Sonnenbrand

Jeder Sonnenbrand schädigt die Haut nachhaltig

Mann cremt seinen Sonnenbrand ein.
Sonnenschutzmittel sollten vor dem Sonnenbrand angewendet werden um die Entstehung Hautkrebs vorzubeugen. (Rostislav Sedlacek - Fotolia.com)

Sonnenbrand ist eine akute Entzündung der Haut nach Einwirkung von Sonnenstrahlen ohne ausreichenden Schutz. Jeder 2. ist öfter als einmal im Jahr von einem Sonnenbrand betroffen. Einige Stunden nach dem Sonnenbad treten die typischen schmerzhaften Rötungen und in schwerwiegenden Fällen auch Blasen auf.

Je öfter die Haut durch den unachtsamen Umgang mit der Sonne in Mitleidenschaft gezogen wird, desto höher ist das Risiko, als Spätfolge an Hautkrebs zu erkranken. Vor Sonnenbrand schützen in erster Linie Vermeidung praller Sonne und entsprechende Kleidung, aber auch Lichtschutzmittel wie Sonnencremes, -lotionen und -sprays. Eine sofortige Behandlung von Sonnenbrand mit kühlenden Cremes hilft, die Beschwerden zu lindern. Sind große Flächen betroffen oder gar Blasen entstanden, ist ärztliche Beratung und eine entzündungshemmende Therapie sinnvoll.

Häufigkeit und Krebsgefahr

Sonnenbrand tritt besonders häufig bei Menschen von hellem Hauttyp (sogenannte Hauttypen I und II, das sind Menschen, die in der Sonne gar nicht oder nur wenig braun werden) auf. Bei Personen, die gut bräunen (Hauttypen III und IV), ist die Gefahr eines Sonnenbrandes eher gering, bei Menschen mit von Natur aus dunkler Haut kommt er fast gar nicht vor. In Österreich kommen die Hauttypen II und III am häufigsten vor. Jeder Zweite holt sich mindestens einmal jährlich einen Sonnenbrand. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Lauf des Lebens zur Entstehung eines Melanoms, dem "schwarzen Hautkrebs", kommt, erhöht sich mit jedem Sonnenbrand, vor allem wenn er in der Kindheit und Jugend auftritt. Bei den nicht-melanozytären Hautkrebsarten (sog. "weißer Hautkrebs") sind es weniger die Sonnenbrände als eher die dauernde, lebenslange Sonneneinstrahlung z.B. in Gesicht und Handrücken, die das Risiko bestimmt.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Die normale Reaktion der Haut auf Sonne ist Bräunung, was eine Schutzreaktion der Haut darstellt. Die Bräunung entsteht dadurch, dass durch UV-Strahlen die Pigmentzellen der Haut (Melanozyten) angeregt werden, einen braunen Farbstoff, das Melanin, zu bilden, das sich in den obersten Hautschichten verteilt und als natürlicher Sonnenschutz wirksam ist. Ist nicht genug Sonnenschutz vorhanden - durch fehlendes Melanin oder nicht ausreichende Schutzmaßnahmen - können die UV-Strahlen zu einer Schädigung der Haut führen, die sich als Sonnenbrand bemerkbar macht. Unbemerkt kommt es gleichzeitig auch zu Schäden der Erbsubstanz in den bestrahlten Hautzellen, die - wenn sie sich über Jahre hinweg ansammeln - den Ausgangspunkt für die Entstehung von Hautkrebs bilden.

Ein Sonnenbrand entsteht, wenn ein Hautareal einem Übermaß an UV-Strahlen ausgesetzt wird - egal, ob es sich dabei um Sonnenlicht oder künstliche Strahlungsquellen im Solarium handelt. Sonnenbrand tritt nur auf den Hautstellen auf, die von den Strahlen getroffen wurden und weitet sich nicht auf andere Körperregionen aus. Die typischen Hautrötungen des Sonnenbrands beginnen erst 3-5 Stunden nach Bestrahlung und erreichen ihr Maximum nach etwa 12 Stunden, bevor sie sich langsam wieder zurückbilden. Im Gegensatz zu einer Verbrennung, bei der die Schmerzrezeptoren durch die Hitzeeinwirkung sofort aktiviert werden, liegt das daran, dass sich nach zu starker UV-Bestrahlung zuerst eine Entzündungsreaktion entwickeln muss, bevor der Schaden fühl- und sichtbar wird. Durch die Entzündung erweitern sich die oberflächlichen Blutgefäße in der Haut, die Durchblutung verstärkt sich und die Haut erscheint rot und warm.

Symptome eines Sonnenbrands:

  • scharf begrenzte, schmerzende und entzündete Hautrötungen (Erytheme) (schwacher Sonnenbrand)
  • zusätzliche Blasenbildung mit starken Schmerzen und Nässen bei Platzen der Blasen (schwerer Sonnenbrand)
  • Bindehautentzündung bei starker Sonneneinstrahlung in das ungeschützte Auge
  • bei ausgedehnten, großflächigen Sonnenbränden auch erhöhte Körpertemperatur
  • bei einem schweren Sonnenbrand ist es dringend zu empfehlen, einen Arzt aufzusuchen!

So entwickelt sich ein Sonnenbrand:

Sonnenbrand-Phasen

Zeitraum

Erste Hautrötungen

3 - 5 Stunden nach Sonneneinwirkung sichtbar

Maximum des Sonnenbrands

12 - 24 Stunden nach Sonneneinwirkung

Rückbildung des Sonnenbrands

48 - 72 Stunden nach der Sonneneinwirkung mit Abschuppen und nachfolgender Bräunung

 

 Abgrenzung zu Sonnenstich (Hitzeschaden)

Unabhängig vom Sonnenbrand kann es bei zu langem, ungeschütztem Aufenthalt in der prallen Sonne zu einer generellen Überwärmung des Körpers, vor allem des Gehirns, kommen. Verantwortlich dafür ist die Wärmestrahlung der Sonne und nicht, wie beim Sonnenbrand, die UV-Strahlen. Wenn es in der Hitze zu Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Herzrasen kommt, kann ein Sonnenstich vorliegen und es sollte unbedingt Kühlung, Flüssigkeitszufuhr und ärztliche Hilfe gesucht werden. Die schwerste Form des Hitzeschadens ist der Hitzeschlag mit Fieber, Krämpfen und Bewusstlosigkeit.

Spätfolgen von Sonnenbrand können sein:

  • dauerhafte Pigmentierungsstörungen wie weiße oder braune Flecken (Depigmentierungen bzw. Hyperpigmentierungen)
  • an Stellen mit Blasenbildung Abheilung mit flachen Narben
  • vermehrtes Auftreten von Muttermalen (bei Sonnenbränden in der Kindheit)
  • Erhöhung des Risikos für maligne Melanome (schwarzen Hautkrebs).

Hautpflege

Beginnt die Haut sich nach dem Sonnenbrand zu schuppen und abzulösen, signalisiert das den natürlichen Heilungsprozess der Haut. Bei der Pflege dieser Hautbereiche sollte das Auftragen fettiger Salben vermieden und eher kühlende, feuchtigkeitsspendende Lotionen verwendet werden.

Diagnose

Ein Sonnenbrand sieht einer Verbrennung 1. bis 2. Grades ähnlich. Aufgrund der Dauer der vorangegangenen UV-Exposition, dem zeitlichen Ablauf der Symptome sowie des scharf abgegrenzten, geröteten Hautbereichs ist die Diagnose für Betroffene und Ärzte leicht zu stellen.

Therapie

Bei einem leichten Sonnenbrand empfehlen sich zur lokalen Behandlung kühlende Cremes oder Lotionen, die meist ausreichen, um die Beschwerden zu lindern. Kortisoncremes oder andere entzündungshemmende Behandlungen sind meist nicht erforderlich. Wurde die Haut durch die Sonneneinstrahlung besonders stark geschädigt (Blasenbildung, starke Schmerzen), sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kühlende Cremes mit Kortison in Kombination mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Diclofenac, Indometacin und Acetylsalicylsäure können Abhilfe schaffen und den Krankheitsverlauf etwas verkürzen.

Vorbeugen ist besser als behandeln

Reagiert die Haut bei Sonnenbestrahlung besonders empfindlich oder ist sie einer besonders starken Strahlung ausgesetzt, sollten vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Sensible Bereiche wie Stirn, Ohren, Nasenrücken sowie Unterlippe benötigen besonderen Schutz. Zudem sind Kinder besonders gefährdet; ihre empfindliche Haut muss entsprechend gut geschützt werden.

In erster Linie soll der Sonnenschutz durch Vermeidung direkter Einstrahlung (kein "Sonnenbad", Aufenthalt im Schatten) und geeignete Kleidung (vor allem das Tragen einer Kopfbedeckung mit Krempe oder Schirm ist wichtig) erfolgen. Kleidung bietet umso besseren Schutz, je dichter der Stoff gewebt ist. Auch auf Sonnenbrillen zum Schutz der Augen darf nicht vergessen werden. Wichtiger Schutz gegen Sonnenbrand ist auch die Verwendung von Lichtschutzmitteln. Der Lichtschutzfaktor soll je nach Stärke der Belastung, eigener Empfindlichkeit und Körperregion ausgewählt werden. Bei sachgemäßer Anwendung ist die Wirksamkeit der Produkte zur Sonnenbrandvermeidung sehr hoch, so blockiert eine Sonnencreme mit einem LSF von 20 bereits 95 % der UVB-Strahlen. Ein 100-prozentiger Schutz ist mit keiner Maßnahme erreichbar und auch nicht sinnvoll, da man die positiven Seiten der Sonneneinstrahlung für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden bei allen damit verbundenen Gefahren nicht vergessen sollte.

Fragen an den Arzt

  • Welcher Lichtschutzfaktor ist für mich der richtige?
  • Ich habe einen Sonnenbrand - Was soll ich auf meine Haut auftragen?
  • Mein Sonnenbrand schmerzt - Welche Salbe/Creme darf ich auftragen?
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Franz Trautinger

Leiter der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten Landesklinikum St. Pölten

Quellen

  • Dermatologie, I. Moll (Hg.), Georg Thieme Verlag KG, 7. Auflage, Stuttgart, 2010
  • Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin - Klinik, Diagnose, Therapie, D. Abeck, Springer Verlag GmbH, Heidelberg, 2010
  • Hautkrankheiten - Symptome, Therapie, Beratung, Y. Adler, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 1. Auflage, Stuttgart, 2012
  • Dermatologie - Lehrbuch und Atlas, G. Rassner, Urban & Fischer Verlag, 9. Auflage, München, 2009

ICD-10: L55.0, L55.1, L55.2, L55.8