Hitzewallungen

Stresssituationen, Bluthochdruck oder auch die Wechseljahre können Ursachen für Hitzewallungen sein. ( RioPatuca Images - Fotolia.com)

Zu Hitzewallungen kommt es, wenn sich Blutgefäße spontan erweitern. Das kann verschiedene Ursachen haben, die hormonelle Umstellung während der Wechseljahre ist eine der häufigste.

Hitzewallungen und Schweißausbrüche können jedoch auch in Stresssituationen aufkommen, sowie im Zuge anderer Erkrankungen, wie einer Schilddrüsenüberfunktion, Bluthochdruck oder nach Medikamenteneinnahme. Die Symptome können kurz und heftig auftreten, oder auch Stunden dauern, einmalig auftreten oder sich - wie im Falle der weiblichen Wechseljahre - über Jahre erstrecken. Je nachdem, welche Ursache der Arzt diagnostiziert, bietet eine Therapie entsprechende Linderung der Symptome.

Häufigkeit von Hitzewallungen

Hitzewallungen sind eine typische Begleiterscheinung der weiblichen Wechseljahre. Etwa 3 Viertel aller Frauen sind davon betroffen, mitunter kennen auch Männer aufgrund des Testosteronabfalls in den Wechseljahren diese Symptome.

Was sind Hitzewallungen?

Hitzewallungen breiten sich meist wellenförmig von der Brust ausgehend auf den ganzen Körper aus. Es kommt zu einem unangenehmen Wärmegefühl, oft auch zu Schweißausbrüchen. Hitzewallungen können akut entstehen, tagsüber oder auch im Schlaf. Da Hitzewallungen eine häufige Begleiterscheinung der Wechseljahre sind, sind Frauen häufiger davon betroffen. Die Symptome können jedoch auch aufgrund von Stress, Nervosität oder Bluthochdruck entstehen und gehen meist mit plötzlich starkem Herzklopfen und Rötungen der Haut - besonders im Gesicht - einher.

Ursache und Verlauf von Hitzewallungen

Zu Hitzewallungen kommt es, wenn sich Blutgefäße plötzlich erweitern und dadurch mehr Blut aus dem Körperinneren bis unter die Hautoberfläche fließt. Bei Frauen ist dies durchwegs ein typisches Wechseljahre-Symptom, das aufgrund der hormonellen Umstellung, also einem Östrogenabfall, auftreten kann. Die Symptome können häufig auch mit Emotionen verknüpft sein, z.B. in peinlichen Situationen oder bei Aufregung. Auch Männer können infolge des Testosteronabfalls in den Wechseljahren davon betroffen sein. Zu Hitzewallungen kann es jedoch auch infolge einer Schilddrüsenüberfunktion, bei Bluthochdruck, Stress oder nach Einnahme von Medikamenten (z.B. bestimmte Psychopharmaka) kommen, in diesem Fall können auch Männer betroffen sein.

Hitzewallungen können spontan auftreten und rasch wieder vergehen, bei Frauen in den Wechseljahren können diese Symptome so lange auftreten, bis die Hormonumstellung völlig abgeschlossen ist, mitunter also bis zu 2 Jahre lang.

Diagnose von Hitzewallungen

Eine ausführliche Befragung durch den Arzt ist Grundlage für eine individuelle Therapie. Im Gespräch informiert sich der Arzt über Intensität und Dauer der Hitzewallungen, über den Zeitpunkt, er fragt nach möglichen anderen Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder nach Lebensereignissen, die möglicherweise Ursache der Symptome sein können. Eine Unregelmäßigkeit der Menstruation kann ein Zeichen für beginnende Wechseljahre sein und damit Ursache für Hitzewallungen.

Im Zuge einer körperlichen Untersuchung wird der Blutdruck gemessen, die Schilddrüse abgetastet, Herz und Lunge auf ihre Funktionen überprüft. Bei Frauen kommt eine Untersuchung durch den Gynäkologen hinzu. Um die genauen Ursachen von Hitzewallungen zu diagnostizieren, werden spezielle Untersuchungen durchgeführt, wie

  • Blutuntersuchungen (Hormonstatus)
  • EKG (Elektrokardiogramm, bei Verdacht auf Herzerkrankungen)
  • Schilddrüsenszintigrafie (ob eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt)
  • CT (Computertomographie, wenn möglicherweise eine Krebserkrankung vorliegt)

Erst nach einer umfassenden Untersuchung kann die auf die Erkrankung abzielende Behandlung erfolgen.

Therapie von Hitzewallungen

Liegt eine Grunderkrankung vor, muss diese behandelt werden. Bei Bluthochdruck verordnet der Arzt üblicherweise zunächst blutdrucksenkende Medikamente. Ist eine Schilddrüsenerkrankung, meist eine Überfunktion der Hormondrüse Verursacher, kann mit Arzneien entgegengesteuert werden. Auch Medikamenteneinnahme kann Hitzewallungen und Schweißausbrüche zur Folge haben, in diesem Fall muss der Arzt die medikamentöse Therapie verändern.

Die häufigste Ursache von Hitzewallungen jedoch sind die Wechseljahre der Frau. Aufgrund der wenig bekannten Nebenwirkungen einer Hormonersatztherapie, wird diese gegenwärtig nur in schweren Fällen verabreicht. Ärzte raten im ersten Schritt zu einer pflanzlichen Behandlung mit ausgewählten Präparaten, wie etwa aus Traubensilberkerze, Rotklee oder Johanniskraut, sowie 2 Tassen Tee täglich aus den Blättern von Salbei oder Brennesseln.

Hitzewallungen: Was Sie selbst tun können

Achten Sie auf zweckmäßige, atmungsaktive Kleidung und gute Kühlung während der Hitzewallungen, wie etwa mit kalten Kompressen und Frischluft. Günstig ist es, auf erhitzende Nahrungsmittel, wie Kaffee, Schwarztee und Alkohol weitgehend zu verzichten, diese können die Symptome verstärken. Bewegung in der frischen Luft und Stressbewältigung sind wichtige Maßnahmen, um Hitzewallungen und Schweißausbrüchen vorzubeugen. Auch Kneippanwendungen, Wechselduschen oder Fußbäder können den Symptomen entgegenwirken bzw. diese verhindern. Durch regelmäßige sportliche Betätigung lassen sich Hitzewallungen nicht verhindern, auf jeden Fall aber verringern.

Fragen an den Arzt

  • In Stresssituationen neige ich zu Hitzewallungen – ist das normal?
  • Ich habe Bluthochdruck, muss ich Hitzewallungen medikamentös behandeln?
  • Können Hitzewallungen bei jüngeren Menschen auch Anzeichen anderer Erkrankungen sein?
  • Wann muss ich von pflanzlicher auf medikamentöse Therapie umstellen?
  • Wie kann man Hitzewallungen vorbeugen?
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Dr. med. univ.

Dr. Petra Zizenbacher

Allgemeinmedizin

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Quellen

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