Rosacea

Rund 400.000 Österreicher leben mit der Hautkrankheit.

Was ist Rosacea?: Rötungen auf Wange und Nase
Die Rosacea verläuft in drei Phasen: Je nach Schweregrad der Erkrankung verändert sich das Hautbild des Betroffenen. (DERMAQuest.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Haut

Rosacea (Kupferrose) ist eine chronische Hauterkrankung, die zu dauerhaften Entzündungen im Gesicht führt. Sie verläuft in drei Phasen. Je nach Stadium entstehen dabei z.B. Rötungen, kleine Blasen und Knoten, die vorwiegend Stirn, Nase, Wangen und Kinn betreffen.

Erweiterte Blutgefäße im Gesicht können zu einer erhöhten Blutversorgung führen und die typischen Rötungen bei Rosacea verursachen. Darüber hinaus sind Juckreiz und teils brennende Schmerzen häufige Begleiterscheinungen. Mögliche Auslöser der Beschwerden sind Hitze und starke Temperaturschwankungen, ebenso wie der Genuss von Alkohol oder würzigen Speisen. Die Behandlungen reichen von Salben, Tabletten bishin zu Laserbehandlungen.

Rosacea Überblick

Häufigkeit

In Österreich haben rund 400.000 Menschen Rosacea, zirka 60 % davon sind Frauen. Bei Männern tritt die Erkrankung nicht selten stärker, z.B. in Form einer Knollennase, auf. Während Rosacea im Kindesalter rar ist, sind Erwachsene ab 40 Jahren weitaus öfter betroffen. Etwa 10 % der Bevölkerung in nordeuropäischen Ländern wie Norwegen, England und Schweden, leben mit dieser Erkrankung. In Spanien oder Portugal hingegen, wo die Menschen dunkelhäutiger sind, liegt die Häufigkeit von Rosacea nur bei zirka 2 %.

Ursachen, Symptome und Verlauf

Die genauen Ursachen von Rosacea sind bislang unklar. Auch warum Menschen mit heller Haut viel öfter von ihr betroffen sind als dunkelhäutige Personen, ist medizinisch nicht geklärt. Als wahrscheinlich gilt nur, dass die Erkrankung vererbt werden kann. Durch erweiterte Blutgefäße im Gesicht kommt es zu einer erhöhten Blutversorgung und einem veränderten Hautbild, das sich je nach Stadium der Erkrankung verändert

Zu den typischen Symptomen von Rosacea zählen:

Krankheitsstadien

Symptome

Phase 1

Hautrötungen,

Erweiterte Äderchen

Phase 2

Rötungen,

eitrige Pickel,

kleine Knoten und Blasen

Phase 3 (selten)

Hautverdickungen,

Wucherungen von Gewebe und Talgdrüsen an der Nase (Knollennase)

Juckreiz, Brennen und teils stechende Schmerzen können Begleiterscheinungen sein.

Ursachen

Neben Hitze und starken Temperaturschwankungen gelten auch Alkohol, würzige und scharfe Speisen, wie etwa Curry, als mögliche Auslöser der Beschwerden.

Verlauf

Die Erkrankung verläuft schubartig in 3 Phasen. Zu Beginn gehen auftretende Rötungen im Gesicht meist nach einigen Stunden wieder vorüber. Im weiteren Verlauf treten sie immer häufiger auf und verschwinden nicht mehr. Bleibt die Rosacea unbehandelt, können sich zusätzlich eitrige Pickel, kleine Blasen und Knoten bilden. Wucherungen von Gewebe und Talgdrüsen, die zu einer Knollennase führen, kommen nur sehr vereinzelt - hauptsächlich unter Männern - vor.

Selten betrifft Rosacea auch die Bindehaut der Augen. Dort führt sie beispielsweise zu einer chronischen Lidentzündung, welche sich häufig durch ein Fremdkörpergefühl und brennende Schmerzen im entsprechenden Auge bemerkbar macht. Auch Einschränkungen der Sehkraft sind möglich, aber selten. Wirkt sich die Erkrankung auf die Augen aus, muss das aber nicht bedeuteten, dass sich auch das Hautbild im Gesicht verändert. Die Symptome an Stirn, Nase, Wangen sowie fallweise am Kinn und die Einschränkung der Augensehkraft können getrennt voneinander auftreten. Meist betrifft Rosacea aber ausschließlich Gesichtsareale. Cremes, Gele oder Tabletten mit antibiotischen Substanzen führen zu einer Verbesserung des Hautbildes,

In Abhängigkeit von der Reaktion des Betroffenen auf die Therapiemaßnahmen, kann die einmonatige Anwendung von Antibiotika bereits ausreichend sein und zu einer deutlichen Linderung der Symptome führen. Ist das nicht der Fall, müssen Antibiotika innerhalb von ärztlich verordneten Zeitabständen immer wieder eingenommen werden. Zusätzlich ist das kontinuierliche Auftragen von Salben, Cremes oder Gelen unabdingbar, um die Rosacea einzudämmen.

Diagnose

Ob eine Rosacea vorliegt, erkennt der Dermatologe meist durch die bloße Betrachtung des Hautbildes. Selten tritt die Erkrankung in Verbindung mit der gewöhnlichen Akne und den dafür typischen Mitessern auf. In solchen Fällen kann die Untersuchung des Hautgewebes im Rahmen einer Biopsie Klarheit schaffen. Im Rahmen dieses kleinen, chirurgischen Eingriffs wird unter lokaler Betäubung eine Gewebeprobe der entsprechenden Hautstelle entnommen. Der Arzt kann dafür verschiedene Instrumente, z.B. ein Skalpell, anwenden.

Die Rosacea verläuft in drei Phasen. Je nach Schweregrad der Erkrankung verändert sich das Hautbild des Betroffenen, und es kommen unterschiedliche Therapiemaßnahmen zum Einsatz:

Krankheitsstadien

Symptome

Therapie

Phase 1

Hautrötungen,

Erweiterte Äderchen

Auftragen von antibiotischen

Cremen oder Gelen, die zum

Verschluss der Hautgefäße führen.

Phase 2

Rötungen,

eitrige Pickel,

kleine Knoten und Blasen

Zusätzlich zu Cremen und Gelen, Antibiotika in Tablettenform,

wirken entzündungshemmend.

Phase 3 (selten)

Hautverdickungen,

Wucherungen von Gewebe und Talgdrüsen an der Nase (Knollennase)

Operative Entfernung,

Kostenübernahme erfolgt durch die Krankenversicherung.

 

In allen 3 Stadien ist auch eine Laserbehandlung möglich. Die Kosten dafür werden allerdings meist nicht von den Krankenkassen übernommen. Abhängig vom Ausmaß der Erkrankung, sind 2 bis 3 Einheiten erforderlich. Dazwischen wird für jeweils etwa 6 Wochen pausiert, damit sich die Haut erholen kann, und die Wirkung der Behandlung eindeutig beurteilen lässt. Pro Sitzung müssen Betroffene - je nach Aufwand - mit Kosten in der Höhe zwischen 70 und 200 Euro rechnen.

Obwohl alle oben genannten Methoden deutlich die Haut verbessern können ist manchmal eine Heilung nur beschränkt möglich. Rückfälle sind nicht auszuschließen.

Vorbeugung: Das können Betroffene zusätzlich tun

Übermäßige Hitze und starke Temperaturwechsel reizen die Blutgefäße und können einen Rosacea-Schub zur Folge haben. Vorsicht ist deshalb besonders bei heißen Speisen und Getränken geboten, ebenso sollten Sie lange Aufenthalte in der Sonne meiden und sich entsprechend vor UV-Strahlung schützen.

Darüber hinaus können manche Kosmetikartikel die Haut reizen. Wer sein Gesicht gründlich von Schminke reinigt und am besten auf den Kauf fettarmer Cremes setzt, wirkt diesem Problem entgegen.

Auch die Ernährung spielt bei Rosacea eine wichtige Rolle. Vor allem würzige oder scharfe Lebensmittel, wie Chili und Curry, können eine Verstärkung der Symptome bewirken. Dasselbe gilt für den Genuss von Alkohol, auf den Sie nicht vollständig verzichten müssen - aber Sie sollten genau beobachten, welche Menge Ihnen gut tut sowie ob und ab wann sich Ihr Hautbild verändert.

Fragen an den Arzt

  • Ich werde hin und wieder rot im Gesicht. Kann es sein, dass sich daraus eine Rosacea entwickelt?
  • Sind Besuche in der Sauna auch mit Rosacea möglich?
  • Bin ich für eine Laserbehandlung überhaupt geeignet?
  • Wie sind die Erfolgsaussichten einer OP?
  • Wie kann ich eine herkömmliche Augenentzündung von einer möglichen Rosacea unterscheiden?
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Ichiro Okamoto

Hautarzt

www.hautarztokamoto.at

Gesundheitskompass

Quellen

ICD-10: L71.8, L71.9

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