Wechseljahre

Ältere Frau hat eine Springschnur in der Hand
Ob Seilspringen, Nordic Walken oder Radfahren - Bewegung hilft bei Wechselbeschwerden. (wildworx - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Wechseljahre

Wechseljahre (Menopause, Klimakterium) kommen nicht über Nacht, sondern sind ein in vielen Fällen langsam beginnender mehrjähriger "Umbauprozess" im weiblichen Körper.

Bereits ab dem 40. Lebensjahr beginnen die Eierstöcke die Hormonproduktion zu verlangsamen. Dadurch sinken zuerst der Progesteronspiegel und dann der Östrogenspiegel kontinuierlich ab, das führt letztlich zur Unfruchtbarkeit der Frau. In seltenen Fällen wird der Beginn des Wechsels schlagartig wahrgenommen. Die Zeitspanne von den ersten Anzeichen bis zur letzten Hormonumstellung in der Postmenopause wird als Wechseljahre bezeichnet.

Übersicht

Was passiert in den Wechseljahren?

In den Wechseljahren können Beschwerden auftreten, die die Lebensqualität betroffener Frauen erheblich schmälern. Durch die verminderte Hormonproduktion reagiert der Körper bei etwa 65 % aller Frauen mit typischen Symptomen, wie Nervosität, innere Unruhe und Herzrasen, Schlafstörungen, Erschöpfung, Hitzewallungen, Haarausfall und Hautveränderungen sowie Gewichtszunahme. Auch die psychische Befindlichkeit ändert sich im Laufe dieser Phase. Viele Frauen neigen zu depressiven Verstimmungen oder fühlen sich "überflüssig". Etwa jede 3. Frau ist von Beschwerden betroffen, die ihr den Alltag oft sehr mühsam werden lassen.

Verlauf der Wechseljahre

Die Wechseljahre verlaufen über Jahre in verschiedenen Phasen ab. Der klassische Beginn ist der Gelbkörperhormonmangel, der dann um den Östrogenmangel erweitert wird und schließlich fällt auch noch die Produktion der männlichen Hormone aus. Frauen müssen sich nicht mit Beschwerden abfinden. Sowohl mithilfe der Medizin, aber auch mit persönlichen Strategien lassen sich typische Symptome gut bewältigen.

Es gibt verschiedenen Phasen, die aber nicht jede Frau erleben muss:

Klimakterium präcox

Etwa 1 bis 4% aller Frauen kommt bereits zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr in die Wechseljahre. Dies wird als "premature ovarian failure-syndrom" (POF) bezeichnet oder Klimakterium präcox. Ursache ist meist ein bis dato nicht näher definierbarer genetischer Faktor, der die angeborene Störung der Eierstockfunktion dann in Gang setzt. In dem Fall sind in den Eierstöcken alle Follikel vorzeitig "aufgebraucht" oder reifen nur langsam heran.

Aber auch Erkrankungen, wie Morbus Crohn oder Behandlungen, wie Strahlentherapie und Chemotherapie, sowie die Entfernung von Eierstöcken oder der Gebärmutter führen zu vorzeitigen Wechseljahren. Bei einem frühzeitigen Ausfall der Eierstockfunktion ist eine Hormontherapie unausweichlich. Zum einen, da die Betroffenen sehr starke Beschwerden haben und zum anderen da viele Organe und Organfunktionen unter dem Hormonmangel leiden. Durch eine rechtzeitige Therapie können meist viele Langzeitschäden ( u.a. sehr bekannt: Osteoporose) verhindert werden

Prämenopause

Ab dem 40. Lebensjahr (bei etwa 1 % der Frauen auch davor) beginnen die Eierstöcke die Hormonproduktion zu verlangsamen. In der ersten Phase der Menopause ist das Gelbkörperhormon für die Beschwerden dafür verantwortlich. Begleitet wird dies meist durch ein Ungleichgewicht des Östrogens:

  • Gelbkörperhormon (Progesteron): der Hormonspiegel fällt ab, dadurch kommt es zu unregelmäßigen Blutungen, die Menstruation kann stärker sein oder auch länger andauern. Prämenstruelle Beschwerden manifestieren sich oft erstmalig oder verstärken sich, falls sie schon immer vorhanden waren.
  • Östrogen: der Östrogenspiegel fällt nur langsam und unregelmäßig ab. Das Hormon steuert die Eizellenreifung, sinkt der Östrogenstatus, sinkt auch die Chance, schwanger zu werden. Die Regel fällt oft Monate lang aus.

Die Prämenopause kann sich häufig aufgrund des Hormonabfalls schon im Vorfeld mit Beschwerden, wie Kopfschmerzen oder Brustschmerzen ankündigen. Die Möglichkeit, in dieser Zeit schwanger zu werden, liegt bei etwa 10 %.

Perimenopause

Etwa um das 50. Lebensjahr setzt die Perimenopause ein. Die Hormonproduktion verändert sich weiter, die Follikelreifung nimmt ab. Von den zirka 1 Million Eizellen, die ein Mädchen von Geburt an trägt, liegt nur mehr etwa 1 % vor. Daher bleibt auch der Eisprung aus und die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, liegt bei etwa 2 %. Durch diese ausbleibende Follikelreifung wird zunehmend weniger Gelbkörperhormone gebildet, dadurch verstärkt sich der Progesteronmangel. Progesteron ist für die Stabilität des Menstruationszykluses verantwortlich, daher kann es auch häufiger zu unregelmäßigen Perioden kommen, bis diese schließlich ganz ausbleibt. Die letzte Regelblutung bezeichnet man als Menopause.

Wenn keine Follikelreifung stattfindet, wird auch die Östrogenproduktion verringert, der Hormonhaushalt gerät aus der Balance. Diese Dysbalance im Östrogenhaushalt kann sich mit den genannten typischen Beschwerden (Nervosität, Hitzewallungen etc.) bemerkbar machen.

Postmenopause

Die Zeit nachdem die letzte Regel ein Jahr ausgeblieben ist, bezeichnet man als Postmenopause. In dieser Phase hat sich der Progesteron- und Östrogenmangel bereits fest etabliert. Ein neues Hormongleichgewicht sollte sich im weiblichen Körper allmählich einstellen. Dennoch gibt es immer noch Begleiterscheinung wie trockene Haut und trockene Scheide. Körperliche Beschwerden wie Harninkontinenz oder Osteoporose können immer häufiger diagnostiziert werden

Ursachen von Wechseljahren

"Schuld" an den Wechseljahresbeschwerden ist also die Hormonumstellung im weiblichen Körper, die von der Gehirnanhangsdrüse (Hypophyse) gesteuert werden. Dieses evolutionäre Programm ist in unseren Gene seit Jahrtausenden eingeschrieben und veranlaßt , dass in den Eierstöcken (im geringen Mengen auch in der Nebennierenrinde) die Hormone Östrogen und Progesteron ab dem 40. Lebensjahr kontinuierlich weniger gebildet werden und die Fruchtbarkeit versiegt.

Wie machen sich die Wechseljahre im Hormonstatus bemerkbar?

Während die Östrogenproduktion sinkt, steigt hingegen der Gonadotropin-Spiegel an. Eines der Steuerungshormone der Hypophyse für den Eierstock ist das follikelstimulierenden Hormon (FHS). Ein weiteres heißt Luteinisierendes Hormon ( LH). Die Gonadotropin-Konzentration im Blut ist in den Wechseljahren etwa 6 Mal so hoch als davor.

Hormon

abfallend

Ansteigend

Auswirkungen

Östrogen

X

 

Adrenalin- und Noradrenalinproduktion sinkt: Hitzewallungen, Herzrasen

Östrogen

X

 

Das Osteoporoserisiko steigt, insbesondere in Verbindung mit individuellen Risikofaktoren

Östrogen

Gestagen

X

 

Libidoverlust, trockene Haut, trockene Scheide

Noradrenalin, Adrenalin, Östrogen

Progesteron

X

 

Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, verminderte Gedächtnisleistung

 

 

 

 

Progesteron

X

 

Menstruationszyklen werden unregelmäßig, Periode bleibt aus, PMS

Testosteron

Gleichbleibend, relatives Überwiegen

 

Vermännlichung ("Damenbart", Haarausfall)

Gonadotropin (FSH-follikelstimulierendes Hormon, LH luteinisierendes Hormon)

 

X

Wechseljahre stehen in etwa 2-3 Jahren bevor, Fruchtbarkeit sinkt

Symptomen von Wechseljahren

Wechseljahresbeschwerden sind häufig. 3 von 10 Frauen sind mit unangenehmen Symptomen konfrontiert. Am häufigsten treten folgende Beschwerden auf, auch in Kombination:

  • Nervosität und Reizbarkeit (zirka 90 %)
  • Leistungsabfall, Erschöpfungszustände (zirka 80 %)
  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche (zirka 70 %)
  • Depressive Verstimmungen (zirka 60 %)
  • Schlafprobleme (zirka 50 %)
  • Schmerzende Gelenke und Muskeln (zirka 40 %)
  • Haarausfall ( zirka 60%)
  • Herzrasen, Blutdruckschwankungen (zirka 50%)
  • Hauttrockenheit ( 50%)
  • Trockene Schleimhäute ( 40%)
  • Trockene Augen ( 40%)
  • Libidoverlust ( 60%)

Hitzewallungen und Herzrasen

Diese Beschwerden breiten sich vom Gesicht aus weiter auf Hals und Oberkörper aus, es folgt ein Schweißausbruch, der mehrere Minuten dauern kann. Weitere Begleiterscheinungen können Herzrasen und verstärkter Herzschlag sein. Üblicherweise beruhigt sich der Organismus nach einem solchen Schub. Typisch ist oft, dass man "schweißgebadet" in der Früh aufwacht.

Schlafstörungen

Schweißausbrüche können Schlafstörungen mit sich bringen. Darüber hinaus macht sich die abnehmende Leistungsfähigkeit bemerkbar und hindert am Ein- und Durchschlafen. Die Tiefe eines erholsamen Schlafes verringert sich.

Depressive Verstimmungen

Stimmungsschwankungen sind in den Wechseljahren nicht ungewöhnlich. Erst machen sie sich als Antriebslosigkeit bemerkbar, später können sie in ein Gefühl der Leere und des Überflüssigseins münden. Auch negative Gefühle oder übermäßige Nervosität sind ein Zeichen dafür, dass die Hormonproduktion zurückgeht.

Trockenheit

Aufgrund der sinkenden Östrogenproduktion werden die Schleimhäute der Haut schlechter durchblutet. Das betrifft auch die Scheide, die trocken wird und mitunter mit brennendem Juckreiz auf die Hormonumstellung reagiert. Der Geschlechtsverkehr wird mitunter als schmerzhaft empfunden, auch die Anfälligkeit für Infektionen (Pilze, Bakterien) in der Scheide ist erhöht. Auch Augen und Mund können unter dem Östrogenmangel leiden, sodass sich auch hier die Trockenheit als sehr unangenehm manifestiert.

Harnwegsinfektionen

Da Muskeln und Gewebe generell schneller erschlaffen als in jungen Jahren, kommt es auch häufiger zu einer Erschlaffung des Beckenbodens und der Muskeln, die die Harnwege umgeben. Häufige Harnwegsinfekte, Harndrang und Inkontinenz sind typische Symptome.

Herz- und Kreislauf-Erkrankungen

Östrogen schützt vor Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Bei einem Absinken des Hormons, steigt das Risiko für diese Erkrankungen. Der Cholesterinspiegel steigt ebenfalls. Auch die Kombination einer nachlassenden Östrogenproduktion und einer stagnierenden Testosteronproduktion ist ein Risikofaktor, denn erhöhte Werte des männlichen Hormons Testosteron machen sich in Fettablagerungen im Bauchraum bemerkbar. Die Fettablagerungen wiederum steigern das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen.

Osteoporose

Die Wechseljahre können auch ein verstärktes Osteoporose-Risiko mit sich bringen. Östrogene unterstützen den Knochenaufbau, verringert sich die Produktion dieser Hormone, wird der Knochen brüchiger. Damit steigt auch die Gefahr Knochenbrüche zu erleiden.

Diagnose von Wechseljahren

Zyklusstörungen bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr sind meist die ersten Anzeichen, dass die Wechseljahre beginnen.

Was passiert beim Gynäkologen?

  • Die Ursachen für die Menstruationsbeschwerden stellt der Arzt durch eine Untersuchung der Gebärmutter und Vagina fest. Er tastet sie ab und entnimmt einen Abstrich vom Gebärmuttermund. Damit können auch Gewebsveränderungen entdeckt werden, die evt. zu Blutungen führen.
  • Ein Schwangerschaftstest wird durchgeführt, denn ein Ausbleiben der Menstruation kann auch ein Anzeichen einer späten Schwangerschaft sein.
  • Mithilfe einer Blutuntersuchung kann der Hormonstatus bestimmt werden. Der Arzt erkennt daran, ob die Frau bereits in den Wechseljahren ist und in welcher Phase sie sich befindet.
  • Eine Knochendichtemessung zu diesem Zeitpunkt gibt Auskunft über eine beginnende Osteoporose.

Therapie von Wechseljahren

Eine mögliche Behandlungsoption bei Wechseljahresbeschwerden bietet die Hormonersatztherapie (HET, HRT "hormone replacement therapy"), da sie eine kausale Therapie darstellt. Sie kann die Beschwerden und Symptome verringern, nicht aber die Wechseljahre hinauszögern. Ob eine derartige Therapie durchgeführt werden soll, ist eine individuelle Entscheidung, denn die Behandlung hat sowohl Vor- wie auch Nachteile. Jede Hormontherapie sollte mit möglichst niedrigen Dosen und über eine möglichst kurze Zeit erfolgen:

Das "window of oportunity" , als optimaler Therapiebeginn, ist ausschlaggebend, um im richtigen Moment mit der richtigen Dosierung Hormone sowohl präventiv als auch therapeutisch erfolgreich einzusetzen

Vorteile:

  • Hormonersatztherapie: Mit der Hormonersatztherapie sind "klassische" Wechseljahresbeschwerden gut zu behandeln.
  • Osteoporose: Mit dem Eintreten der Wechseljahre steigt auch die Wahrscheinlichkeit, aufgrund des Hormonmangels an Osteoporose zu erkranken. Auch hier hat sich gezeigt, dass man mit der HRT einen gewissen Schutz bieten kann.
  • Krebserkrankungen: Die HRT kann vor manchen Krebserkrankungen (wie z.B. Mast- oder Dickdarmkrebs) schützen.
  • Neurodegenerative Erkrankungen: Der rechtzeitige Beginn einer HRT kann bei familiär bedingter Belastung mit neurodegenerativen Erkrankungen davor schützen.

Risiken

  • Brustkrebs: Für Frauen mit Brustkrebs oder familiärer Belastung dahingehend, wird eine HRT nur unter Abwägung aller Vor- und Nachteil im klassischen Sinne nicht empfohlen.
  • Veschiedene Vorerkrankungen: Bei Erkrankungen der Galle, Leber oder Bauchspeicheldrüse, sowie bei Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen und Epilepsie sollten Sie mit dem Arzt die Vor- und Nachteile, sowie die Risiken einer HRT besprechen.
  • Beschwerden: Dazu zählen etwa bereits vorhandene Thrombosen, Übergewicht oder längere Bewegungsunfähigkeit (z.B. ein Krankenhausaufenthalt) kann ein zusätzliches Risiko für die Therapie sein und muss mit dem Arzt abgesprochen werden.
  • Risikogruppen: Raucherinnen und Frauen, die Alkohol in hohen Maßen zu sich nehmen, zählen zu den Risikogruppen im Zuge einer HRT Thrombosen zu entwickeln.

Die Therapieschritte

Sollten Sie sich für eine HRT entscheiden, führt der Arzt zunächst eine Blutuntersuchung durch, bei der Blutzucker, Leber- und Blutfettwerte erhoben werden. Der Blutdruck wird kontrolliert, auch eine Mammographie sollte durchgeführt werden. Mit diesen Maßnahmen können bereits vor Therapiebeginn Risikokonstellationen erkannt werden.

Üblicherweise erfolgt eine Therapie zunächst in einer möglichst niedrigen Dosierung. Die Hormongabe und der Therapieerfolg (ev. Unverträglichkeit) sollte zu Beginn nach 3 Monaten, danach halbjährlich von Arzt kontrolliert und evt. abgeändert werden. Bei manchen Frauen ist ein früher Therapie-Beginn im Hinblick auf den Langzeiterfolg von Vorteil. So etwa auf das Herzkreislauf-System, denn ältere Frauen neigen eher zu Sklerosen (Verklebung von Gewebe) und es kann häufiger zu Thromboembolien kommen. Auch im Hinblick auf die Geschlechtshormone gilt: je jünger die Frau, desto besser die Langzeitprognosen, dass sich die Beschwerden bessern.

Die Therapie bietet 2 Möglichkeiten:

  • Monotherapie: Dabei werden ausschließlich Östrogene oder Gestagen alleine eingesetzt. Eine Östrogen Monotherapie wird bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, gerne empfohlen.
  • Kombinationstherapie: Östrogen und Gestagen werden kombiniert verabreicht. Entweder in zyklischer Form, sodass eine Blutung eintritt oder in kontinuierlicher Gabe, wodurch keine Blutung eintreten sollte.

Durch die HRT werden die körpereigenen Hormone zwar nicht wieder hergestellt, jedoch durch deren Ersatz die häufigsten Beschwerdebilder (Schlafstörungen, Hitzewallungen, Herzbeschwerden, Gelenk- und Muskelschmerzen) zum Großteil verbessert. Die Wirkung setzt nach 1 bis 2 Monaten ein. Meist wird die Therapie mit Tabletten durchgeführt, auch Pflaster, Gels oder Spritzen sind mögliche Alternativen.

Vorbeugen mit Hormonersatztherapie?

Osteoporose: Studien haben gezeigt, dass die HRT auch vor Osteoporose schützen kann, vorausgesetzt, sie wird langfristig (5 bis 10 Jahre) verabreicht und BEVOR deutliche Symptome eines fortgeschrittenen Knochenschwundes auftreten. Deshalb ist es wichtig, gefährdete Frauen rechtzeitig mit Hilfe einer Knochendichtemessung zu erfassen um wirkungsvoll therapieren zu können. Beim Absetzen des Präparates lässt diese Wirkung allmählich nach.

Herz- und Kreislauf-Erkrankungen: wenn die Östrogenproduktion nachlässt, ist die Frau nicht mehr so stark vor Herzerkrankungen geschützt. Die HRT soll - wenn vorbeugend begonnen - eine derartige Schutzfunktion haben, so medizinische Studien.

Therapie bei depressiven Verstimmungen

Depressive Verstimmungen entstehen im Zuge der Hormonumstellung und können deshalb auch kausal mit einer Hormontherapie gebessert werden. Bei einigen Frauen ist diese Form der Verstimmung selbstlimitierend. Sollte sich Ihre Lebensqualität dadurch jedoch stark verschlechtern, können auch Antidepressiva (in Kombination mit Psychotherapie) eine therapeutische Option sein.

Wechseljahre: Was Sie selbst tun können

Die Wechseljahre kann man zwar nicht hinauszögern, doch hat sich gezeigt, dass Frauen, die regelmäßig Sport betreiben, sich gesund ernähren, nicht rauchen und auf Alkohol verzichten um bis zu 2 Jahre später in die Wechseljahre kommen als Frauen, die einen ungesunden Lebensstil haben.

Ernährung im Wechsel

Um eine Gewichtszunahme zu vermeiden, sollten Sie Kohlenhydrate mit Bedacht auswählen. Mit zunehmend sinkendem Östrogenspiegel steigt der Insulinspiegel, damit werden Kohlenhydrate rascher als Depotfett gespeichert als in jüngeren Jahren. Günstig ist es daher, auf Zucker zu verzichten und auf eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornbrot, Fisch, Obst und Gemüse umzusteigen.

Pflanzliche Ernährung, die reich an Phytoöstrogenen ist, kann zwar den Hormonverlust nicht wettmachen, doch in gewissem Ausmaß die Auswirkungen davon günstig beeinflussen. Sie sind reichlich z.B. in Soja, Papayas oder Bockshornklee enthalten.

Phytoöstrogene, wie sie z.B. in Sojabohnen und Tofu enthalten sind, können die Beschwerden mildern. Isoflavone zählen ebenfalls zu den Phytoöstrogenen, hier ist vor allem Rotklee eine gute Quelle, um das Östrogendefizit pflanzlich auszugleichen. Untersuchungen zeigen, dass Wanzenkraut, besser bekannt als Traubensilberkerze, Hitzewallungen verhindern kann. Johnneskraut wirkt stimmungsaufhellend, die Passionsblume ausgleichend auf Stimmung und auf das Nervensystem.

TCM und Wechseljahre

Auch die TCM bietet gute Möglichkeiten, um Beschwerden zu verhindern, hier hat vor allem die Akupunktur gute Ergebnisse gezeigt.

Psychische Faktoren

Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass Frauen mit hohem Selbstbewusstsein leichter über die Wechseljahre kommen. Eine Besserung der Beschwerden bringen auch regelmäßiger Sport und Entspannungsübungen in Form von Yoga und Pilates.

Fragen an den Arzt

  • Kann ich medizinisch feststellen lassen, wann ich in die Wechseljahre komme?
  • Ist es möglich, sich vor den klassischen Beschwerden zu schützen?
  • Wie erkenne ich, dass die Menopause bei mir demnächst einsetzen wird?
  • Ist eine HRT auch prophylaktisch zum Schutz vor Beschwerden möglich?
  • Wie wirkt TCM bei Wechselbeschwerden?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Doris Maria Gruber

Universitätsklinik für Frauenheilkunde/Klinische Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Wien

Gesundheitskompass Website

Quellen

ICD-10: N95

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