PAP-Abstrich

PAP-Abstrich: Vagina und Gebärmutter
Der PAP-Abstrich wird bei jedem Frauenarzt-Besuch durchgeführt - ein Abstrich am Gebärmutterhals folgt. (Sven Bähren - Fotolia.com)

Der PAP-Abstrich (PAP-Test, Krebsabstrich) ist ein zuverlässiges Untersuchungsverfahren zur Diagnose von Krebs an den weiblichen Geschlechtsorganen (z.B. Gebärmutterhalskrebs). Dieser Test wird im Rahmen jeder gynäkologischen Routineuntersuchung durchgeführt.

Während die Frau auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl sitzt, entnimmt der Arzt mit einem Wattestäbchen Gewebe von Muttermund und Gebärmutterhals, welches anschließend in einem Labor auf Zellveränderungen untersucht wird. Ein PAP-Abstrich nimmt nur wenige Minuten in Anspruch und ist nicht schmerzhaft. Er ist das wichtigste Verfahren zur Diagnose von Gebärmutterhalskrebs. Das Ergebnis dieses Abstrichs liegt normalerweise nach 7 bis 10 Tagen vor. Bei einem unklaren Befund können Untersuchungen wie der HPV-Test oder die Kolposkopie weitere Informationen liefern.

Anlass eines Abstrichs

  • Vorsorgeuntersuchung: Der PAP-Abstrich ist Teil der Krebsfrüherkennungsuntersuchung und wird bei jedem Besuch beim Frauenarzt durchgeführt.
  • Diagnosestellung: Der PAP-Abstrich ist Teil der Diagnosestellung von Gebärmutterhalskrebs.
  • Verlaufskontrolle/Behandlungsnachsorge: Bei einem auffälligen PAP-Befund (ab PAP III) ist der PAP-Abstrich als Verlaufskontrolle vorgesehen.

Was passiert bei einem PAP-Abstrich?

Der PAP-Abstrich ist Teil jeder Routine-Untersuchung beim Frauenarzt und wird auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl durchgeführt. Mit Hilfe eines Spekulums dehnt der Gynäkologe die Scheide etwas auseinander. Anschließend entnimmt er mit einem Wattetupfer oberflächliches Zellgewebe vom Muttermund und vom Gebärmutterhalskanal. Im Anschluss wird in einem Labor untersucht, ob Zellveränderungen vorliegen. Solche Veränderungen im Zellgewebe sind Hinweise auf eine Entzündung oder eine Krebserkrankung bzw. deren Vorstufen.

Die Testergebnisse werden dabei in Befundgruppen eingeteilt. Der PAP-Test ist die erfolgreichste Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

Das Ergebnis des PAP-Abstrichs

Befund

Bedeutung

Weiteres Vorgehen

PAP I

Keine Auffälligkeiten, diesen Befund haben meist nur sehr junge Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten

Erneute Untersuchung in den nächsten 12 Monaten

PAP II

Merkmale einer entzündlichen Zellveränderung wurden festgestellt, sie sind jedoch nicht verdächtig. Auslöser ist meist ein Befall mit Bakterien, Viren oder Pilzen.

Dies ist der "normale" Befund sexuell aktiver Frauen

Erneute Untersuchung in den nächsten 12 Monaten

PAP III

Stärkere entzündliche oder verdächtige Zellveränderungen liegen vor. Eine sichere Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Zellen ist nicht möglich. Möglicherweise sind die Ursachen für die Zellveränderung Krebsvorstufen

Nach 3 Monaten sollte erneut ein PAP-Abstrich gemacht werden

PAP IIID

Das D steht für Dysplasie, d.h. es liegt eine leichte bis mäßige Zellveränderung vor

Viele Frauen erhalten diesen Befund. Meist bilden sich die Zellveränderungen von selbst zurück

Erneuter PAP-Abstrich nach 3 Monaten.

PAP IV

Es liegen schwere Zellveränderungen vor. Es könnte sich dabei um Krebsvorstufen oder Krebs im Frühstadium handeln

Durchführung einer Konisation (Entnahme von krankhaftem Gewebe am Gebärmutterhals) zur weiteren Klärung des Befunds

PAP V

Die Zellen eines bösartigen Tumors sind im Abstrich nachweisbar. Dieser Befund bedeutet Gebärmutterhalskrebs

Einleitung der Therapie

Die Ergebnisse PAP II, III und IIID bedeuten keinesfalls, dass Sie an Gebärmutterhalskrebs erkrankt sind. Es besteht aber die Möglichkeit, dass sich Krebsvorstufen entwickeln können. Regelmäßige Folgeuntersuchungen machen es möglich, die Entwicklung der Zellveränderungen zu beobachten. Gegebenenfalls kann so rechtzeitig mit einer Therapie begonnen werden. In vielen Fällen bilden sich die Zellveränderungen aber von selbst zurück und eine Therapie ist nicht nötig. Bei wiederholt auffälligen Befunden erfolgt eine weitere Abklärung z.B. durch eine Kolposkopie oder einen HPV-Test.

PAP IV bedeutet, dass bereits schwere Zellveränderungen vorgefunden wurden, bei denen es sich eventuell um Krebsvorstufen handeln könnte. Mit weiteren Untersuchungen (Konisation) wird die Ursache für den erhöhten PAP-Wert festgestellt.

PAP V bedeutet, dass Gebärmutterhalskrebs vorliegt. Da sich der Gebärmutterhals aber sehr langsam entwickelt, ist ein solcher Befund nur selten. Meist wird schon frühzeitig erkannt, wenn sich ein Karzinom entwickelt und entsprechende Behandlungen eingeleitet. Ein regelmäßiger Besuch beim Gynäkologen (etwa 1 bis 2 Mal pro Jahr) ist hierfür Grundvoraussetzung.

Wer macht einen PAP-Abstrich?

  • Gynäkologe

Welche Risiken gibt es bei einem PAP-Abstrich?

Ein PAP-Abstrich stellt keinerlei Risiko oder Nebenwirkungen für die Patientin dar. Manche Frauen empfinden die Entnahme von Gewebe mit einem Wattestäbchen als unangenehm. Schmerzen bereitet ein PAP-Abstrich im Normalfall jedoch nicht.

Was können Sie zum Gelingen beitragen?

Ein PAP-Abstrich sollte frühestens 5 Tage nach dem letzten Tag Ihrer vergangen Regelblutung durchgeführt werden. Verzichten Sie etwa 3 Tage vor dem Arztbesuch auf Vaginalcremes, Spermizide oder Gleitmittel und etwa 2 Tage davor auf Sex. All diese Maßnahmen stellen sicher, dass das Ergebnis des PAP-Abstrichs nicht verfälscht wird.

Kosten und Krankenkasse

Der PAP-Test ist Teil der Vorsorgeuntersuchung. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Fragen an den Arzt

  • Wie lange muss ich auf die Ergebnisse des PAP-Abstrichs warten?
  • Wo kann ich einen PAP-Abstrich durchführen lassen?
  • Was passiert wenn ich ein positives Testergebnis habe?
  • Was bedeutet ein unklares Ergebnis nach dem PAP-Abstrich?
  • Darf ich vor dem PAP-Abstrich Sex haben?
  • Ist ein PAP-Abstrich während der Regelblutung durchführbar?
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ. Doz.

Dr. Gernot Hudelist

Gynäkologe bei Woman & Health

www.womanandhealth.at

Gesundheitskompass

Quellen

  • Laborwerte verstehen leicht gemacht, Alle wichtigen Werte von A - Z, M. Vieten, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2009
  • Praxis der gynäkologischen Onkologie, Konzepte für das differenzierte Vorgehen in Diagnostik, Therapie und Nachsorge, J. Baltzer et al., Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2000

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