Schlafapnoe

Nächtliche Atemaussetzer mit gefährlichen Folgen

Atemmasken helfen bei Schlafapnoe gegen die ermüdenden Atemaussetzer. (BVDC - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Schlafapnoe

Schlafapnoe ist eine Atemstörung, bei der es im Schlaf zu Atemaussetzern von mindestens 10 Sekunden kommt. Gründe für die Schlafapnoe sind entweder eine Störung des zentralen Nervensystems oder eine Verengung der oberen Atemwege.

Um die Sauerstoffversorgung zu sichern, muss das Herz nach dem Atemausfall stärker arbeiten. Der Blutdruck steigtSchlaganfälle, Herzinfarkte und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mögliche Folgen. Typische Symptome sind lautes Schnarchen und eine unregelmäßige Atmung. Betroffene erwachen häufig aus dem Schlaf, haben Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und verspüren chronische Müdigkeit. Zur Diagnose wird ein Apnoe-Test durchgeführt, bei dem Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Atemgeräusche aufgezeichnet werden. Die Therapie erfolgt durch Gewichtsreduktion, mit einer Atemmaske oder mit Hilfe einer Operation.

Wie häufig tritt eine Schlafapnoe auf?

Insgesamt leiden rund 4 % der Bevölkerung an Schlafapnoe. Die Schlafstörung tritt vor allem bei Menschen im mittleren Lebensalter zwischen 40 und 65 Jahren auf. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. Ein Großteil der Patienten ist übergewichtig. Wenn Kinder unter Schlafapnoe leiden, sind die Ursache dafür meist vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln.

Ursachen

Je nach zugrundeliegendem Problem spricht man von einer zentralen Schlafapnoe oder einer obstruktiven Schlafapnoe.

Zentrale Schlafapnoe (ZSAS)

Bei der zentralen Schlafapnoe liegt eine Schädigung des zentralen Nervensystems vor. Die Atmung erfolgt dabei nicht mehr wie sonst unwillkürlich und automatisch. Diese Form der schlafbezogenen Atemstörung tritt eher selten auf.

Obstruktive Schlafapnoe (OSAS)

In den allermeisten Fällen liegt die Ursache in der Verengung der oberen Atemwege. Beim Schlafen erschlafft die Rachenmuskulatur und die Zunge sinkt zurück. Dadurch wird der Atemfluss blockiert, die Sauerstoffzufuhr sinkt. Häufig werden die Betroffenen dann für kurze, mitunter unbewusste Momente aus dem Schlaf gerissen. Erholung ist so fast unmöglich.

Zu den Risikofaktoren für obstruktive Schlafapnoe zählen:

Symptome

Typische Symptome von Schlafapnoe sind sehr lautes Schnarchen und eine unregelmäßige Atmung. Die Betroffenen leiden unter Ein- und Durchschlafstörungen. Durch die Atemaussetzer erwachen sie häufig aus dem Schlaf und sind am nächsten Tag dementsprechend unausgeschlafen, erschöpft, oft auch gereizt. Die teils unbewussten Aufweckreaktionen können verbunden sein mit Angst- und Erstickungsgefühlen, einige Patienten schnappen regelrecht nach Luft.

Folgende Symptome am Tag sind häufig

  • morgendliche Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • geminderte Leistungsfähigkeit
  • erhebliche Tagesmüdigkeit

Die anhaltende Müdigkeit bringt ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich, da Betroffene zum spontanen Einschlafen und Sekundenschlaf neigen. Außerdem haben Patienten mit Schlafapnoe ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, da ihr Blutdruck nach den Atemaussetzern stark ansteigt, um den Körper wieder ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.

Diagnose

 

Die Diagnose erfolgt stufenweise. Besteht nach einem ausführlichen Patientengespräch zu den Beschwerden und den Lebensgewohnheiten sowie einer körperlichen Untersuchung der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom, wird im Regelfall eine ambulante Schlafdiagnostik durchgeführt. Zuständig dafür sind Lungenfacharzte, spezialisierten HNO-Fachärzte oder Internisten. Der Patient erhält ein mobiles Messgerät, das seine Daten aufzeichnet, während er zuhause in seinem eigenen Bett schläft. Gemessen werden dabei die Atmung, die Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung im Blut, das Schnarchen und die Körperlage.

Ergeben sich dadurch unklare Befunde oder Hinweise auf andere Erkrankungen, muss noch eine Untersuchung im Schlaflabor durchgeführt werden. In diesem Fall wird der Patient stationär ein bis zwei Nächte während des Schlafes überwacht. Sensoren messen die Gehirnströme (EEG), die Herzmuskelaktivität (EKG), den Atemfluss, Brust- und Bauchbewegungen, den Blutsauerstoffgehalt sowie Bein- und Augenaktivität. Danach lässt sich beurteilen, wie lange und gut jemand geschlafen hat und ob die Tief- und Traumschlafphasen ausreichend waren. Außerdem gewinnt man dadurch genauere Erkenntnisse über die Atemaussetzer und ihre Auswirkungen.

Das alles dient als Basis für die weitere Therapie.

Therapie bei Schlafapnoe

  • Diät: Da Schlafapnoe oft bei übergewichtigen Patienten auftritt, ist eine Gewichtsreduktion ein häufiger und einfacher Versuch, die Ursache, nämlich die Verengung der oberen Atemwege, die durch zu viel Körpermasse entsteht, zu beheben.
  • Aufbissschiene: Auch eine sogenannte Unterkieferprotusionsschiene kann das Problem lösen. Dabei handelt es sich um eine Aufbissschiene, die den Unterkiefer um wenige Millimeter nach vorne verschiebt und somit den Rachenraum vergrößert. Damit ist die Blockade der oberen Atemwege aufgehoben und Sauerstoff kann ungehindert passieren. Solche Schienen werden vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden individuell gefertigt.
  • Atemmaske: Bei schweren Fällen ist die Gefahr für den Patienten besonders groß. Das Herz arbeitet dauernd auf Höchstleistung, um den Körper nach den Atemaussetzern mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ist in solchen Fällen besonders groß. Um die Sauerstoffzufuhr zu sichern, wird die Atmung in der Nacht durch eine Atemmaske unterstützt. Durch die nasale Überdruckbeatmung wird den Patienten aktiv Luft in den Rachen geblasen. Dadurch kommt es zur Aufdehnung des gesamten Rachenraumes. Die meisten Patienten gewöhnen sich schnell daran, schlafen erholter und sind dann wieder deutlich leistungsfähiger als vorher. Es gibt verschiedene Arten von Masken. Welche am besten passt, sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden.
  • Operation: Eine Kieferfehlstellung oder eine gekrümmte Nasenscheidewand kann die Versorgung mit Sauerstoff zusätzlich erschweren. Solche Beeinträchtigungen können chirurgisch korrigiert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Rachenraum zu vergrößern. Entweder durch Entfernung der Gaumenmandeln oder durch eine Straffung des Gaumens und die Kürzung des Zäpfchens. In wenigen Fällen, vor allem bei sehr kleinen oder rückversetzen Kiefern, kann der Unter- und Oberkiefer auch chirurgisch vorverlagert werden.

Was kann der Betroffene selber tun?

Alkohol und beruhigende Medikamente wirken entspannend und verstärken das Schnarchen. Daher können sie die Verengung der oberen Atemwege verstärken und sollten von Betroffenen nach Möglichkeit gemieden werden.

Betroffene können versuchen, ihre Schlafposition zu verändern. Bei denjenigen, die in Rückenlage schlafen, sinkt die Zunge unweigerlich in Richtung Rachen. Vielleicht lassen die Symptome nach, wenn man in der Nacht auf der Seite oder dem Bauch liegt. Außerdem ist ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus ratsam.

Ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung können helfen, das Körpergewicht zu reduzieren.

Fragen an den Arzt

  • Ich fühle mich morgens oft wie erschlagen. Könnte ich Schlafapnoe haben?
  • Welche Therapie ist für mich geeignet?
  • Wie oft muss ich die Schlafmaske tragen?
  • Worauf muss ich beim Schlafen achten, um die Aussetzer zu reduzieren?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Dr. Christoph Katzenschlager

Website

Quellen

ICD-10: G47.3

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