Thrombose

Zumeist in den Beinen auftretendes Blutgerinnsel

Frau zieht anderer Frau Stützstrümpfe über das Bein
Schwere müde Beine und Schwellungen können erste Hinweise auf eine Thrombose sein. (tibanna79 - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Gefäße

Eine Thrombose ist sehr häufig, dabei kommt es zu einer Verschleppung eines Blutgerinnsels in die Blutbahn. Die Folge kann ein Gefäßverschluss bis hin zu einer Lungenembolie sein.

Erste Anzeichen einer Thrombose in einer Vene können ein unbestimmtes Schweregefühl in dem betroffenen Bein, sowie eine Schwellung, Überhitzung und Blauverfärbung sein. Die Thrombose stellt ein relativ häufiges Ereignis dar. Durch die Gefäßverengung, die durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) hervorgerufen wird, kommt es zu einer mangelhaften Durchblutung von Arterien. Der Thrombus kann sich aber auch bevorzugt in einer tiefen Beinvene im Bereich des Unterschenkels bilden. Löst er sich von der Gefäßwand und gelangt mit dem Blutfluss in die Lunge, kann er dort ein Gefäß blockieren. (Lungenembolie). Ist eine große Lungenarterie betroffen, kann dies zum Sekundenherztod führen.

Häufigkeit

Im Jahr erkranken zirka 90 bis 130 pro 100.000 Menschen an einer akuten tiefen Venenthrombose. Besonders häufig sind bettlägerige Personen, etwa nach Operationen, betroffen aber auch Reisende, die lange Zeit im Auto oder Flugzeug sitzen und sich nicht oder kaum bewegen. Übergewicht erhöht das Risiko zusätzlich. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Thrombose. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Warum bildet sich ein Thrombus?

Es gibt einige Risikofaktoren, die die Entstehung begünstigen können:

  • Schädigung der Gefäßwand: etwa durch ein Trauma, einen Unfall, durch Operationen -  oft werden hier auch Gefäßwände verletzt
  • Verlangsamung des Blutstroms: Dazu kommt es bei Immobilisation/Bettlägerigkeit, bei längeren Flug-, Busreisen, Ruhigstellung des Beines beispielsweise durch einen Gips
  • Erhöhte Gerinnungsbereitschaft durch eine angeborene Erkrankung: Dies führt dazu, dass sich Thromben viel leichter bilden als bei einem gesunden Menschen, da das System im Körper, dass für die Blutgerinnung zuständig ist falsch reguliert ist
  • Eine erhöhte Zähigkeit des Blutes: Dadurch kommt es zu einer langsameren Fließgeschwindigkeit des Blutes, etwa durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr
  • Einnahme von der Antibaby-Pille: vor allem bei Kombination von Pille und Nikotinkonsum
  • Wiederholtes Auftreten von Thrombosen: Hatte man in der Vergangenheit bereits eine Thrombose, ist das Risiko erhöht, dass sich erneut eine bildet
  • Tumoren: vor allem Tumoren in der Lunge oder Bauchgegend
  • Herzkrankheiten: wie Herzinsuffizienz, Erkrankungen des Herzmuskels

Symptome

Folgende Beschwerden sind Anzeichen für eine mögliche Thrombose:

  • Schweregefühl im betroffenen Bein
  • Dumpfe, ziehende, meist muskelkaterartige Schmerzen im ganzen Bein
  • Bläuliche bis violette Verfärbung der betroffenen Hautregion
  • Schwellung des betroffenen Gewebes (Ödem), die zuerst nur im Bereich des Knöchels auftreten kann, sich dann aber auf das ganze Bein ausbreitet

Verlauf

Wird eine Thrombose rechtzeitig erkannt und behandelt, kommt es in den meisten Fällen zu keinerlei Komplikationen oder bleibenden Schäden. Eine spät erkannte oder unbehandelte Thrombose kann in harmlosen Fällen zu Krampfadern führen, es kann aber auch zur gefürchteten Lungenembolie kommen.

Diagnose

Die Diagnose der Thrombose wird anhand mehrerer Verfahren gestellt. So gibt es bestimmte Zeichen, die auf eine Thrombose hinweisen (Wadenschmerz, Fußsohlenschmerz, bestimmte Druckschmerzpunkte), die vom Arzt getestet werden und  dazu dienen das Ausmaß der Thrombose festzustellen. Anschließend kann eine Duplexsonografie durchgeführt werden, bei welcher die Komprimierbarkeit der Venen untersucht wird. Wenn mit der Duplexsonographie keine sichere Diagnose möglich ist - was ganz selten vorkommt - wird eine Phlebografie durchgeführt. Zum Ausschluss einer Strahlenbelastung- zum Beispiel bei Schwangeren - kann im Einzelfall auch eine Magnetresonanzuntersuchung durchgeführt werden.

Therapie

Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Heparin. Seit kurzer Zeit stehen auch neue Medikamente zur Verfügung welche geschluckt werden können, sodass keine Injektion mehr notwendig ist

Was kann der Betroffen zusätzlich tun?

  • Risikofaktoren aktiv minimieren: Dazu zählen Gewichtsreduktion und Vermeiden von Rauchen. Der Verzicht auf Nikotin ist deshalb so wichtig, da es eine gefäßschädigende Wirkung aufweist. Durch den Zigarettenkonsum wird der gefäßschädigende Stoff Kohlenmonoxid inhaliert.
  • Einnahme von Medikamenten: Ist die Bewegung für einen längeren zeitraum eingeschränkt (Gips, Bettlägerigkeit), sollte mittels Blutgerinnungshemmern vorgebeugt werden.
  • Ausreichend Bewegung: dazu zählen vor allem Ausdauersportarten, wie Joggen, Wandern, Walken, Schwimmen und Spazieren gehen. Die Beine können auch öfter hochgelagert werden, da so der Blutfluss von den Füßen zum Herzen unterstützt wird. Zehengymnasik ist ebenfalls vorteilhaft, da so die "Venenpumpe" aktiviert wird. Die Übungen hierbei sind sehr einfach und lassen sich überall leicht zwischendurch einbringen. Es genügt schon ein leichtes Auf- und Abbewegen, sowie kreisen der Fußspitzen. Auch Wechselduschen beugen Venenleiden vor. So sollten die Beine abwechselnd kalt und warm geduscht werden.
  • Viel trinken: Bei der Ernährung sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, um das Blut flüssig zu halten. Tierische Fette sollten reduziert werden und der Anteil an Obst und Gemüse erhöht.

Fragen an den Arzt

  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich erneut eine Thrombose bekomme?
  • Was kann ich tun um mein Risiko zu senken?
  • Stellen Krampfadern ein Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose dar?
  • Wie lange muss ich Blutverdünner einnehmen, welche Nebenwirkungen können auftreten?
  • Ich bin schwanger, ich hatte schon eine Thrombose, was muss ich beachten?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Erich Minar

Facharzt für Innere Medizin, Gefäßspezialist, Wien

www.gefaesserkrankung.at

Quellen

ICD-10: I80.-

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