Schuppenflechte

Schuppenflechte ist belastend, aber nicht ansteckend

Schuppenflechte (Psoriasis): Person mit von Schuppenflechte befallenen Ellenbogen
Psoriasis: Erkrankte empfinden die Schuppenflechte oft als psychische Belastung. (Farina3000 - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Psoriasis Arthritis

Etwa jedem 50. Österreicher macht Schuppenflechte (Psoriasis) zu schaffen. Diese chronische Erkrankung ist oft sehr belastend. Sie verläuft schubartig, die Haut ist sichtbar gerötet und schuppt.

Dazu kommt, dass etwa jeder 5. Psoriatiker eine Gelenksentzündung (Psoriasis Arthritis) entwickelt. Den Betroffenen stehen zahlreiche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die die Erkrankung lindern können. Individuell abgestimmte Hautpflege und ein möglichst stressarmer Alltag beeinflussen das Hautbild positiv. Eine vollständige Heilung gibt es nicht, aber durch moderne Therapien ist die Schuppenflechte gut behandelbar. Schuppenflechte kann sich auf den Ellbogen, den Knien, den Beinen, in der Kreuzregion auf der Kopfhaut bilden.

Übersicht

Wie häufig tritt Schuppenflechte auf?

In Österreich sind rund 300.000 Menschen von Schuppenflechte betroffen. Zirka 4 von 5 Psoriasispatienten haben eine sogenannte Psoriasis vulgaris oder Psoriasis vom Plaque-Typ (Verhornungen der Haut), etwa jeder 5. eine Psoriasis vom pustulösen Typ (Eiterbläschen-Ausschlag). Die Erkrankung kommt bei Männern wie Frauen gleich häufig vor.

Kinder von Psoriatikern bekommen etwas häufiger auch Psoriasis als Kinder anderer Eltern. Hat ein Elternteil Psoriasis ist das Risiko bis zu 25 % erhöht, sind zwei Elternteile betroffen ist das Schuppenflechte-Risiko bis zu 75 % erhöht. Meist tritt die Psoriasis erstmals im Alter zwischen 15 und 25 Jahren auf oder im Alter über 40, aber das ist nur eine grobe Regel. Einzelfälle finden sich in jedem Alter.

Ursachen/Symptome/Verlauf von Schuppenflechte

Sehr grob gesprochen ist die Psoriasis im Wesentlichen eine Entzündung der Haut und eine "falsche" Antwort des Immunsystems, die wiederum zu einer "Überproduktion" von Hautzellen oder den Pusteln führt. Manchmal kann die Entzündung zusätzlich auch andere Körperteile betreffen, darunter am häufigsten die Gelenke (Psoriasis Arthritis). Zahlreiche "Triggerfaktoren" wie eine mechanische oder chemische Belastung der Haut, Infektionskrankheiten, Stress, bestimmte Medikamente und Alkohol spielen beim Auslösen der Krankheit, aber auch bei Krankheitsschüben (plötzlichen Verschlechterungen) eine Rolle.

Psoriasis vulgaris Symptome

Juckende rote Hauflecken, über denen sich mit der Zeit eine verhornte Schicht bildet (Plaque). Diese Flecken können sehr klein bis sehr groß sein und manchmal auch "zusammenfließen", also ineinander übergehen. Nach vorsichtiger Ablösung der  schuppigen Auflagerung kommt es zu punktförmigen Blutungen

Psoriasis pustulosa Symptome

Kleine Eiterbläschen (Pusteln) und/oder ein großes Hautareal rötet sich.

Die verschiedenen Formen können dabei ineinander übergehen und die Größe und Zahl der betroffenen Stellen ändert sich oft - nicht zuletzt mit der Therapie oder mit neuen Schüben. Auch die Finger- und Fußnägel können betroffen sein.

Etwa 1 von 5 Psoriasispatienten (aller Typen) entwickelt eine Psoriasis Arthritis, bei der die Gelenke (meist der Finger und/oder der Zehen) entzündet sind. Sie werden rot, geschwollen, heiß und schmerzhaft und sind am Morgen oft steif.

Heutzutage weiß man, dass Schuppenflechte eine Systemerkrankung ist, und dass auch andere Organe betroffen sein können, wie Gelenke und das Herz-Kreislaufsystem. Dass auch Krankheiten wie Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes mellitus bis hin zu psychischen Krankheiten entstehen können, ist eine Erkenntnis der letzten Jahre.

Die Diagnose stellt der Hautarzt durch Begutachtung der betroffenen Hautstellen. Ist die Diagnose nicht sicher, kann eine Hautbiopsie durchgeführt werden, bei der ein kleines Stückchen Haut rausgeschnitten wird, um es näher zu untersuchen und sicherzustellen, dass es sich um keine andere Krankheit handelt (etwa eine Pilzinfektion oder eine andere Hautflechte).

Therapie der Schuppenflechte

Lokale Präparate

Wie bei den meisten Hautkrankheiten stützt sich die Therapie auf Salben, Cremes und Lotionen, die auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind entzündungshemmende Kortikosteroide, wachstumshemmende Vitamin-D-Analoga oder die ebenfalls das Wachstum der Zellen hemmenden Wirkstoffe Dithranol und ev. Tazaroten.

Phototherapie

Photoherapie mit ultraviolettem Licht - unter Umständen in Kombination mit Tabletten, die die Lichtwirkung unterstützen, oder mit Bädern in Salzwasser (Sole) - sind eine weitere Therapiemöglichkeit.

Systemische Therapie

Bei schwereren Fällen kommen Wirkstoffe wie Acitretin, Methotrexat
und Ciclosporin zum Einsatz.

Biologika

Bei diesen Systemischen Therapien sind Voruntersuchungen notwendig – Biologika sind für mittelschwere bis schwere Fälle gedacht. Die Therapie muss regelmäßig beim Arzt kontrolliert werden. Sie sind sehr gut wirksam auf die Schuppenflechte-geplagte Haut und ihre entstandenen Begleiterkrankungen. Bitte besprechen Sie alle Therapien mit dem Arzt, da sich manche untereinander nicht vertragen.

Schuppenflechte: Was kann der Betroffene tun?

Behandeln Sie Ihre Haut gut mit rückfettenden und die Feuchtigkeit erhaltenden Hautpflegemitteln. Das ist die Basistherapie der Psoriasis.

Psoriasis ist oft mit großem Leidensdruck verbunden, weil die Betroffenen sich selbst als unansehnlich ansehen. Gleichzeitig wird von vielen Psoriatikern Stress und psychische Belastung als Auslöser für Psoriasis-Schübe angegeben. Alles, was mehr Selbstbewusstsein, mehr Gelassenheit und mehr Entspannung bringt, ist daher empfehlenswert, ob das nun Entspannungstechniken, eine Psychotherapie, der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder eine andere Methode ist.

Erklären Sie Ihrer Umwelt, was Psoriasis ist. Reagieren Sie etwa auf die fragenden und neugierigen Blicke von Kindern mit einer (möglichst altersgerechten) Erklärung - die meistens gleichzeitig die Eltern dieser Kinder aufklärt.

Alternative Therapien

Planen Sie Ihre Urlaube möglichst am Meer. Sonne und Salzwasser tun der Haut des Psoriatikers gut. Es muss nicht unbedingt das Tote Meer sein, aber dort finden sich auch spezialisierte Kliniken.

Garra rufa, die rötliche Saugbarbe - eine Fischart aus der Familie der Karpfen, die unter anderem in der Region Kangal in der Türkei zu Hause ist -, frisst sehr gerne tote Hautschuppen, lässt lebende Haut aber in Ruhe. Das Gefühl, mit den "Kangalfischen" zu baden, wird meistens als sehr angenehm und entspannend beschrieben. Eine kleine Studie von Wiener Forschern zeigte ein gutes Ergebnis einer Kur mit diesen Fischen, das bei manchen Patienten auch längere Zeit anhält. Andere Experten warnen allerdings davor, dass durch die Fische auch Krankheiten übertragen werden könnten. Schließlich knabbern sie durchaus manchmal "bis aufs Blut". Es empfiehlt sich daher, wenn man eine "Fischkur" machen will, auf die Seriosität, die genaue Anwendung der Fische und die hygienischen Bedingungen des Anbieters zu achten. Heilen können die Fische die Psoriasis sicher nicht.

Fragen an den Arzt

  • Wie wird meine Krankheit voraussichtlich verlaufen?
  • Wie komme ich zu einer Patientenschulung/Psychotherapie/Kur?
  • Welche Hautpflegemittel können Sie empfehlen?
  • Kennen Sie einen seriösen Anbieter der Fischtherapie/eine gute Kurklinik?
  • Wie ist der Verlauf?
  • Wird die Schuppenflechte immer wieder kommen?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

OA Univ.-Doz.

Dr. Paul Sator

Dermatologie

1. Oberarzt der Hautabteilung, KH Hietzing, Wien

Gesundheitskompass Website

Quellen

ICD-10: L40, L40.0, L40.1, L40.2, L40.3, L40.4, L40.8, L40.9

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