Sonnenallergie (Photodermatose)

90 % aller Sonnenallergien zeigen sich nach einigen Stunden auf der Haut.

Frau liegt in Pavillon in Bauchlage und liest ein Buch - vor ihr liegt ein Sonnenhut - sie schützt sich vor einer Sonnenallergie im Schatten.
Ein langsame Gewöhnung an Sonnenstrahlen, um sich vor Sonnenallergie zu schützen, ist z.B. im Schatten möglich. (Sven Vietense - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Gesund im Sommer, Hautschutz im Sommer
Der Begriff "Sonnenallergie" (Photodermatose) ist ein Überbegriff für verschiedene Hautsymptome, die alle eines gemeinsam haben: Sie werden durch UVA-Strahlen hervorgerufen. Sonnenallergie ist eine Überempfindlichkeit gegenüber UVA-Licht.

Bei 90 % aller auftretenden Sonnenallergie-Formen, der polymorphen Lichtdermatose, zeigen sich schon nach einigen Stunden in der Sonne rote, juckende Bläschen, die wieder abheilen. Bei anderen Formen kann es zu einer starken Pigmentierung der Haut kommen, die bleibt. Treten Symptome einer Sonnenallergie auf, ist es wichtig, Sonnenkontakt sofort zu meiden. Einmal eine Sonnenallergie zu haben heißt nicht automatisch, dass bei jedem Sonnenkontakt eine Sonnenallergie auftritt. Betroffene sollten ihre Haut langsam durch Sonnenschutzmaßnahmen an UV-Licht gewöhnen, um das Risiko für eine Sonnenallergie gering zu halten.

Häufigkeit

Etwa 10 bis 20 % der Bevölkerung sind von einer Form der Sonnenallergie betroffen. Frauen erkranken häufiger als Männer. Die polymorphe Lichtdermatose ist mit 90 % die häufigste Form der Sonnenallergie. Während sie erstmals eher im jungen Erwachsenenalter und bei Kindern auftritt, sind von photoallergischen Reaktionen eher Personen mittleren und älteren Alters betroffen.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Die genauen Ursachen für das Auftreten einer Sonnenallergie sind nicht geklärt. Bekannt ist lediglich, dass UV-A-Licht der Auslöser ist (Sonne und Solarium). Eine Sonnenallergie ist keine typische Allergie wie z.B. eine Pollenallergie. Die Sonnenallergie ist eigentlich ein im Volksmund gebräuchlicher Überbegriff für eine Reihe von Hautveränderungen, die durch Sonnenlicht ausgelöst werden.

Eine Sonnenallergie tritt meist auf, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist und übermäßigem Sonnenlicht ausgesetzt wird.

Polymorphe Lichtdermatose

Die polymorphe Lichtdermatose ist die häufigste Form der "Sonnenallergie" und betrifft ausschließlich sonnenbestrahlte Haut, die noch nicht an die Sonne gewöhnt ist. Dekolleté, Außenseiten der Arme, Handrücken, Beine sowie Gesicht sind am häufigsten betroffen. Juckreiz, fleckige Hautrötungen (Erytheme) sowie leicht erhabene Flecken (Papeln und Plaques), Bläschen oder Knötchen auf der betroffenen Hautstelle treten erst einige Stunden oder Tage nach der Sonnenbestrahlung auf. Wird Sonnenkontakt gemieden, verschwinden diese Symptome üblicherweise schnell wieder.

Mallorca-Akne als Sonderform der Polymorphen Lichtdermatose

Sommerakne (Mallorca-Akne) ist eine Sonderform der polymorphen Lichtdermatose. Sie wird ausgelöst durch fetthaltige Sonnenschutzmittel oder körpereigenen Talg und UV-A-Licht. Einige Tage nach dem Sonnenkontakt macht sie sich mit Juckreiz und Akne-ähnlichen Pusteln bemerkbar.

Photoallergische Reaktion

Ausgelöst wird sie durch photoallergisch wirksame Medikamente. An den sonnenexponierten Hautstellen bilden sich Bläschen und möglicherweise auch Ödeme, es können Hautrötungen, Schuppung, ggf. Knötchen und Bläschen sowie Juckreiz entstehen. Eine photoallergische Reaktion tritt 1 bis 3 Tage nach dem Sonnenkontakt auf.

Phototoxische Reaktion

Einige Medikamente sind dafür bekannt, in Kombination mit Sonnenlicht eine allergische Reaktion auszulösen (z.B. Psoralene, Johanniskrautöl). Auf der Haut zeigt sich eine Sonnenbrand-ähnliche Reaktion. Häufig bilden sich auch Ödeme sowie kleinere oder größere Blasen. Die Reaktion ähnelt einer verstärkten Sonnenbrand-Reaktion. Wie stark eine phototoxische Reaktion ist, hängt von der Stärke und Länge der Sonneneinstrahlung auf die Haut und der Dosis des auslösenden Medikaments ab.

Lichturtikaria

Die Lichturtikaria ist eine äußerst seltene, aber gefährliche Form der Sonnenallergie. Innerhalb weniger Minuten nach Sonnenkontakt entstehen Hautrötungen, Juckreiz und Urticaria (Nesselsucht). Sind große Hautbereiche betroffen, kann auch der Blutdruck abfallen, der Patient kann kollabieren bzw. das Bewusstsein verlieren.

Diagnose

Bei einem Verdacht auf eine Sonnenallergie sieht sich der Arzt zunächst die Krankengeschichte an und erkundigt sich nach Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme sowie wann welche Symptome aufgetreten sind. Wichtig ist es daher, dass Sie möglichst bald nach dem Auftreten der Hautreaktion einen Arzt aufsuchen, denn wenn die Symptome schwächer oder ganz abgeklungen sind, ist es schwieriger, eine Diagnose zu stellen.

Mittels Photo-Patchtest kann bei einer photoallergischen Reaktion die auslösende Substanz identifiziert werden. Das ist ein Test, bei dem mögliche Auslöser auf den Rücken aufgetragen und anschließend mit UV-Licht bestrahlt werden.

Therapie

Nachdem eine Sonnenallergie aufgetreten ist, sollte man für einige Tage Sonnenbestrahlung vermeiden. Ist dies nicht möglich, sollten Sie darauf achten, Sonnenschutzmittel mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden. Es gibt auch spezielle Sonnencremen, die auf die Bedürfnisse von Haut, die zu Sonnenallergien neigt, abgestimmt sind. Bei photoallergischen oder phototoxischen Reaktionen ist es außerdem wichtig, die auslösende Substanz ausfindig zu machen (Photo-Patchtest) und künftig zu meiden.

Kühlende Umschläge, entzündungshemmende Cremen und leichte Kortikosteroide können akute Symptome lindern. Antihistaminika helfen, den Juckreiz zu stillen.

Was kann der Betroffene tun?

Treten Symptome einer Sonnenallergie auf, ist es wichtig, Sonnenkontakt zu vermeiden.

Ist bereits einmal eine Sonnenallergie aufgetreten, sollten Sie Sonnenlicht so weit wie möglich meiden. Immer ist das natürlich nicht möglich. Ausreichender Sonnenschutz in Form von Sonnencremes, Kleidung und Kopfbedeckung trägt dazu bei, eine Sonnenallergie zu vermeiden. Im Frühling und Frühsommer ist es außerdem wichtig, dass Sie Ihre Haut durch Sonnenschutzmaßnahmen (siehe Link) langsam an das Sonnenlicht gewöhnen.

Medikamente zur Vorbeugung einer Sonnenallergie gibt es nicht. Dennoch gibt es einige Punkte, die Sie beachten können, falls bei Ihnen schon mal eine Sonnenallergie aufgetreten ist.

  • Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die Sonne
  • Meiden Sie intensive Mittagssonne
  • Verwenden Sie Sonnencreme aus der Apotheke mit hohem Lichtschutzfaktor und UVA-Schutz
  • Einigen Betroffenen hilft die Einnahme von Beta-Carotin zur Vorbeugung

Fragen an den Arzt

  • Wenn ich einmal eine Sonnenallergie habe, wird sie dann bei jedem Kontakt mit der Sonne auftreten?
  • Wie lange muss ich beim Auftreten einer Sonnenallergie den Kontakt mit der Sonne meiden?
  • Bleiben bei der Sonnenallergie Narben bestehen?
  • Wie lässt sich eine Sonnenallergie therapieren?
  • Wie kann ich eine Sonnenallergie in Zukunft vermeiden?
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Ichiro Okamoto

Hautarzt

www.hautarztokamoto.at

Gesundheitskompass

Quellen

ICD-10: L56.4, L56.0, L56.1, L56.2, L56.3

Mehr zum Thema