Schüßler Salze

Die homöopathische verdünnten Mineralsalze können für kleine und größere Beschwerden eingesetzt werden. (Gerhard Seybert - Fotolia.com)

Schüßler Salze wirken ausgleichend auf Störungen im Mineralstoffhaushalt ein. Ähnlich wie in der Homöopathie sind die Mineralsalze stark verdünnt. Sie sollen die normale Organfunktion wiederherstellen. 

Die Therapie mit Schüßler Salzen gehört zu den komplementären und alternativen Heilmethoden. Sie wurde im 19 Jahrhundert Arzt und Homöopath Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler begründet. Ziel Dr. Schüßlers war es, Störungen des Mineralstoffhaushaltes zu erkennen und durch homöopathische Gaben mit Mineralsalzen die Ordnung im Organismus wiederherzustellen. Es gibt 12 Basismittel und 21 Erweiterungsmittel. Eine Grundversorgung mit Mineralstoffen wird mit Schüßler Salzen nicht erreicht, sie sollen direkt vor Ort wirken. 

Überblick

Wem nützen Schüßler Salze?

Eine Therapie mit Schüßler Salzen soll unter anderem vorhandene Blockaden lösen, die Informationsübertragung verbessern, in den Säure-Basen-Haushalt eingreifen, das Immunsystem  unterstützen und in den Zellstoffwechsel eingreifen.

Eine Anwendung als sanfte Therapie kann unter anderem erfolgen bei

Bei der Therapie mit Schüßler Salzen soll der Mangel, der die Krankheit verursacht, behoben werden. Dazu ist es erforderlich, dass der Mensch als Ganzes gesehen wird. Jeder Teil des Körpers ist mit einem anderen verbunden. Ist man gesund, ist der ganze Körper im Gleichgewicht. Bei einer Erkrankung kommt es zu einer Unordnung im Körper.  

Wie wirken Schüßler Salze?

Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler stellte im 19 Jahrhundert bei seinen Forschungen fest, dass im Körper immer 12 Mineralsalze vorhanden sind. Infolgedessen war er der Meinung, dass diese 12 Salze lebensnotwendig seien. Käme es, seiner Meinung nach, zu einem biochemischen Ungleichgewicht dieser Mineralsalze, entstünden Krankheiten, welche mit der gezielten Gabe homöopathischer Dosen dieser Salze wieder besser würden. Er verdünnte die Mineralsalze homöopathisch, sodass sie besser an ihren Wirkort gelangen sollten.

Schüßler Salze: Antlitz Analyse nach Kurt Hickethier

Laut der Antlitz Analyse nach Hickethier kann der Bedarf an Mineralsalzen an diversen Anzeichen im Gesicht erkannt werden. Dr. Kurt Hickethier entwickelte diese Methode und stellte Rückschlüsse von Glanz, Fältchen oder Färbungen im Gesicht auf die fehlenden Mineralstoffe. Auch ein Belag auf der Zunge soll einen Bedarf ermitteln.

Beispiel Mangel an Nr. 3 Ferrum phosphoricum: Ein Mangel Nr. 3 Ferrum phosphoricum soll durch bläulich bis schwarz gefärbte innere Augenwinkel und durch eine fleckige Gesichtsröte an Ohren, Wangen und Stirn erkennbar sein. 

Was passiert bei der Einnahme von Schüßler Salzen?

Bei dieser Therapieform wird der fehlende Mineralstoff über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen. Seine Wirkung soll sich dabei zwischen den Zellen, der Zellwand und in der Zelle selbst entfalten können. Es gibt von Schüßler eingeführte 12 Basismittel und mittlerweile 21 Erweiterungsmittel. 

  • Nr. 1    Calcium fluoratum
  • Nr. 2.   Calcium phosphoricum
  • Nr. 3    Ferrum phosphoricum
  • Nr. 4    Kalium chloratum
  • Nr. 5    Kalium phosphoricum
  • Nr. 6    Kalium sulfuricum
  • Nr. 7    Magnesium phosphoricum
  • Nr. 8    Natrium chloratum
  • Nr. 9    Natrium phosphoricum
  • Nr. 10  Natrium sulfuricum
  • Nr. 11  Silicea
  • Nr. 12  Calcium sulfuricum    

Schüßler Salze: Was ist der Unterschied zur Homöopathie?

Schüßler Salze

Homöopathie

Bei den Schüßler Salzen werden nur Mineralstoffe  verwendet, die im gesunden Körper ausreichend vorhanden sind. Die Salze enthalten einen jeweils ein saures und ein basisches Element.

Bei der Homöopathie kommen über 2000 verschiedene Substanzen zum Einsatz. Diese können aus Pflanzen, Tieren oder deren Produkten, Metallen, Mineralien oder Säuren bestehen.

Bei den Schüßler Salzen werden die fehlenden Mineralstoffe eingenommen, sie sollen durch physiologische-chemische Vorgänge durch ihre potenzierte Form dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden. Dadurch wird der Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht.

Das Prinzip der Homöopathie arbeitet mit dem Prinzip „similia similibuscurentur“ - „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“. Es wird ein Reiz gesetzt, auf den der Organismus reagiert und so eine Selbstheilung hervorrufen soll.

Schüßler Salze werden meist in Form von Tabletten mit Milchzucker eingenommen.

In der Homöopathie werden Zuckerkügelchen oder alkoholische Lösungen eingesetzt.

Bei den Schüßler Salzen werden größere Mengen in kürzeren Abständen eingenommen.

In der Homöopathie wird in kleinen Dosen und größeren Abständen therapiert.

Herstellung von Schüßler Salzen

Schüßler Salze gelten nicht als Mineralstoffe im eigentlichen Sinne. Das Besondere ist die potenzierte, also die verdünnte Form der Mineralstoffe nach homöopathischer Verfahrensweise. Die Trägersubstanz ist hier Milchzucker (Laktose). Die Potenzierung erfolgt in Dezimalstellen - deshalb z. B. die Bezeichnung D 6 oder D 12. Für den ersten Verdünnungsschritt werden 1 Teil des Mineralstoffes und 9 Teile Milchzucker verrieben. Jede weitere Potenz enthält die vorige Verdünnung und wieder 9 Teile Milchzucker.

Schüßler Salze: Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Einnahme von Mineralstoffen nach Dr. Schüßler weist in der Regel keine Nebenwirkungen auf. Wie bei der Homöopathie kann es allerdings zu einer sogenannten  Erstverschlimmerung kommen. Bei einer Milchzuckerunverträglichkeit sollten Sie die Tabletten im Wasser lösen, wobei der Milchzucker als Bodensatz zurückbleibt. Diabetiker sollten sich über den Gehalt an BE informieren und die Salze dann in Wasser auflösen. 

Schüßler Salze: Wer therapiert?

Auf eine fachkundige Begleitung durch einen Schüßler Mineralstoffberater sollte nicht verzichtet werden. Sie kann durch Heilpraktiker und andere Personen mit einer Ausbildung zum Mineralstoffberater durchgeführt werden.

Einnahme der Schüßler Salze 

Chronische Beschwerden

Akute Beschwerden

Liegen chronische Symptome vor, lassen Sie 4 bis 6 Tabletten pro Mineralstoff langsam im Mund zergehen.

 

Bis zu 4 Mineralstoffe können so über den Tag verteilt kombiniert werden.

Dies eignet sich zur Vorbeugung oder Behandlung von Beschwerden.

 

Je schneller ein Mineralsalz sich im Mund auflöst, desto dringender wurde es benötigt.

Bei akuten Beschwerden lösen Sie die benötigten Mineralstoffe in ¼ Liter lauwarmen Wassers. Dies kann je nach Intensität der Symptome viertel- bis halbstündlich wiederholt werden, bis die Beschwerden abklingen. Pro Zubereitung lösen Sie 10 bis 12 Tabletten auf.

Sowohl bei chronischen als auch bei akuten Situationen ist es wichtig, dass viel Flüssigkeit getrunken wird. So unterstützen Sie die reinigende und ausscheidenden Eigenschaften der Schüßler Salze.

Neben der innerlichen Anwendung kann auch eine äußerliche Anwendung mit Umschlägen, Bädern oder in Salben- oder Cremeform zum Einsatz kommen. 

Wo liegen die Grenzen dieser Therapieform?

Die Therapie mit Mineralstoffen nach Dr. Schüßler gehört zu den komplementären Heilmethoden. Sie ist wissenschaftlich von der „Schulmedizin“ nicht anerkannt. Dennoch gilt sie bei vielen Menschen als hilfreiche und sanfte Ergänzung zur „Schulmedizin“. Liegt eine ernstzunehmende Erkrankung vor, sollte dennoch eine Abklärung durch den Arzt erfolgen. 

Schüßler Salze: Kosten & Krankenkasse

Schüßler Salze sind in der Regel nicht teurer als im Handel befindliche Arzneimittel. Bei in Apotheken angebotene Antlitz Analysen können die Kosten variieren. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen eine Behandlung mit Schüßler Salzen nicht. Einige private Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten zum Teil. Schüßler Salze dürfen in Österreich nur von Apotheken vertrieben werden.

 

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Sylvia Neubauer
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • Mineralstoffe nach Dr. Schüssler, R. Kellenberger et al, Bechtermünz Verlag, 3. Auflage, 2003, Augsburg
  • Handbuch der Biochemie nach Dr. Schüßler, T. Feichtinger et al, Haug Verlag, 5. Auflage, 2011, Stuttgart

Mehr zum Thema