Tattoo entfernen

Ein Tattoo wird enternt
Die Entfernung eines Tattoos erfordert mehrere Behandlungen. (mkrberlin - Fotolia.com)

Früher stolz getragen - heute ist es peinlich? Schätzungsweise jeder 5. Österreicher ist tätowiert, aber nicht jeder, der sich früher ein Tattoo zugelegt hat, ist im späteren Leben noch glücklich damit.

Sei es der Name einer vergangenen Liebe, ein unschön gestochener Körperschmuck oder die Bewerbung bei der Exekutive, es gibt viele Gründe, warum man ein Tattoo wieder entfernen lassen möchte. Eine Möglichkeit zur Entfernung einer ungeliebten Tätowierung ist die Lasertherapie. Der Erfolg der Laserbehandlung ist dabei abhängig von verschiedenen Faktoren, wie z. B. der Farbe und der Größe des Tattoos.

Wem nützt eine Tattoo-Entfernung?

Tätowierungen gelten nicht erst seit den neunziger Jahren als trendiges Modeaccessoire, lässiger Körperschmuck oder gehören zu einem wilden Lifestyle. Seit vielen Jahrhunderten gilt es bei Naturvölkern als Zeichen der Stammeszugehörigkeit oder als Schutzsymbol. Tätowierungen wurden aber auch als Ausdruck der Religionszugehörigkeit eingesetzt. Doch nicht jeder, der sich in seiner Jugend ein Tattoo zugelegt hat, ist Jahre später noch glücklich darüber. Der Gründe für eine Entfernung des ungeliebten Tattoos sind deshalb vielfältig:

  • Berufliche Einschränkungen: Auch wenn der Arbeitgeber Tattoos nicht verbieten darf, kann in konservativen Berufen ein auffälliger oder offensichtlicher Körperschmuck Probleme verursachen
  • Tattoos als "Jugendsünde": eine Tätowierung im jungen Alter gefällt vielleicht nach 20 Jahren nicht mehr
  • Entfernung von Schmutztätowierungen, z. B. nach Explosions- oder Abschürfungsverletzungen
  • Entfernung von Permanent Make Up

Was passiert bei der Laserbehandlung?

Eine Tätowierung mittels Lasertechnologie entfernen zu lassen, gilt als sicher und effektiv, erfordert aber mehrere Behandlungen. Deshalb sollte im Hinterkopf folgendes behalten werden: "Tätowierungen sind keine Abziehbilder, ein Laser ist kein Radiergummi".

Für die Entfernung mittels Laser stehen verschiedene Laserarten zu Verfügung. Am häufigsten eingesetzt werden der Nd:YAG Laser, der Rubinlaser und der Alexandrit Laser. Vor dem Eingriff werden, je nach Tattoo Farbe, der passende Laser und die Eindringtiefe des Laserstrahls ermittelt. Der Effekt einer Laserbehandlung liegt darin, dass sich die Eigenschaften der Farbpigmente des Tattoos ändern. Nach mehreren Wochen ist bereits meist eine Aufhellung sichtbar.

Damit mögliche auftretende Schmerzen während des Laserns nicht zu stark werden, kann bei Bedarf zuerst eine betäubende Creme auf die Hautstelle aufgetragen werden. Danach wird das Handstück des Lasers senkrecht zur Hautoberfläche gehalten und der Vorgang des Laserns kann beginnen. Dabei zerkleinert der Laser die in der Haut eingeschlossenen Farbpigmente, wodurch diese dann über die Lymphbahn abtransportiert werden können.

Unmittelbar nach dem Lasereingriff ist meist eine erste vorübergehende Aufhellung sichtbar, in einzelnen Fällen sind an der Stelle punktförmige Blutungen zu sehen. Um eine Wundinfektion zu vermeiden, wird das behandelte Hautareal mit einem desinfizierenden Wundverband abgedeckt.

Wie oft muss der Vorgang des Laserns wiederholt werden?

Der Erfolg des Laserns ist von einigen Faktoren abhängig:

  • Welche Farben wurden beim Tätowieren eingesetzt?
  • Wie ist die chemische Zusammensetzung der Tattoo-Pigmentmischung?
  • Wie viel Farbe ist in der Haut?
  • Ist es ein- oder mehrfarbig?
  • Ist es eine Profitätowierung oder ein Tattoo von einem Laien?
  • Ist es ein Laien-Tattoo?
  • Wie tief wurde das Tattoo gestochen?
  • An welcher Stelle liegt das Tattoo?
  • Wie als ist die Tätowierung?
  • Wie gut sind die Hautverträglichkeit der Laserbehandlung und die Wundheilung?

Schwarze, schwarzblaue und braune Tätowierungen sprechen allgemein gut auf die gängigen Lasersysteme an. Die Entfernung mehrfarbiger Tätowierungen ist hingegen nicht so einfach, da sie unterschiedlich auf eine Laserbehandlung ansprechen. Violett, gelb und weiß können meist weniger zufriedenstellend entfernt werden.

Erfahrungsgemäß dauert eine Tattoo Entfernung mittels Laser bei Profitätowierungen länger, als bei Laientätowierungen. Wie viele Nachbehandlungen notwendig sind, ist individuell unterschiedlich, einzelne Sitzungen sollten im Abstand zwischen vier und sechs Wochen durchgeführt werden.

Was müssen Sie nach einer Laserbehandlung beachten?

Eine passende Wundversorgung ist das A und O. Da es während des Heilungsprozesses zu einer Krustenbildung kommen kann, wechseln Sie am besten täglich den Wundverband und verwenden Sie zum Beispiel desinfizierende Salben, um Wundinfektionen zu vermeiden. Verzichten Sie außerdem vorerst auf Sonnenbäder, Solarium- und Saunabesuche.

Wer führt eine Lasertherapie durch?

Eine Anlaufstelle für die Entfernung eines Tattoos sind Laserinstitute mit Ärzten, die Lasererfahrung haben bzw. der Hautarzt. Eine Laserbehandlung sollte immer von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden, da Begleitreaktionen und Nebenwirkungen z. B. Allergien, nicht im Vorfeld ausgemacht werden können. Eine Patientenaufklärung vor dem Eingriff über Risiken, Nebenwirkungen und Verhaltensregeln ist sehr wichtig.

Wo liegen die Grenzen des Lasereingriffs?

Da die Haut nach dem Lasern empfindlich ist, kann es zu verschiedenen Hautreaktionen kommen: Quaddeln, punktförmige Blutungen, Bläschen, Krustenbildung oder eine Depigmentierung der Hautstelle können auftreten. Auch allergische Reaktionen auf ältere Farbpigmente, welche Quecksilber, Kadmium, Chrom oder Kobalt enthielten, sind möglich.

Das Risiko einer Narbenbildung ist bei einer korrekt durchgeführten Laserbehandlung und einer passenden Wundnachsorge sehr gering. Beim Tätowieren entstandene Narben werden allerdings oftmals erst nach der Lasertherapie sichtbar.

Welche anderen Möglichkeiten zur Entfernung einer Tätowierung gibt es?

  • Chirurgische Entfernung
  • Abschleifen der Hautschicht (Dermabrasion)
  • Chemische Entfernung

Kosten & Krankenkasse

Wie viel eine Tattoo-Entfernung kostet, ist abhängig von der Art, der Größe, der Farbe und des Alters des Tattoos. Die Kosten für die Entfernung einer Tätowierung müssen selbst getragen werden, die Krankenkassen übernehmen diese nicht.

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Dr. András Cseh

Assistenzarzt Dermatologie. Laserspezialist. Wien

Website

Quellen

  • Lasertherapie der Haut, C. Raulin et al, Springer Verlag, 1. Auflage, Berlin Heidelberg, 2013

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