Mammographie

Die Mammographie ist in der Brustkrebs-Früherkennung der goldene Standard

Wenn das Bruströntgen Auffälligkeiten zeigt, wird Gewebe entnommen und genau untersucht. (Lydie stock / Fotolia)

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, die zur Früherkennung von Brustkrebs dient. Vor allem Frauen zwischen 45 und 69 Jahren haben einen besonderen Vorteil von dieser Untersuchung.

Vor Einführung eines nationalen Früherkennungsprogramms haben in Österreich jedoch lediglich 35% dieser Altersgruppe die Mammographie als Vorsorge-Untersuchung in Anspruch genommen. Aus diesem Grund wird seit 2014 im Zuge des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms Frauen dieser Altersgruppe alle 2 Jahre eine Untersuchung empfohlen. Bei jüngeren Frauen hat die Mammographie aufgrund des dichten Drüsengewebes eine geringere Aussagekraft als bei Frauen mittleren Alters, deswegen wird hier häufig eine Ultraschalluntersuchung angeschlossen. Die Mammographie ist an sich schmerzlos, manche Frauen empfinden sie aber als unangenehm, da die Brust kurzfristig zwischen 2 Kunststoffplatten komprimiert wird. Die Mammographie ist das Mittel der Wahl, um Tumore frühzeitig zu erkennen und eine Behandlung rasch einzuleiten.

Übersicht

Häufigkeit von Brustkrebs

In Österreich erkrankten im Jahr 2014 laut Statistik Austria 5.390 Frauen und 64 Männer an Brustkrebs, 1.535 Frauen und 14 Männer starben im selben Jahr aufgrund ihrer Krebserkrankung. Die Mammographie ist das derzeit verlässlichste Verfahren, um Brustkrebs oder Vorstufen davon zu erkennen. Mithilfe der Untersuchung können minimale Gewebsveränderungen, Knoten oder Mikroverkalkungen sichtbar gemacht werden, selbst wenn sie bei einer Tastuntersuchung nicht entdeckt werden. Eine Mammographie wird jedoch auch bei akuten Beschwerden angewendet, wie Brustschmerzen, tastbaren Knoten oder Flüssigkeitsaustritt aus den Brustwarzen. Frauen, die ein genetisches Risiko tragen, weil in der Familie Brustkrebs aufgetreten ist, wird ein besonderes Früherkennungsprogramm empfohlen (nähere Informationen beim Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs). Auch nach einer bereits behandelten Brustkrebserkrankung ist die Mammographie eine Standardmethode zur Verlaufskontrolle.

Wer sollte zur Mammographie?

Frauen zwischen 45 und 69 Jahren erhalten in Österreich automatisch alle 2 Jahre eine Einladung zur Mammographie. Jüngere und ältere Frauen können diese Untersuchung auf Antrag durchführen lassen. Frauen zwischen 40 und 44, sowie Frauen über 69 können sich auf eigenen Wunsch hin in das System "hineinoptieren" und werden dann ebenfalls alle 2 Jahre eingeladen.

Ablauf einer Mammographie

Vielen Frauen ist die Untersuchung unangenehm, für manche ist sie sogar schmerzhaft, da die Brust zwischen 2 Kunststoffplatten zusammengedrückt wird. Das muss jedoch sein, denn je größer der Druck, desto geringer ist die Strahlendosis, die für ein verlässliches Röntgenbild nötig ist. Jede Brust wird aus 2 bis 3 Positionen aufgenommen, um auszuschließen, dass kleine Veränderungen übersehen werden. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und liefert hochwertige Bilder.

Eine Mammographie macht nicht nur krankhafte Veränderungen sichtbar, sondern kann auch Knoten darstellen, die gutartig sind. Im Zweifelsfall kann ein neu aufgetretener Knoten mithilfe einer Biopsie, also einer Gewebsentnahme, genau untersucht werden.

Hat die Untersuchung Nebenwirkungen?

Dank neuester technischer Entwicklungen ist die Strahlenbelastung im Zuge einer Mammographie gering und liegt zwischen 0,2 und 0,3 Millisievert. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlung in unserer Umwelt liegt bei 1,2 Millisievert.

Wer führt eine Mammographie durch?

Die Brustuntersuchung wird von Fachärzten für Radiologie durchgeführt, bzw. von Spezialisten eines Brustzentrums. Frauen zwischen 45 und 69 Jahren erhalten im Zuge des österreichischen Brustkrebsfrüherkennungsprogramms ("Screening") automatisch alle 2 Jahre eine Einladung zur Mammographie. Mit dieser Einladung müssen Betroffene lediglich einen Termin bei einem Radiologen festlegen. Frauen, die nicht in das Screening-Programm fallen, können die Untersuchung in begründeten Fällen und wenn auffällige Veränderungen der Brust entdeckt werden mit einer Überweisung ihres Gynäkologen oder des Hausarztes jederzeit durchführen lassen. Die Kosten der Mammographie werden in einem solchen Fall für Frauen jeden Alters von den Kassen übernommen.

Fragen an den Arzt

  • Ich empfinde die Mammographie als sehr unangenehm. Gibt es eine gleichwertige Untersuchung?
  • Wer kann mich zu einer Mammographie überweisen?
  • Ich bin unter 45, habe aber eine Veränderung an meiner Brust festgestellt. Was soll ich tun?
  • Was passiert, wenn bei der Mammographie ein Knoten entdeckt wird?
  • Ist die Strahlenbelastung bei der Mammographie gefährlich?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof. Dr. MPH

Christian Singer

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Klinische Abteilung für allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie

Gesundheitskompass Website

Quellen

Mehr zum Thema