Hautkrebs

Hautkrebs - die unterschätzte Gefahr

Hautkrebs: Oberkörper mit Sonnenbrand
Sonnenbrand kann Hautkrebs verursachen. Eincremen schützt. (Sedlacek - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Hautschutz im Sommer
Hautkrebs wird häufiger – in den letzten Jahren stiegen die Fälle von Hautkrebs bei Männern und Frauen durchschnittlich um 20 %. Neben familiärer Vorbelastung sind Hautschäden durch Sonnenstrahlen (Sonnenbrand) ein Risikofaktor bei der Entstehung.

Die verschiedenen Arten der Erkrankung lassen sich mit freiem Auge oft schwer erkennen. Neben der gefährlichsten Art, dem "Schwarzen Hautkrebs" (Melanom), gibt es noch den "Weißen Hautkrebs", der sich im Groben in zwei Formen teilt: das Basaliom (Basalzellkarzinom) und das Spinaliom (Plattenepithelkarzinom). Früherkennung ist bei der Behandlung ausschlaggebend.

Häufigkeit

Hautkrebs nimmt in den letzten Jahren gerade bei der hellhäutigen Bevölkerung deutlich zu. Europaweit erkranken etwa 10 bis 15 von 100.000 Menschen an einer bösartigen Form des Hautkrebses. In Österreich betrifft es durchschnittlich 1.500 Menschen jährlich - Männer wie Frauen gleich stark. Die Tendenz für Hautkrebserkrankungen stieg in den vergangenen 10 Jahren bei Frauen um fast 20 %, bei Männern um 25 % an. Erfreulich dabei: Die Sterblichkeit ging im gleichen Zeitraum um mehr als 15 % bei Männern und um 20 % bei Frauen zurück. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Früherkennung - mehr als jedes 2. Melanom wird in einem sehr frühen Stadium entdeckt.

Ursachen / Symptome /Verlauf

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die Hautkrebs begünstigen können. Von Bedeutung sind

Lichtstrahlen - können Sonnenbrand hervorrufen und bis zum Hautkrebs führen. Andererseits sind Sonnenstrahlen für uns sehr wichtig. Ohne die Sonne kann unser Körper zum Beispiel kein Vitamin D bilden. Sonnenstrahlen bestehen aus UVA, UVB und UVC-Strahlung.

  • Die langwelligen UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein. Sie sind verantwortlich für die direkte Pigmentierung. Vorzeitige Hautalterung und Sonnenallergie können durch vermehrtes Sonnenbaden entstehen und für langfristige Schäden der Haut verantwortlich sein. Die kurzwelligen, energiereichen UVB-Strahlen bewirken eine verzögerte Bildung von Melanin und so eine langfristige Bräunung der Haut. Durch UVB-Strahlen wird Vitamin D gebildet, aber auch der Sonnenbrand hervorgerufen.
  • Die UVC-Strahlen gelangen nicht bis zur Erde und sind für uns irrelevant.

Melanin ist ein Farbstoff und für die Pigmentierung der Haut verantwortlich. Je mehr Melanin vorhanden ist, desto länger wird auch die Eigenschutzzeit der Haut. Durch verschiedene Schutz- und Reparaturmechanismen ist es dem Körper möglich, gesunde neue Zellen zu bilden. Verschiedene Risikofaktoren führen aber zu Störungen dieser Schutzmechanismen. So kann es zu Veränderungen in der Hautoberfläche und schließlich zu Hautkrebs kommen.

Folgende Einteilung gibt es bei Hautveränderungen

Weißer Hautkrebs

Der am häufigsten auftretende Hautkrebs ist das Basaliom (Basalzellkarzinom). Es besteht aus kleinen hautfarbenen bis bräunlichen Knötchen und tritt vorzugsweise an stark der Sonne ausgesetzten Stellen wie zum Beispiel im Gesicht auf, bildet aber nur in fortgeschrittenem Stadium Metastasen. Das Basaliom ist lokalzerstörend: Da es tief ins Gewebe hineinwachsen kann, kommt es oft zur Zerstörung vom umgebenden Gewebe.

Das Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) stellt den am zweithäufigsten auftretenden Hautkrebs dar. Es sieht knotig hautfarben aus, und entartet im Gegensatz zum Basaliom meist im fortgeschrittenen Stadium zu Metastasen.

Schwarzer Hautkrebs

Das bösartige Melanom ist ein Tumor der pigmentbildenden Zellen und beginnt bereits in einem sehr frühen Stadium mit der Bildung von Metastasen. Die Entstehung von Melanomen erfolgt spontan auf vorher unauffälliger Haut oder auf dem Boden eines bestehenden Muttermals. Am häufigsten betroffen sind die Kopfhaut, der Rücken, die Beine oder das Gesicht.

Bei beiden Arten von Hautkrebs ist eine Früherkennung durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig. Denn wird der Tumor erst in einem fortgeschrittenem Stadium entdeckt, sinken die Prognosen für eine vollständige Ausheilung.

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Diagnose

Der Hautarzt begutachtet verdächtige Muttermale mit Hilfe der Auflichtmikroskopie und der Berücksichtigung der ABCDE-Kriterien. Entdeckt Ihr Hautarzt ein verdächtiges Muttermal, entnimmt er eine Gewebeprobe und schickt diese an ein Labor, wo ein Befund erhoben wird. Je nach Befund sind dann weitere Untersuchungen notwendig.

Diagnostiziert der Arzt ein Melanom, werden bei gewissen Stadien auch die Lymphknoten in den umliegenden Lymphbahnen begutachtet (Schildwächterlymphknoten).

Therapie

Eine möglichst frühzeitige Diagnose und vollständige chirurgische Entfernung des Melanoms durch den Arzt ist sehr wichtig. Die Therapie ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Was für ein Tumor liegt vor?
  • An welcher Stelle liegt der Tumor?
  • Welches Stadium der Erkrankung liegt vor?
  • Wie groß muss die sogenannte Sicherheitszone sein?

Bei der Entfernung wird je nach Dicke des Tumors eine Sicherheitszone von 0,5 bis 2 cm um das Melanom herum zusätzlich entfernt, das erfolgt entweder ambulant oder stationär. Anschließend wird der Tumor unter dem Mikroskop begutachtet.

Wenn Sie die Diagnose Hautkrebs erhalten haben, wird Sie Ihr Arzt ausführlich über die weiteren Behandlungsmaßnahmen informieren, um Ihre Heilungschancen zu verbessern.

Zu den weiteren Behandlungsmaßnahmen gehören unter anderem die Interferontherapie, die Chemotherapie und die Antikörpertherapie.

  • Interferontherapie: hier werden mit der Gabe von speziellen Proteinen (Interferonen) das Immunsystem und die körpereigene Abwehr stimuliert.
  • Chemotherapie: Die Chemotherapie wird bei fortgeschrittenen Hautkrebsarten eingesetzt, um gezielt Metastasen abzutöten.
  • Antikörpertherapie: bei dieser Therapieform werden spezielle Antikörper eingesetzt, um gezielt die Krebszellen am Wachstum zu hindern.

Was kann der Betroffene tun?

Mit der einfachen ABCDE-Regel können Sie selbst regelmäßig Ihre Haut und Muttermale auf Unregelmäßigkeiten überprüfen:

A Asymmetrie Welche Form hat das Muttermal? Ist es ungleichmäßig?
B Begrenzung Ist das Muttermal örtlich begrenzt?
C Coloration Hat es ene unheitliche Färbung?
D Durchmesser Ist der Durchmesser größer als 6 mm?
E Ebene Ist das Muttermal erhaben?

Diese Methode soll es ermöglichen, Veränderungen an Muttermalen rechtzeitig zu bemerken. Trifft eines der Merkmale zu, ist es ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen.

Mit ein paar einfachen Tipps können Sie Ihr Risiko senken:

  • Beugen Sie einem Sonnenbrand vor, indem Sie den Aufenthalt in der Sonne meiden, wenn die Strahlung am intensivsten ist. Gehen Sie deshalb in der Mittagszeit von 12 bis 16 Uhr aus der Sonne!
  • Ist der Aufenthalt in der Sonne nicht zu vermeiden, verwenden Sie unmittelbar vorher einen ausreichend hohen Sonnenschutz. Ihr Hautarzt oder Apotheker berät Sie kompetent zum Lichtschutzfaktor und dem Schutz für Ihren Hauttyp.
  • Da die Haut einen Sonnenbrand nicht "vergisst", ist es besonders wichtig, Kinder und auch Jugendliche mit T-Shirt, Kopfbedeckung und Sonnenbrille in die Sonne gehen zu lassen und mit hohem Sonnenschutzfaktor einzucremen.
  • Vergessen Sie beim Eincremen die empfindlichsten Stellen nicht: Kopfhaut, Ohren, Lippen und Füße
  • Regelmäßiges Nachcremen ist genauso wichtig, wie die richtige Pflege nach dem Sonnenbaden.
  • Kontrollieren Sie Ihre Haut und die Muttermale auf Veränderungen und gehen Sie regelmäßig zu Ihrem Hautarzt.

Fragen an den Arzt

  • Wie oft sollte ich meine Muttermale überprüfen lassen?
  • Welcher Zeitpunkt ist sinnvoll bei der Entfernung eines Muttermales?
  • Wie lange nach der Muttermalentfernung muss ich mich körperlich schonen?
  • Wann darf ich wieder baden gehen?
  • Was muss ich bei der Nachsorge der Narbe berücksichtigen?
  • Welcher Lichtschutzfaktor ist für mich der richtige?
  • Was kann ich nach einem Sonnenbrand machen?
  • Wie schütze ich mein Kind in der Sonne am besten?
  • Wie oft soll man zur Kontrolle gehen?
  • Wie kann ich meinen Hauttyp testen?

Weiterführende Informationen

Medizinischer Experte

OA Univ.-Doz.

Dr. Paul Sator

Dermatologie

1. Oberarzt der Hautabteilung, KH Hietzing, Wien

Gesundheitskompass Website

Quellen

ICD-10: C44, C43

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