Handy-Nacken

Wird der Nacken nicht durch abwechslungsreiche Bewegungen und durch Dehnung entlastet, kann die Halswirbelsäule geschädigt werden. (contrastwerkstatt - Fotolia.com)

Eine starre und verkrampfte Kopfhaltung beim Telefonieren führt zu muskulären Verspannungen. Wie vermeidet man einen Handy-Nacken und was kann man dagegen tun?

Bei einem stark geneigten Kopf beim Blick auf das Handydisplay oder wenn das Telefon zwischen Schulter und Ohr einklemmt wird können sich Verspannungen einstellen. Wer sich wiederholt und über längere Zeit in solch einer unnatürlichen Körperhaltung befindet, dem droht ein steifer Nacken. Vermeiden Sie die Verspannungen, indem Sie Kopf und Nacken möglichst gerade halten und sich abwechslungsreich bewegen. Wenn sich die Muskeln bereits versteift haben, führen Wärmeanwendungen und Massagen zu Linderung. Zudem können Sie Ihre Nackenmuskulatur Zuhause durch Dehnungsübungen lockern.

Überblick

Wie häufig entwickelt sich ein Handy-Nacken?

Ein steifer Nacken ist keine Seltenheit. Fast jeder wird schon einmal mit einer muskulären Verspannung zu tun gehabt haben. Der Grund dafür ist häufig ein Haltungsfehler oder aber Überbelastung, beispielsweise das Tragen sehr schwerer Schultertaschen oder Rucksäcke.

Handy-Nacken: Symptome und Verlauf der Muskelverspannung

Ein steifer Nacken kann zu Schmerzen in der Schulterregion führen, die in Richtung der Arme und den oberen Rücken ausstrahlen. In einigen Fällen werden die Beschwerden von Kopfschmerzen begleitet. Die Ursache dafür liegt häufig in einer einseitigen Belastung. Durch die dauerhaft gesenkte Kopfhaltung – etwa beim Blick auf das Handy oder beim Einklemmen des Telefons zwischen Ohr und Schulter – verkrampfen die Muskeln im Nacken- und Halsbereich. Durch die zusammengezogenen Muskelfasern bilden sich lokal begrenzt knotenartige Verhärtungen. Jede weitere Bewegung führt zu ziehenden und stechenden Schmerzen.

Bei dauerhafter Fehlbelastung drohen Langzeitfolgen: Wird der Nacken nicht durch abwechslungsreiche Bewegungen und durch Dehnung entlastet, kann die Halswirbelsäule geschädigt werden. Auch die oberen Bandscheiben können durch die gebeugte Haltung beeinträchtigt werden, da sie einer einseitigen Druckeinwirkung ausgesetzt sind.

Diagnose eines Handy-Nackens

Der Arzt kann die Muskelverhärtung durch Abtasten feststellen. Bei der Berührung treten an der betroffenen Körperpartie stechende Schmerzen auf. Ein dumpfes Ziehen ist aber auch in Ruheposition möglich.

Therapie und Übungen bei einem Handy-Nacken

Bei akuten Nackenschmerzen hilft es, die betroffenen Stellen zu massieren oder mit Hilfe einer Wärmflasche oder eines Heizkissen zu entspannen. Dauerhafte Besserung tritt vor allem durch Vermeidung der einseitigen Belastung und durch Dehnübungen ein, die den Nacken beweglich halten.

Klassische Massage

Durch drückende, ziehende und dehnende Handgriffe werden Gewebe und Muskulatur bearbeitet. Dabei wird der Stoffaustausch zwischen den Blutgefäßen und dem umliegenden Gewebe erhöht. Angestaute Lymphflüssigkeit fließt vermehrt ab, die Schmerzen lassen nach.

Physiotherapie                      

Die Bewegungsübungen bei der Physiotherapie lockern das verspannte Muskelgewebe. Zudem kann der Therapeut Ihnen abwechslungsreiche Übungen für Zuhause zeigen und wie Sie einer erneuten Überbelastung entgegenwirken.

Entzündungshemmende Medikamente können den Heilungsprozess zusätzlich beschleunigen. Diese können lokal in Form einer Spritze verabreicht als Tablette eingenommen werden.

Handy-Nacken: Was kann der Betroffene selber tun?

Je nach persönlicher Vorliebe können Wärme- oder Kälteanwendungen wohltuende Effekte erzielen. Bewegungsübungen, die die Muskulatur lockern und auch stärken, sollten regelmäßig Zuhause wiederholt werden.

Entspannende Übungen

  • Um die Nackenmuskulatur zu lockern, können sie den Kopf in aufrechter Haltung langsam so weit es geht abwechselnd nach rechts und nach links drehen. Wiederholen Sie jede Seite fünfmal.
  • Neigen Sie Ihr Kinn langsam in Richtung Brust und anschließend in die entgegengesetzte Richtung. Danach neigen Sie abwechselnd das rechte Ohr zur rechten Schulter und das linke Ohr zur linken Schulter. Wiederholen Sie jede Seite fünfmal, um die Nackenmuskulatur flexibel zu halten.
  • Beugen Sie Ihr Kinn auf die Brust und kreisen den Kopf dann zur rechten Schulter, nach hinten, zur linken Schulter und zurück zum Kinn. Wiederholen Sie drei Kreise im Uhrzeigersinn, danach drei in entgegengesetzter Richtung.

Wärme- oder Kälteanwendung

Durch die Erwärmung der betroffenen Muskelpartie werden Durchblutung und Stoffwechsel gesteigert, sodass sich die Verspannung nach und nach löst und angestaute Gewebsflüssigkeit abfließen kann. Wer möchte, kann eine Wärmflasche oder ein aufgeheiztes Körnerkissen verwenden oder aber ein heißes Bad einlassen.

Wer Kälteanwendungen bevorzugt, der kann ein in Tuch gewickeltes Kühl-Pad auf die Muskelverhärtung legen. Der Effekt ist derselbe: Durchblutung und Stoffwechsel werden angekurbelt. Probieren Sie am besten aus, welche Methode Ihnen persönlich angenehmer ist.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Sylvia Neubauer
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

B.Sc

Mag. Nora Hellmayr

Physiotherapeutin / Sportwissenschafterin

Website

Quellen

  • Schwachstelle Nacken, Gezielt und effektiv: Übungen gegen Verspannungen und Schmerzen, K. Bartrow, Trias Verlag, Stuttgart, 2015
  • Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter GmbH & CoKG, Berlin, 2014
  • Leitfaden: Physiotherapie in der Orthopädie und Traumatologie, M. Fleischhauer, D. Heimann, U. Hinkelmann, Urban & Fischer Verlag, München, Jena, 2002
  • Gesund am Computer, Wie man Rücken- und Gelenkschmerzen vorbeugt und die Augen trainiert, L. Angart, F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München, 2005
  • Übungen in der Physiotherapie, R. Wiesner, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2009

Mehr zum Thema