Nierenkrebs

Nierenkrebs ist sehr selten, aber bei einem 1/3 der Betroffenen wird der Tumor erst entdeckt, wenn schon Metastasen vorliegen. (bluebay2014 - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Nieren & Blase

Nierenkrebs ist eine eher seltene Krebserkrankung, am häufigsten dabei ist mit einem Anteil von 90 %  das Nierenzellkarzinom. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt, als größte Risikofaktoren gelten Rauchen und Übergewicht.

Die Erkrankung betrifft vor allem Menschen über 65 Jahren, dabei häufiger Männer. Da die Erkrankung zunächst ohne Beschwerden und Symptome verläuft, wird sie häufig erst durch Zufall erkannt. Bei 1/3 aller Betroffenen hat der Tumor zu diesem Zeitpunkt bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet. Im Zuge eines Nierenultraschalls ist ein Tumor bereits im Frühstadium diagnostizierbar. Die Therapie der ersten Wahl ist die Operation.

Übersicht

Häufigkeit von Nierenkrebs

Nierenkrebs ist mit einem Anteil von 3,3 % an bösartigen Tumoren eher selten. Jährlich erkranken etwa 1.200 Menschen an Nierenkrebs, Männer häufiger als Frauen. Am häufigsten – mit etwa 90 % entsteht ein Nierenzellkarzinom.

Ursachen und Verlauf von Nierenkrebs

Ein Nierenzellkarzinom geht von den Zellen an den Nierenrinden aus, also an der Außenschicht des Nierengewebes. Der Tumor verursacht im Frühstadium keine Beschwerden, daher wird er häufig zufällig entdeckt. Bei einem Drittel der Betroffenen hat der Tumor bei der Erstdiagnose bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet. Die ersten Symptome, die sich jedoch erst lange nach der Krankheitsentstehung zeigen, sind Schmerzen in den Flanken, Blut im Harn und veränderte Laborwerte.

Die Ursachen von Nierenzellenkrebs sind – wie bei vielen Krebserkrankungen – weitgehend unbekannt. Fest steht, dass eine Reihe von Risikofaktoren, wie Rauchen, Übergewicht oder Schmerzmittelmissbrauch die Entstehung der Erkrankung begünstigen. Nierenkrebs kann aber auch genetisch bedingt sein, wie etwa im Zuge des so genannten von-Hippel-Lindau-Gens, die Entstehung eines Nierenzellkarzinoms mit sich bringen kann.

Diagnose von Nierenkrebs

Im Zuge einer Ultraschalluntersuchung kann das Nierenzellkarzinom bereits zu 95 %  im Frühstadium erkannt werden. Um die Diagnose abzusichern, ist nach einem Nierenultraschall eine Computertomographie nötig, sodass die Lage des Tumors, seine Ausdehnung und Struktur erkennbar wird. Damit ist auch ersichtlich, ob Lymphknoten oder Blutgefäße betroffen sind – dies kann das Risiko der Absiedelung von Tumorzellen in andere Organe, z.B. Knochen und Lunge, erhöhen.

Eine Laboruntersuchung kann im Anfangsstadium der Krebserkrankung völlig normale Parameter ergeben, die Nierenwerte im Referenzbereich liegen. Im fortgeschrittenen Stadium können die Entzündungswerte (CRP) erhöht sein.

Um auszuschließen, dass der Tumor Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen gebildet hat, müssen weitere Untersuchungen, wie Computertomographie und Magnetresonanztomographie an den entsprechenden Organen durchgeführt werden.

Therapie von Nierenkrebs

Liegt ein Nierenzellkarzinom vor, ist eine Operation oftmals die Therapie erster Wahl. Wird der Tumor in einem frühen Stadium erkannt, kann möglicherweise organerhaltend operiert werden, das heißt der Tumor wird entfernt, aber das restliche funktionstüchtige Gewebe der betroffenen die betroffene Niere bleibt erhalten. Mediziner bezeichnen dies als partielle Nephrektomie.

Die Entfernung der gesamten Niere ist unumgänglich, wenn ein großer Tumor vorliegt oder wenn dieser Tochtergeschwülste gebildet hat. Medizinisch wird dieser Eingriff als Tumornephrektomie bezeichnet. Metastasen werden in der Folge vor allem mit Medikamenten behandelt, in seltenen Fällen auch operativ entfernt oder bestrahlt. Können sie nicht beseitigt werden, so kann ihr weiteres Wachstum mit neuen, zielgerichteten Medikamenten hintangehalten oder sogar gestoppt werden. Diese Medikamente sind jedoch nicht nebenwirkungsfrei, so können etwa Hautveränderungen, Schilddrüsenunterfunktion oder Durchfall gängige Begleiterscheinungen sein.

Die gegenwärtigen Therapieoptionen, also Mono- oder Kombinationsbehandlung sind gut wirksam, allerdings sind die Heilungschancen umso größer, je früher der Tumor entdeckt wird. Ist ausschließlich die Niere betroffen, liegen die 5-Jahres-Überlebenschancen bei über 70 %. Andererseits bieten die individuellen Kombinationsmöglichkeiten einer Therapie gute Chancen, dass Betroffene auch mit einem fortgeschrittenen Tumor noch viele Jahre mit guter Lebensqualität leben können.

Nierenkrebs: Was Sie selbst tun können

Da viele der Risikofaktoren beeinflussbar sind, ist Vorsorge die beste Möglichkeit, Nierenzellenkrebs zu verhindern. Verzichten Sie also auf das Rauchen und achten Sie auf Ihr Gewicht. Auch mit Ernährung können Sie viel erreichen – achten Sie auf vitaminreiche Kost; fettreiche Ernährung und Bewegungsmangel führen letztendlich zu Übergewicht, einem der Risikofaktoren für die Entstehung von Nierenzellenkrebs.

Fragen an den Arzt

  • Welche Ursachen hat Nierenkrebs?
  • Was sind die ersten Anzeichen?
  • Tritt Nierenkrebs familiär gehäuft auf?
  • Welche Symptome treten auf?
  • Gibt es auch alternative Heilmethoden?
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Priv.-Doz.

Dr. Martin Marszalek

FA für Urologie und Andrologie

Stv. Vorstand an der Abteilung für Urologie und Andrologie, SMZ Ost - Donauspital

Gesundheitskompass Website

Quellen

ICD-10: C64

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