrankungen. Um den Zähnen wieder neuen Glanz zu verleihen, kann der Zahnarzt auf moderne Bleachingmethoden zurückgreifen, die eine Aufhellung der Zähne ermöglichen. Dabei werden die Zähne nach einer gründlichen zahnärztlichen Untersuchung, z.B. mit Hilfe von Wasserstoff, wieder aufgehellt.

Wem nützt das Zahnbleaching?

Eine Zahnaufhellung ist für jeden geeignet, der mit seiner Zahnfarbe unzufrieden ist. Der betroffene Zahn sollte frei von Zahnerkrankungen, wie Karies, Zahntaschen oder Zahnfleischbluten sein.

Prinzipiell können nur "natürliche", gesunde Zähne aufgehellt werden. Das herkömmliche Bleaching kann nicht zum Aufhellen von

  • toten Zähnen,
  • Kronen,
  • Brücken,
  • Verblendungen oder
  • Füllungen

eingesetzt werden.    

Was kann Zahnverfärbungen verursachen?

Die Zahnfarbe kann sich im Laufe eines jeden Lebens verändern. Grundsätzlich kann zwischen einer externen (äußerlichen) oder internen Verfärbung (betreffen das Zahninnere) unterschieden werden. In beiden Fällen lassen Farbpigmente den Zahn dunkler erscheinen.

Genussmittel wie

  • Schwarztee,
  • Kaffee,
  • Nikotin,
  • Rotwein oder Cola,
  • Gewürze (z. B. Curry),
  • Gemüse (z. B. Karotten), Früchte (z. B. Beeren) oder Fruchtsäfte

können bei regelmäßigem Verzehr zu unschönen Zahnverfärbungen führen. Aber auch einige Medikamente, wie

  • Antibiotika,
  • Eisenpräparate,
  • Mundspüllösungen mit Chlorhexidin oder
  • eine langfristige erhöhte Einnahme von Fluorid (Dentalfluorose)

können das Aussehen der Zähne beeinträchtigen.

Weitere Faktoren für das Verfärben der Zähne können eine mangelnde Mundhygiene, Zahnerkrankungen, wie Karies, aber auch die natürliche Zahnalterung sein. Bei festsitzenden Zahnspangen oder Kunststofffüllungen kann es im Laufe der Zeit ebenfalls zu einer Verfärbung der Zähne kommen.

Was passiert beim Zahnbleaching?

Sind Sie mit dem Weiß ihrer Zähne unzufrieden, sollten Sie unbedingt zuerst einen Termin bei ihrem Zahnarzt ausmachen. Damit für eine genaue Untersuchung die Zahnoberfläche frei von Belägen (Plaque), oberflächlichen Verfärbungen und Zahnstein ist, empfiehlt es sich vorab eine professionelle Zahnreinigung (Mundhygiene) durchführen zu lassen. Nach der professionelle Reinigung erscheinen die Zähne meist schon viel weißer als vorher. Danach wird die aktuelle Zahnfarbe mit Hilfe einer Farbskala bestimmt und Sie können erneut entscheiden, ob ein Bleaching immer noch notwendig ist.

Im Beratungsgespräch mit dem Zahnarzt wird versucht, die Ursache für die Verfärbungen herauszufinden. Bei der anschließenden genauen Untersuchung der Zähne wird festgestellt, ob die Zähne gesund sind. Sind Füllungen undicht oder liegen Erkrankungen des Zahnes oder des Zahnfleisches vor, sollte vor dem Bleaching eine Sanierung der Zähne durchgeführt werden.

Wenn bereits Füllungen, Kronen oder Verblendungen vorhanden sind, ist besondere Vorsicht gefragt, da diese Materialien nicht mitgebleicht werden können. Fragen Sie deshalb vorab ihren Zahnarzt, damit keine unerwünschten Farbunterschiede entstehen können.

Welche Methoden kommen beim Bleaching zum Einsatz?

Wenn alle Grundvoraussetzungen erfüllt sind, kann es mit dem Bleaching losgehen. Zu Beginn der Behandlung wird mit Hilfe einer Farbskala die aktuelle Zahnfarbe bestimmt. Danach gilt es, die passende Bleachingvariante zu wählen. Zur Auswahl stehen dabei das Home-Bleaching, das Bleaching to Go oder das In-Office-Bleaching:

Bleaching to Go

Beim Bleaching to Go kommen bereits vorgefertigte und gefüllte Zahnschienen gebrauchsfertig zum Einsatz. Das Aufhellungsgel enthält meist 5-15 % Wasserstoffperoxid. Da diese Schienen nicht individuell angepasst sind, sollten sie an 5-10 Tagen maximal 90 Minuten getragen werden

Home-Bleaching

Beim Home-Bleaching werden Schienen individuell für den Patienten angefertigt. So ist gewährleistet, dass sie angenehm sitzen und das Auftragen des Aufhellungsgels exakter erfolgen kann. Das Aufhellungsgel enthält etwa 10-20 % Wasserstoffperoxid. Ihr Zahnarzt wird Ihnen genau erklären wie oft und wie lange Sie diese Schienen tragen müssen, damit Sie ein zufriedenstellendes Ergebnis erhalten.

In-Office-Bleaching

Das In-Office-Bleaching ist das effektivste Bleaching-Verfahren und erfolgt direkt unter zahnärztlicher Kontrolle in der Praxis. Nach dem Auftragen eines Zahnfleischschutzes wird ein hochkonzentriertes Bleichgel auf die Zähne aufgebracht. Dieses kann bei Bedarf durch Kaltlicht oder Laser aktiviert werden. Je nach Empfehlung des Herstellers bleibt das Gel zwischen 15 und 90 Minuten auf den Zähnen, wobei der Fortschritt immer überwacht wird. Das Ergebnis ist sofort sichtbar. Am Ende des Bleachings wird die Zahnfarbe erneut mit einem Farbschlüssel bestimmt um den Erfolg zu beurteilen.

Sonderfall Bleaching bei wurzelbehandelten Zähnen

Oftmals erscheinen wurzelbehandelte Zähne nach einigen Jahren grau bis schwarz. Auch diese Verfärbungen können behandelt werden. Nachdem Ihr Zahnarzt festgestellt hat, dass das Einbringen von Bleichmittel keine Gefahr für Ihren Zahn darstellt, wird der Zahn mit Natriumperborat und Wasserstoffperoxid in niedriger Konzentration gefüllt und dicht verschlossen. In regelmäßigen Abständen wird die Farbveränderung kontrolliert. Ist die gewünschte Zahnfarbe erreicht, wird das Bleichmittel entfernt und der Zahn wieder dicht verschlossen.

Gibt es Nebenwirkungen beim Zahnbleaching?

Bei sachgemäßer Anwendung der Bleachingprodukte sind keine Schäden an Zähnen und Zahnfleisch zu erwarten. Selten kann es zu einer kurzfristigen Empfindlichkeit der Zähne oder zu Schleimhautirritationen kommen. Durch ausreichende Fluoridierungsmaßnahmen nach dem Bleaching sind diese aber gut in den Griff zu bekommen.

Allgemein wird geraten, eine Aufhellung nicht öfter als 1x bis 2x im Jahr durchführen zu lassen. Genießt man nach dem Bleaching weiter Tee, Koffein oder Nikotin, können erneut Verfärbungen auftreten.

Was müssen Sie nach dem Bleaching beachten?

Da die Zähne nach dem Bleaching rau und porös sein können, sollten Sie in den ersten Tagen danach auf verfärbende Genuss- und Lebensmittel und Rauchen, sowie säurehaltige Lebensmittel verzichten. Denn bis die Zahnsubstanz wieder vollständig remineralisiert ist, lagern sich Pigmente leichter am Zahn an. Die Zähne werden am besten mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste geputzt.

Wer führt ein Zahnbleaching durch?

Die professionelle Mundhygiene und das Bleaching werden vom Zahnarzt bzw. vom Mundhygieniker durchgeführt.

Was können Sie zum Gelingen des Bleachings beitragen?

  • Damit Verfärbungen nicht erneut auftreten sollten Sie auf eine ausreichende Mundhygiene achten.
  • Um Zahnverfärbungen vorzubeugen, putzen Sie mindestens 2x täglich ihre Zähne und verwenden Sie Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten.
  • Nehmen Sie regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch.
  • Damit Sie möglichst lange zufrieden mit dem Bleaching-Ergebnis sein können, sollten Sie auf zahnverfärbende Genuss- und Lebensmittel verzichten.

Wo liegen die Grenzen des Zahnbleachings?

Moderne Bleaching Methoden sind in der Lage nur die natürlichen Zähne aufzuhellen - Füllungen, Brücken, Kronen etc. müssen gegebenenfalls ausgetauscht werden. In der Schwangerschaft, Stillzeit und bei schweren Allgemeinerkrankungen sollte auf das Bleaching verzichtet werden.

Zahnbleaching: Kosten & Krankenkasse

Die Kosten für das Bleaching werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Sie sind abhängig von der gewählten Bleachingvariante und variieren von Zahnarzt zu Zahnarzt.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Dr. med. dent. Lucas Nahler

Facharzt f. Zahn-, Mund- & Kieferheilkunde

Website

Quellen

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