Wärmeflasche

Wärmeflasche: Person hält wärmenden Thermofor an Bauch
Bei Bauchschmerzen, Blähungen oder Blasenentzündung kann eine Wärmeflasche die Beschwerden lindern. (detailblick - Fotolia.com)
Eine Wärmflasche (Thermofor) wird bei Bauch,- Muskel- oder Rückenschmerzen von vielen als wohltuend empfunden. Wärme steigert die Durchblutung, wirkt entspannend und beruhigend.

Die Wärmflasche aus Kunststoff wird mit heißem Wasser gefüllt, in eine Hülle gewickelt und auf die betroffene Körperstelle gelegt. Mit entzündeten Gelenken bzw. Hautstellen sollte der Thermofor allerdings nicht in Berührung kommen, da sich die Beschwerden durch die Wärme verschlechtern könnten. Lassen die Schmerzen nach wenigen Stunden nicht deutlich nach, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wem nutzt die Anwendung einer Wärmflasche?

Wärme wirkt auf obere Gewebeschichten und entspannt Muskeln, verbessert die Durchblutung und hemmt die Schmerzempfindlichkeit. Eine Wärmflasche kommt häufig zum Einsatz bei:

  • Blähungen: Wenn zu viel Luft im Bauch ist, kann Wärme den Darm entspannen.
  • Muskelschmerzen: Bei schmerzenden Muskeln (z.B. Rückenschmerzen) löst eine Wärmflasche die Spannung in der Muskulatur.
  • Blasenentzündung: Eine Wärmflasche im unteren Rückenbereich, am Bauch oder als Sitzunterlage lindert meist die Symptome einer Blasenentzündung.
  • Menstruationsbeschwerden: Bei Bauchschmerzen kann eine Wärmflasche den Unterleib entkrampfen und so zur Linderung beitragen.
  • Einschlafschwierigkeiten: Wenn nachts zu viele Gedanken im Kopf kreisen, kann eine Wärmflasche die Füße wärmen, das wirkt beruhigend.

Was passiert bei der Wärmflaschen-Anwendung?

Zu Beginn muss die Wärmflasche mit heißem Wasser (zirka 60°) halb gefüllt werden. Dabei ist wichtig, dass Sie das Wasser entweder nicht ganz zum Kochen bringen oder nach dem Kochen einige Minuten abkühlen lassen. Der Kunststoff einer Wärmflasche ist zwar hitzebeständig, kann aber bei häufigem Füllen mit kochend heißem Wasser kaputt gehen. Drücken Sie nach dem Eingießen die restliche Luft aus der Wärmflasche, bevor Sie den Schraubverschluss fest zudrehen. Dies verhindert, dass die Wärmflasche schneller abkühlt.

Bevor Sie die Wärmflasche nun verwenden, testen Sie Ihr Temperaturempfinden mit der Innenseite Ihres Unterarmes. Ist die Wärmflasche zu heiß auf der Haut, können Sie diese mit einem Handtuch umwickeln oder über der Kleidung verwenden. Manche Wärmflaschen haben aber auch bereits beim Kauf eine extra dafür vorgesehene Hülle.

Legen Sie die Wärmflasche an die schmerzende Körperstelle (Bauch, Rücken, Unterleib) an. Beim Erwärmen des Rückens klemmen Sie die Wärmflasche am besten zwischen Rücken und eine Sessellehne, damit eine Entspannung während der Anwendung möglich ist. Auf eine Wärmflasche legen dürfen Sie sich nur, wenn Sie mit sehr wenig Wasser gefüllt ist.

Im Gegensatz zum Wärmegürtel hat die Wärmflasche den großen Vorteil, dass ihre Lage immer wieder geändert werden kann, sie wird nicht am Körper fixiert. Dadurch ist sie allerdings nur für zu Hause geeignet.

Wenn Sie die Wärmflasche anwenden, werden Sie die positiven Effekte schnell wahrnehmen:

Durch die Wärme erweitern sich die Blutgefäße der Haut und das Blut strömt verstärkt in die Muskulatur und das umliegende Gewebe. Alles wird sowohl mit mehr Sauerstoff, als auch mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Die Spannung der Muskulatur lässt dadurch langsam nach. Stoffwechselvorgänge werden angekurbelt und somit z.B. auch die Darmbewegungen angeregt (Peristaltik). Die Wärme verbreitet sich nach und nach im ganzen Körper und entspannt Nerven und Gemüt.

Wann und wie lange kommt diese Therapie zum Einsatz?

Die Wärmflasche wird von alleine langsam wieder abkühlen. Warten Sie nicht bis die Wärmeflasche kalt ist, wenn die Beschwerden noch anhalten, sondern füllen Sie sie erneut mit heißem Wasser. Die Anwendung einer Wärmflasche kann sooft wiederholt werden bis Menstruations- oder Muskelschmerzen vermindert, Blähungen vergangen sind oder die Blasenentzündung kein Brennen mehr verursacht.

Was muss der Patient nach der Therapie beachten?

Nach jeder Wärmeanwendung ist es wichtig dafür zu sorgen, dass Sie warm angezogen sind und die behandelten Körperstellen keiner Kälte ausgesetzt werden.

Wer therapiert?

Eine Wärmflasche ist sowohl in der Apotheke als auch in Drogeriemärkten erhältlich. Sie brauchen für den Kauf kein Rezept vom Arzt und können die Anwendung einfach selbst durchführen.

Wie können Sie zum Gelingen der Therapie beitragen?

Vermeiden Sie auch während der Anwendung Anstrengungen. Versuchen Sie für eine angenehme Atmosphäre zu Hause zu sorgen (z.B. entspannende Musik) Viel trinken regt die Stoffwechselvorgänge zusätzlich an.

Wo liegen die Grenzen dieser Therapieform?

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Leiden sich nicht verbessert bzw. regelmäßig wiederkehrt oder Sie von vornherein sehr starke Schmerzen haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Die Wärmflasche ist nur eine Begleittherapie und kann lediglich Symptome vermindern, das heißt keine Krankheiten heilen.

Für die Anwendung einer Wärmflasche gibt es kaum Einschränkungen. Wenn Ihnen selbst bekannt ist, dass Sie unter Durchblutungsstörungen leiden oder die Wärme-/bzw. Kälteempfindung ihrer Haut vermindert ist, sollten Sie vorher den Rat Ihres Arztes einholen. Die Wärmflasche sollte nicht mit entzündeter Haut oder Gelenkstellen in Kontakt kommen, da die Wärme hier zur Verschlechterung beitragen kann.

Kosten und Krankenkassen

Die Krankenkasse zahlt zum Kauf einer Wärmflasche in der Regel nichts dazu. Eine Wärmflasche kostet je nach Qualität zwischen 10 und 30 Euro.

Fragen an den Arzt

  • Mein Bauch ist von der Wärmeflasche etwas gerötet. Habe ich zu heißes Wasser benutzt?
  • Seit 3 Tagen behandle ich meine Blasenentzündung mit der Wärmeflasche. Wann sollte ich zusätzliche Maßnahmen ergreifen?
  • Ich habe häufig Muskelverspannungen. Ist eine Wärmeflasche oder ein Wärmegürtel besser als Therapie geeignet?
  • Ist mein Kreislauf nach einer Behandlung mit der Wärmeflasche beeinträchtigt?
  • Wann ist eine Therapie mit der Wärmeflasche nicht zu empfehlen?
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Medizinischer Experte

Monika Söllner

Physiotherpeutin

Quellen

  • Gesundheitsratgeber und Hausapotheke, E. Marbach, Eva Marbach Verlag, 1. Auflage, Breisach, 2012
  • Heilpflanzen in der Kinderheilkunde: Das Praxislehrbuch, H. Ell-Beiser, M. Girsch, U. Bühring, MVS Medizinverlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2013
  • Lehrbuch Altenpflege: Grundpflege, Behandlungspflege, U. Brög-Kurzemann, H. Sieber, B. Weh, Vincentz Verlag, 1. Auflage, Hannover, 2000

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