Was ist eine Kürettage?

Frau hält die Hand auf den Unterleib
Bei einer Kürettage wird Gewebe entnommen z. B. aus der Gebärmutter, zur Abklärung bzw. Therapie. ( ruigsantos - Fotolia.com)

Eine Kürettage (Ausschabung) ist ein medizinischer Eingriff, bei dem Gewebe aus einem Organ entnommen wird. Sie wird in verschiedenen Bereichen der Medizin eingesetzt. 

Neben der Zahnheilkunde und in der Dermatologie wird die Kürettage am häufigsten in der Gynäkologie durchgeführt. Dabei wird z.B. zur genaueren diagnostischen Abklärung von Krankheiten Gewebe aus dem Gebärmutterhals oder der Gebärmutter entnommen. Neben der diagnostischen Abklärung kann eine Kürettage unter anderem auch zur Therapie bei einer verlängerten Regelblutung, im Rahmen einer Fehlgeburt oder bei einer ungewollten Schwangerschaft eingesetzt werden.

Überblick

Wann wird eine Kürettage durchgeführt?

 Eine Kürettage wird kann folgenden Zwecken dienen:

  • Zur diagnostischen Abklärung bei Blutungsstörungen, z.B. von unregelmäßigen oder zu starken Blutungen
  • Zur Abklärung von Gebärmutterkrebs
  • Zur Abklärung von Blutungen in der Postmenopause (Wechsel)
  • Zur Therapie bei einer verlängerten Regelblutung
  • Zur Entfernung von Schleimhautausstülpungen (Polypen) in der Gebärmutter
  • Nach einer Fehlgeburt, wenn Gewebereste in der Gebärmutter zurückbleiben
  • Um eine Schwangerschaft bis zur 14. Schwangerschaftswoche abzubrechen

Was passiert bei einer Kürettage?

Eine Kürettage kann in Narkose oder unter örtlicher Betäubung erfolgen. Wie bei jeder medizinischen Behandlung erfolgt davor ein Beratungsgespräch.

Kürettage zur diagnostischen Abklärung

Für den gynäkologischen Eingriff nehmen Sie zuerst auf dem gynäkologischen Stuhl Platz. Nach einer örtlichen Betäubung in den Muttermund werden die Schamlippen und die Scheide desinfiziert. Im Anschluss führt der behandelnde Arzt einen Hohltrichter (Spekulum) ein, um zum Muttermund am Ende der Scheide zu gelangen. Dieser wird mit einer Klemme festgehalten und der Gebärmutterhals mit Stiften auf einige Millimeter aufgedehnt. Mit Hilfe einer Kürette - ein speziell geformter Löffel mit scharfen Rändern - werden die Schleimhaut von Gebärmutterhals und ev. Gebärmutter vorsichtig abgetragen. Zur weiteren Abklärung wird ein Pathologe das abgetragene Gewebe mikroskopisch untersuchen. Der Eingriff dauert etwa 5 bis10 Minuten.

Zur Diagnose wird vor der Kürettage häufig noch eine Gebärmutterspiegelung durchgeführt (Hysteroskopie). Dabei wird eine sehr dünne Optik eingeführt, so dass man sich die Gebärmutterhöhle ansehen und mögliche Probleme gezielt beheben kann.

Kürettage nach einem Spontanabgang einer Schwangerschaft

Kommt es zu einer Fehlgeburt, muss entweder eine Kürettage durchgeführt werden, um das restliche Gewege zu entfernen oder es wird ein Medikament verabreicht, welches die Gebärmutter anregt sich zusammenzuziehen und das restliche Gewebe auszustoßen. Ihr Arzt entscheidet, ob eine Kürettage notwendig ist. Dieser Eingriff erfolgt ambulant und meist unter einer kurzen Vollnarkose.

Kürettage bei einer Abtreibung

Liegt eine ungewollte Schwangerschaft vor, kann ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden. Eine Kürettage kann zwischen der 5. und 14. Schwangerschaftswoche gemacht werden. Heutzutage sollte dabei nur die Absaugmethode angewendet werden. Dabei wird ein dünnes Plastikröhrchen in die Gebärmutter eingeführt und die Schwangerschaft abgesaugt.

Was müssen Sie nach einer Kürettage beachten?

  • Unmittelbar nach einer Kürettage kann es, je nach Operation, zu Schmerzen im Unterbauch, ähnlich wie Regelschmerzen kommen. Dies ist dadurch bedingt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Dagegen helfen Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac.
  • Je nach Narkose und Art der Kürettage können Sie danach gleich nach Hause gehen oder Sie stehen noch ein paar Stunden unter Beobachtung. Lassen Sie sich danach am besten nach Hauses begleiten und ruhen Sie sich erst einmal aus.
  • Die Blutung nach einer Kürettage ist meistens schwächer als eine normale Regelblutung. Allerdings kann es auch zu stärkeren Blutungen kommen. Dies dauert meist 3 bis 5 Tage. Danach kann bis zur nächsten Regelblutung noch ein bräunlicher Ausfluss vorhanden sein.
  • Früher wurde als Schutz vor Infektionen die Empfehlung gegeben, in den ersten Wochen nur duschen, nicht baden und keinen Verkehr zu haben. Diese Empfehlungen haben sich allerdings als unbegründet erwiesen, da sich der Muttermund sehr schnell wieder verschließt.
  • Die nächste Regelblutung setzt meist ganz normal ein. D.h. wenn Sie eine Schwangerschaft beendet haben, kommt die nächste Regel meist nach 4-5 Wochen. Und Sie können sofort wieder schwanger werden. Dehsalb sollten Sie wirksam verhüten, falls Sie nicht gleich wieder schanger werden möchten.
  • Eine Kürettage ist einer der sichersten chirurgischen Eingriffe in der Medizin. Troztdem kann es in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. Deshalb sollten Sie mit dem behandelnden Arzt oder einem Krankenhaus Kontakt aufnehmen falls Sie nach dem Eingriff ungewöhnlich starke Schmerzen, Fieber oder Blutungen haben.

Kürettage: wer therapiert?

Eine Kürettage zur diagnostischen Abklärung kann ambulant beim Gynäkologen durchgeführt werden. In Österreich gibt es spezielle Kliniken und Institute, die für viele Frauen eine Anlaufstellen rund um das Thema Abtreibung sind.

Welche Risiken gibt es bei einer Kürettage?

Eine Ausschabung der Gebärmutter ist ein sehr häufig vorgenommener Eingriff in der Frauenheilkunde und sehr sicher. Leichte Blutungen oder leichte Schmerzen nach dem Eingriff sind normal. Selten kann es zu Verletzungen der Gebärmutter, starken Blutungen oder Infektionen kommen. Eine Kürettage im Rahmen einer Fehlgeburt oder Abtreibung bedeutet oftmals auch eine starke psychische Belastung, bei der eine professionelle Hilfe notwendig sein kann.

Kürettage: Kosten & Krankenkasse

Die Kosten für eine Kürettage zur genauere diagnostischen Abklärung von Krankheiten und im Rahmen einer Fehlgeburt übernehmen die Krankenkassen. Bei einer Abtreibung müssen die Kosten in Österreich selbst getragen werden - außer in medizinisch begründeten Fällen.

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Dr. Christian Fiala

Gynäkologe, ärztlicher Leiter des Gynmed-Ambulatoriums in Wien

Website

Quellen

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