Warzen

Langwierig und lästig, aber harmlos

Warze: Warze
Ob sich eine Warze entwickelt, hängt stark von der Immunlage des Menschen ab. (Jean Kobben - Fotolia.com)

Gewöhnliche Warzen (auf lateinisch "Verrucae vulgares" genannt) sind gutartige, durch Papillomaviren verursachte Wucherungen bzw. Geschwülste auf der Haut. Die häufigsten Formen sind Stachelwarzen, Mosaikwarzen, Dornwarzen, Alterswarzen und Feigwarzen.

Manche sind auf der Haut kaum zu sehen, andere zeigen sich in den unterschiedlichsten Farben, Größen und Formen. Bevorzugt zeigen sie sich an Händen, Füßen und im Gesicht. Gewöhnliche Warzen sind sehr ansteckend. Eine winzige Verletzung reicht dem Virus als Eintrittspforte. In Apotheken gibt es diverse Mittel zur Selbstbehandlung, wie Warzentinkturen oder Vereisungssprays mit flüssigem Stickstoff. Der Hautarzt kann die Warze mittels Laser oder auch minimal invasiv chirurgisch entfernen. Manchmal verschwinden die lästigen Wucherungen ganz von selbst, z.B. in der Pubertät, weil sich da das Immunsystem verändert.

Häufigkeit

Gewöhnliche Warzen treten vor allem bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig auf. Die Ansteckungsgefahr liegt bei 30 bis 40 %, bei Erwachsenen hingegen nur bei rund 2 bis 3 %. Feigwarzen bekommen hauptsächlich junge Erwachsene zwischen 20 und 25 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, sich im Laufe seines Lebens mit einem humanen Papillomavirus anzustecken, liegt bei rund 80 %.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Haupterreger für Warzen ist das humane Papillomavirus. Übertragen wird die Infektion durch Berührung. Über kleine Verletzungen auf der Haut oder Schleimhaut dringen die Erreger in den Körper ein. Ob sich eine Warze entwickelt, hängt stark von der Immunlage des Menschen ab. Auch die Inkubationszeit ist sehr unterschiedlich. Sie kann 2 bis 3, aber auch bis zu 20 Monate betragen. Ist die Warze einmal da, zeichnet sie sich zumeist durch große Hartnäckigkeit aus. Die allermeisten Warzen verursachen keine Symptome, in seltenen Fällen lösen sie einen leichten Juckreiz aus. Da sie häufig an gut sichtbaren Stellen auftreten, werden sie von den Betroffenen allerdings als optisch störend empfunden.

Warzen auf der Fußsohle können durch den ständigen Druck durchaus auch Schmerzen verursachen. In solchen Fällen sollte man nicht zuwarten, ob die Warze von selbst wieder verschwindet. Vor allem Kinder weichen dem Schmerz aus und nehmen mit der Zeit eine Fehlhaltung ein. Das kann sich ungünstig auf den Bewegungsapparat auswirken. Der überwiegende Teil der Warzen ist gutartig.

Alterswarzen sollten von Zeit zu Zeit von einem Hautarzt begutachtet werden, der eine eventuelle Veränderung feststellen kann. Beim Verdacht auf Feigwarzen ist ebenfalls ein Arztbesuch dringend anzuraten, weil sich aus ihnen hartnäckige Genitalwarzen entwickeln und diese wiederum die Entstehung von Unterleibskrebs begünstigen können.

Welche Warzentypen gibt es?

Stachelwarzen

Stachelwarzen werden auch als gewöhnliche Warzen bezeichnet. Sie treten in Form von sich wölbenden, harten Knötchen auf und reichen etwa von der Größe eines Stecknadelkopfs bis zu jener einer Erbse. Später können sie verhornen und sich grau verfärben. Es besteht eine Neigung zur Ausbildung von Tochterwarzen. Bevorzugte Stellen für Stachelwarzen sind Hände, Finger und Fußsohlen.

Pinselwarzen

Pinselwarzen sind eine Unterform der gewöhnlichen Warzen, kommen aber wesentlich seltener vor. Meistens sind sie sehr klein und mit mehreren fadenförmigen Wucherungen versehen. Sie können weiß bis rosa gefärbt sein und haben gelegentlich braune Verfärbungen an der Spitze. Pinselwarzen treten vorwiegend um die Augen, die Lider, am Mund und am Hals auf und sind daher optisch häufig sehr störend.

Mosaikwarzen

Da sie hauptsächlich im Fußbereich auftreten, werden sie häufig auch Fußsohlenwarzen genannt. Zumeist werden sie nicht größer als ein Stecknadelkopf und sind weißlich gefärbt. Mosaikwarzen können viele Nebenwarzen bilden, verursachen aber keine Schmerzen.

Dornwarzen

Im Gegensatz zu Mosaikwarzen können Dornwarzen (auch plantare Warzen genannt) leichte bis starke Schmerzen verursachen. Auch sie treten an den Fußsohlen auf, wachsen in die Tiefe und drücken bei jedem Schritt wie ein Dorn in die Haut. Dornwarzen können nach außen eine leicht verhornte, raue Oberfläche aufweisen, erscheinen aber eher flach. Ihr Ausmaß zeigt sich oft erst, wenn sie entfernt werden. Dornwarzen können leicht mit Hühneraugen verwechselt werden. Im Unterschied zu Warzen ist die Ursache ihrer Entstehung keine Virusinfektion, sondern zumeist das Tragen zu enger und/oder drückender Schuhe. Die Haut "wehrt" sich gegen den Druck mit Bildung einer Hornhaut, die in die Tiefe wächst und eine Art Sporn bildet. Meistens können Hühneraugen mit hornhautlösenden Salben oder Pflastern aus der Apotheke gut behandelt werden.

Alterswarzen

Sind eigentlich keine Warzen. Alterswarzen (Verrucae seborrhoicae) entwickeln sich bei Erwachsenen etwa ab dem 50. Lebensjahr. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Warzen, die durch Viren übertragen werden, entstehen Alterswarzen als Folge von Sonnenschäden. Sie können in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen auftreten: von rund bis oval, sehr klein bis zur Größe einer Bohne, vom dunklen Fleck über erhaben bis verkrustet, von hell bis dunkelbraun. Alterswarzen können überall am Körper entstehen, besonders häufig im Gesicht, auf den Händen, auf der Brust, am Rücken und auf der Kopfhaut. In der Regel sind Alterswarzen gutartig, jedoch sind sie gelegentlich von Hautkrebs nicht einfach zu unterscheiden. Deswegen ist eine Abklärung beim Hautarzt empfehlenswert.

Feigwarzen

Feigwarzen (Condylomata acuminata) treten hauptsächlich an den Geschlechtsteilen, am Anus, manchmal auch in der Scheide, der Harnröhre oder am Enddarm auf. Die Ansteckung erfolgt zumeist über Sexualkontakte durch Sonderformen des humanen Papillomavirus, wobei sogar Jahre vergehen können bis die Infektion bemerkt wird. Im Anfangsstadium zeigen sich Feigwarzen als kleine Knötchen und können eine rötliche, bräunliche oder auch weißliche Färbung haben. Manchmal sind sie allerdings so flach, dass sie unbemerkt bleiben. Mitunter kann es aber auch zu größeren Wucherungen kommen. Menschen in der Altersgruppe zwischen 20 und 25 Jahren stecken sich am häufigsten mit Feigwarzen an. Zumeist sind Feigwarzen harmlos, einige wenige HPV-Typen können allerdings an der Entstehung bestimmter Krebsarten im Unterleib beteiligt sein.

Diagnose

Ist die Warze auf der Haut zu sehen, reicht zumeist ein Blick des Hautarztes, um den Warzentyp zu diagnostizieren. Ist nur ein Fleck oder eine kleine Erhebung sichtbar, wird der Hautarzt die betroffene Hautstelle mit Essigsäure betupfen. Handelt es sich um eine Warze, färbt sich die Stelle weiß. Bei manchen Warzenformen wird auch ein Abstrich oder eine Gewebeprobe gemacht, um die Diagnose abzusichern.

Therapie

Warzen sind äußerst ansteckend. Deshalb sollten sie behandelt werden. Denn belässt man sie, können sich die Warzen weiter ausbreiten. Wenn größere Hautflächen oder ein besonders sensibler Bereich, wie etwa die Genitalien befallen sind, sollte auf jeden Fall ein Hautarzt, ein Gynäkologe oder Urologe zu Rate gezogen werden. Harmlosen Stachelwarzen kann man auch aus Sicht der Hautärztin schon mal selbst zu Leibe rücken.

  • Warzentinkturen aus der Apotheke: Sie sind rezeptfrei erhältlich und enthalten meistens Salicyl- oder Milchsäure. Damit wird das verhornte Gewebe aufgeweicht und kann anschließend vorsichtig mit einem Bimsstein oder einer Feile abgetragen werden. Die Tinktur sollte nur direkt auf die Warze aufgetragen werden. Günstig ist es, die benachbarte Haut mit Vaseline oder einer Zinkpaste zu schützen. Geduld ist in den meisten Fällen nötig, denn Erfolge zeigen sich oft erst nach ein paar Wochen.
  • Vereisung mit flüssigem Stickstoff: Größere Warzen können damit behandelt werden. Dabei wird mit Hilfe eines Applikators, der zwischen 15 und 30 Sekunden auf die Warze gehalten wird, das Gewebe heruntergekühlt und ein Absterben bewirkt. Auch hier reicht eine einmalige Behandlung meistens nicht aus. In der Regel muss die Behandlung im Abstand von 10 bis 14 Tagen mehrmals wiederholt werden. Dazwischen kann zusätzlich mit Warzentinktur behandelt werden. Diese Behandlungsform wird von Hautärzten angeboten. Es gibt Kältetherapien zur Selbstanwendung, die keinen Stickstoff enthalten und daher nicht so kalt sind.
  • Elektrokauterisation: Wenn nach 3 bis 4 Monaten kein Behandlungserfolg erzielt werden kann, kann eine sogenannte Kauterisation durch den Hautarzt in Erwägung gezogen werden. Dabei kommt ein kleines Gerät, der sogenannte Elektrokauter zum Einsatz, an dessen Spitze eine sehr feine Drahtschlinge mittels elektrischem Strom erhitzt wird. Damit kann die Warze unter lokaler Betäubung entfernt werden.
  • Laserbehandlungen: Zur Warzenentfernung werden auch CO2- oder Farbstofflaser eingesetzt. Hautärzte wissen, dass dabei sehr vorsichtig vorgegangen werden muss, denn beim Lasern besteht das Risiko, das Warzengewebe zu zersprengen und damit die Infektion weiter auszubreiten.

Warzen sind "treu"

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten, gewöhnliche Warzen zu behandeln, gibt es keine Garantie für deren Heilung. Die Rückfallrate liegt bei 30 % und ist damit relativ hoch. Denn selbst bei sorgsamster Behandlung besteht das Risiko, dass sich die Warze zersplittert und aus einer Mutterwarze viele Tochterwarzen entstehen. Andererseits verabschieden sich viele Warzen (geschätzte rund 40 % innerhalb von 2 Monaten und rund 50 % nach einem halben Jahr) von selbst. Viele Warzen verschwinden in der Pubertät auch ohne Behandlung, weil sich das Immunsystem verändert hat.

Was können Betroffene zusätzlich tun?

In Schwimmbädern besteht erhöhte Ansteckungsgefahr. Kinder und Personen mit einem geschwächten Immunsystem können sich durch das Tragen von Badeschuhen und die Anwendung von Desinfektionssprays, die in den meisten Schwimmbädern zur freien Verfügung stehen, bis zu einem gewissen Grad schützen. Diese verringern nicht nur das Risiko einer Pilzinfektion, sondern auch die Entstehung von Warzen.

Wer empfindlich ist, kann sich in der Apotheke mit einer Desinfektionslösung oder einem -spray versorgen und damit Hände und im Sommer auch Füße vorbeugend behandeln.

Ist der Warzenbefall nicht mehr zu verhindern, gilt: zu Hause keine Handtücher oder Waschlappen gemeinsam verwenden. Kinder sind stärker gefährdet als Erwachsene.

Auch Kosmetika und Arzneimittel mit Roll-On-Funktion sollten immer von derselben Person benützt werden, weil auch sie potenzielle Viren-Überträger darstellen.

Die Ansteckung mit Feigwarzen (und anderen Infektionskrankheiten) kann man durch den Gebrauch von Kondomen reduzieren.

Fragen an den Arzt

  • Muss ich mit jeder Warze zum Arzt?
  • Wann sollte ich besser zum Arzt gehen?
  • Kann eine Warze bösartig werden?
  • Kann eine Warze über Nacht verschwinden?
  • Man hört immer wieder, dass man Warzen besprechen kann: Ist das sinnvoll?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Ichiro Okamoto

Hautarzt

www.hautarztokamoto.at

Gesundheitskompass

Quellen

  • Interview mit Dr. Sabine Schwarz, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten am 23.07.2014
  • Markus Streit: Warzen - klinische Bilder und Therapie, In: Schweizerisches Medizin Forum, Ausgabe 2014/36, S 659 - 669
  • Dr. H.M. Ockenfels,/S. Hammes: Laser in der Therapie der Warzen, In: Der Hautarzt, Jg. 59, Ausgabe 2, Februar 2008, Seite 116-123
  • Shahab Bohlooli PhD et al.: Comparative study of fig tree efficacy in the treatment of common warts (Verruca vulgaris) vs. cryotherapy, In: International Journal of Dermatology, Volume 46, Issue 5, pages 524–526, May 2007

ICD-10: B07

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