Warzen-Therapie

Therapie bei Warzen
Warzen sind sehr oft ein kosmetisches Problem und sollten deshalb entfernt werden. (AB Photography - Fotolia.com)

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die meist durch hoch ansteckende Viren (Humanen Papilloma-Virus, HPV) verursacht werden. Jeder 2. Mensch ist einmal im Leben von Warzen betroffen, zu 90 % entstehen diese an Armen und Füßen, 10 % aller Warzen im Genitalbereich.

Warzen sind leicht übertragbar, so etwa durch den Kontakt mit der Haut von Virusträgern. Im Allgemeinen sind Warzen harmlos, doch: Was kann man dagegen tun? Ob vereisen, Laser oder chirurgische Entfernung - es gibt die optimale Therapie für jede Warzenart.

Wem nützt welche Warzentherapie?

Warzen können Beschwerden hervorrufen, wie z.B. wenn sie an der Fußsohle liegen. Dann kann es zu Schmerzen bei Druck oder beim Auftreten kommen. In diesem Fall sollte die Warze vom Hautarzt entfernt werden. Im Gesicht liegende Warzen sind ein kosmetisches Problem für Betroffene und können daher ebenfalls vom Dermatologen entfernt werden. Eine Therapie richtet sich danach, um welche Art von Warzen es sich handelt.

Warzenart

Aussehen

Therapie

Entfernen

Vulgäre Warzen

Ursache: HPV-Infektion

Verhärteter Knoten, der später verhornt

"Vereisen", "Verätzen", Laser, chirurgische Entfernung

Nicht unbedingt erforderlich,
oft aber störend

Dellwarzen

Ursache: Molluscum-contagiosum-Virus

Glatte Oberfläche; stecknadelkopfgroß; mit kleiner Delle, aus der infektiöse Flüssigkeit austritt

"Vereisen", "Verätzen", chirurgische Entfernung

Nicht unbedingt erforderlich,
heilt bei intaktem Immunsystem von selbst

Dornwarzen

Ursache:
HPV-Infektion

An den Fußsohlen oder zwischen den Zehen, glatt, mit Hornhaut überzogen. Der tief eindringende Dorn kann Schmerzen beim Gehen verursachen

"Vereisen", "Verätzen", chirurgische Entfernung

Nicht unbedingt erforderlich,
heilt bei intaktem Immunsystem von selbst

Flachwarzen

Ursache:
HPV-Infektion

Meist bei Kindern, im Gesicht oder Händen, runde bräunlich-gelbe Wucherungen mit gepunkteter Oberfläche

"Vereisen", "Verätzen", chirurgische Entfernung

Ungefährlich;
aus kosmetischen Gründen können sie entfernt werden

Stielwarzen

Ursache:
Unklar;
aber nicht durch Viren, Wucherung bestimmter Hautzellen

Vor allem bei Älteren im Gesicht oder in der Achsel/Leistengegend, nur wenige Millimeter

Laser oder Elektrokoagulation, chirurgische Entfernung

Unbedenklich; aus kosmetischen Gründen können sie entfernt werden

Feigwarzen (Genitalwarzen)

Ursache:
Sexuelle Übertragung von Viren (HPV 6, 11)

Im Genitalbereich, weiß-graue Wucherungen

IMPFUNG!

Chirurgische Entfernung; Laser, "Elektrokoagulation, "Vereisen", "Verätzen"

Gefährlichste Warzenart, manche erhöhen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs, daher sollten sie entfernt werden

Alterswarzen

Ursache:
Keine Virusübertragung bekannt

Können am ganzen Körper entstehen, bräunliche Flecken oder erhabene, millimetergroße Wucherungen

Chirurgische Entfernung, Laser, "Vereisen"

Harmlos, aus kosmetischen Gründen können sie entfernt werden

Was passiert bei einer Therapie gegen Warzen?

Bei einem gesunden Immunsystem können sich Warzen von selbst zurückbilden. Ob eine Warze entfernt werden muss, richtet sich nach der Art, Größe und der Lokalisation.

  • Warzen im Genitalbereich: Genitalwarzen sollten unbedingt behandelt werden, da sie ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs mit sich bringen.
  • Warzen im Gesicht: Sie können kosmetisch störend sein und werden deshalb entfernt.
  • Warzen an den Händen: Sie können wie Warzen im Gesicht ebenso kosmetisch störend sein und werden deshalb entfernt.

Allerdings können Warzen immer wieder auftreten, die Rezidivrate (Wiederauftreten der Erkrankung) ist relativ hoch. Je nach Warzentyp stehen unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Auswahl.

  • Warzentinktur oder -pflaster: dazu werden spezielle Präparate vom Hautarzt verordnet, die virenhemmende (Virustatika) oder zellwachstumshemmende (Zytostatika) Wirkung haben. Diese Tinkturen oder Cremes müssen regelmäßig aufgetragen werden, um einen Erfolg zu erzielen. Durch die darin enthaltenen Substanzen, wie z.B. Salizylsäure oder Trichloressigsäure wird die verhornte Hautschicht erweicht und in der Folge vom Hautarzt mit einem Skalpell abgetragen. Ein selbstständiges Entfernen wird nicht empfohlen, da sich Warzen dann unter Umständen noch rascher vermehren können. Üblicherweise ist die Warze nach einer 3- bis 4-wöchigen Behandlungszeit verschwunden.
  • Kryotherapie ("Vereisung", flüssige Stickstoffbehandlung): durch die örtliche Behandlung mit flüssigem Stickstoff wird das Bindegewebe der Warze "vereist" - es bildet sich nach wenigen Stunden eine Blase, die vom Hautarzt entfernt werden kann.
  • Kauterisation ("Verätzung"): spezielle Tinkturen enthalten Salizyl- oder Milchsäure und werden auf die Warze aufgetragen - üblicherweise verschwindet diese nach etwa 5 bis 7 Tagen.
  • Laser: bei der Therapieform Laser wird die Warze ähnlich wie bei einer Elektrokoagulation "verkocht". Eine mehrmalige Behandlung ist nicht selten erforderlich. Sind schmerzende Stellen (z.B. Fußsohlen) betroffen oder mehrere Warzen nebeneinander, kann der Arzt auch eine lokale Betäubung verabreichen.
  • Elektrokoagulation: bei diesem Verfahren wird die Haut bis in tiefe Hautschichten "verkocht", die Warze durch diese Wärmetherapie zerstört.
  • Chirurgische Entfernung: unter lokaler Betäubung wird die Warze mit einem speziellen chirurgischen Löffel ausgeschält. Danach kann es jedoch zu Wundschmerz oder Brennen der behandelten Stelle kommen, die Wunde muss entsprechend versorgt werden.

Wie lange kommt die Therapie zum Einsatz?

Je nach Präparat und Art der Warze richtet sich auch die Therapiedauer. Sie liegt zwischen 2 und 12 Wochen. Diese ist individuell sehr unterschiedlich. Daher sollte die Therapie der jeweiligen Situation angepasst werden. Ein Rezidiv ist jedoch bei jeder Methode nicht 100 % auszuschließen.

Was müssen Sie nach der Warzentherapie beachten?

Warzen sind zwar durchwegs harmlos, allerdings schützt eine einmal erfolgte Behandlung nicht vor einer Neuinfektion bzw. einer Neubildung einer nicht fachgerecht entfernten Warze.

Wer führt eine Warzentherapie durch?

Warzen sollten grundsätzlich vom Hautarzt untersucht werden. Erst eine zuverlässige Diagnose lässt eine exakte Therapie zu. Mitunter unterscheiden sich Warzen nur wenig von anderen Hautveränderungen (z.B. Hühneraugen), daher ist die dermatologische Beurteilung Basis für eine erfolgversprechende Therapie.

Was können Sie zum Gelingen der Warzentherapie beitragen?

Um einer neuerliche Infektion oder die Übertragung des Virus auf andere zu verhindern, sollte man besonderes Augenmerk auf Hygiene lenken. So etwa sind gemeinsame Handtücher oder Waschlappen eine mögliche Infektionsquelle. Ein selbständiges Entfernen von Warzen ist nicht ratsam, da sich die Viren durch häufiges Kratzen an der Warze weiter vermehren können und es zu einer Selbstinfektion oder Übertragung auf andere kommen kann.

Wo liegen die Grenzen der Warzentherapie?

Ein intaktes Immunsystem setzt sich Warzenviren erfolgreich zur Wehr. Ist es jedoch geschwächt, können sich häufiger Warzen bilden als bei Abwehrstarken. Eine gesunde, balancierte Ernährung und Sport stärken das Immunsystem und somit die Abwehrkraft, auch gegen Warzenviren. Da Feigwarzen in engem Zusammenhang mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs stehen, sollten Jugendliche durch eine HPV-Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr geschützt werden.

Kosten & Krankenkasse

Ist eine Therapie medizinisch erforderlich, werden die Kosten dafür von den Krankenversicherern übernommen, nicht jedoch, wenn die Behandlung allein aus kosmetischen Gründen erfolgt.

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Ichiro Okamoto

Hautarzt

www.hautarztokamoto.at

Gesundheitskompass

Quellen

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