Grauer Star (die Katarakt)

Die Trübung der Augenlinse führt zur Einschränkung der Sehfähigkeit

Grauer Star: Eine Frau bekommt spezielle Augentropfen, die den Heilungsprozess nach der Operation des grauen Stars beschleunigt.
Nach der Grauen Star - OP beschleunigen spezielle Augentropfen den Heilungsprozess. (Gerhard Seybert - Fotolia.com)
Der Graue Star bezeichnet eine Trübung der Augenlinse, dadurch verliert das Auge die Fähigkeit, scharf zu sehen. Der Betroffene nimmt die Umgebung nur mehr verschwommen wahr.

Besonders häufig tritt der Graue Star bei älteren Menschen auf; er wird dann nicht als Krankheit, sondern als Alterserscheinung eingestuft, prinzipiell können aber alle Altersgruppen betroffen sein. Die Diagnose erfolgt beim Augenarzt durch eine Untersuchung der Linse mittels Spaltlampe. Bei einem raschen Verlauf der Katarakt kann auch ein Grüner Star entstehen. Unbehandelt führt der Graue Star zur Erblindung, die einzige Therapiemöglichkeit ist eine Operation.

Häufigkeit

Die Katarakt stellt insgesamt die häufigste Erblindungsursache auf der Welt dar. Dies betrifft vor allem die Entwicklungsländer, da dort wegen der schlechten medizinischen Infrastruktur operative Eingriffe kaum möglich sind - zumindest nicht für die ärmeren Bevölkerungsschichten. Die häufigste Form einer Katarakt ist mit über 90 % die Alterskatarakt. In Österreich werden pro Jahr rund 80.000 Menschen am Grauen Star operiert.

Ursachen und Risikofaktoren

Es gibt auch angeborene (kongenitale) und jugendliche (juvenile) Formen der Katarakt, typischerweise ist der Graue Star aber eine Erkrankung, die im Alter - speziell ab dem 60. Lebensjahr - auftritt. Daneben gibt es einige Risikofaktoren, welche die Entwicklung einer Katarakt begünstigen. Manche Erkrankungen, wie Diabetes, Atopien (Überempfindlichkeitsreaktionen), chronische Regenbogenhautentzündungen und ein massiver Anstieg des Augeninnendrucks (akuter Glaukom-Anfall) führen zu einer früheren und häufigeren Katarakt-Entstehung. Dasselbe gilt für Medikamente wie Kortison, Allopurinol, verschiedene Therapien (z.B. Bestrahlungstherapien mit ionisierender Strahlung, Ultraviolettstrahlung) sowie Umwelteinflüsse (intensive Infrarotstrahlung).

Auch frühere Verletzungen wie Augapfelprellungen können zu einer Katarakt führen, ebenso vorangegangene operative Eingriffe an Augapfel, Netzhaut und Glaskörper.

Angeborene Katarakte können sowohl erbliche Faktoren als auch Infektionen im Mutterleib (z.B. Toxoplasmose, Röteln, Zytomegalievirus und Herpes) als Ursache haben.

Symptome

Sollten Sie folgende Symptome bei sich bemerken, besteht die Möglichkeit, dass sich ein Grauer Star gebildet hat. 

  • Verschlechterung der Sehschärfe: Betroffene sehen verschwommener, mitunter sogar doppelt (monokulare Doppelbilder).
  • Kurzsichtigkeit: Kurzsichtigkeit kann durch Grauen Star ausgelöst oder verstärkt werden.
  • Reduzierung des Kontrastsehens und Veränderung der Farbwahrnehmung.

Wenn Farben zunehmend blasser werden und Sie Kontraste von hell und dunkel schlechter wahrnehmen können, ist dies oft ein Indiz für Grauen Star.

  • Verfärbung der Pupille: Ist die Trübung der Linse besonders stark, erscheint die Pupille nicht mehr schwarz, sondern grau bis weißlich. Dieses eindeutige Anzeichen ist namensgebend für den "Grauen" Star.
  • Blendungsgefühl: durch Streuung der Lichtstrahlen in der getrübten Linse.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch den Augenarzt mittels einer Untersuchung an der Spaltlampe. Die Pupille wird dafür medikamentös erweitert. Auch in einem frühen Stadium, wenn die Linsentrübung und Verfärbung noch nicht sehr stark sind, kann der Augenarzt die Strukturveränderungen der Linse erkennen.

Der Augenarzt kann auch einen Grünen Star feststellen. Durch eine permanente Erhöhung des Augendrucks kommt es zu einer irreparablen Schädigung des Sehnervs. Dieser schmerzlose Prozess verläuft schleichend und wird oft zu spät bemerkt, daher ist es wichtig, jedes Jahr zur augenärztlichen Untersuchung zu gehen.

Therapie - die Operation

Unbehandelt führt der Graue Star zur Erblindung. Die einzige Therapiemöglichkeit besteht in einer Operation, die dann empfehlenswert ist, wenn durch die Trübung die Sehfähigkeit beeinträchtigt wird oder die Gefahr einer Augendruckerhöhung durch die Größenzunahme der getrübten Lise besteht.

Bei der Operation wird üblicherweise eine lokale Narkose angewandt, entweder per Spritze unter den Augapfel oder mittels Augentropfen. In Ausnahmefällen kommt auch eine Vollnarkose zum Einsatz. Beim Eingriff wird die Hornhaut des Auges eingeschnitten, die Vorderkapsel der Linse kreisrund eröffnet und die Linse mehrmals geteilt. Im Anschluss zerkleinert der Chirurg die Linse mit Ultraschall und saugt sie ab. Schließlich muss die Linse noch durch eine Kunstlinse aus Acryl oder Silikon ersetzt werden. Die Stärke der einzusetzenden Linse wird vor der Operation individuell für jeden Patienten mittels Vermessung des Auges (Biometrie) bestimmt. So können auch bestehende Fehlsichtigkeiten annähernd ausgeglichen werden.

Die Katarakt-Operation kann von einem erfahrenen Augenchirurgen routinemäßig ohne große Risiken durchgeführt werden und dauert in der Regel 15 bis 20 Minuten. Im Normalfall kann der Patient das Krankenhaus noch am selben Tag verlassen und nach wenigen Tagen wieder scharf sehen.

Laser-OP derzeit noch keine echte Alternative

An dem Einsatz eines speziellen Lasers für die Star-Operation wird intensiv geforscht. Es gibt bereits positive Ergebnisse, und an einigen Zentren wird diese Methode auch schon eingesetzt. Dennoch befindet sich die Laser-OP bei Grauem Star erst in einem frühen Entwicklungsstadium, sie eignet sich nicht für jede Art bzw. jeden Schweregrad des Grauen Stars. Außerdem spart sie im Vergleich mit der herkömmlichen Operation derzeit weder Zeit noch Kosten, da zusätzliche Geräte und Arbeitsschritte notwendig sind.

Was kann der Patient tun?

In den meisten Fällen ist nach der Operation keine besondere Schonung notwendig. Sie sollten aber in den ersten beiden Wochen allzu große Belastungen vermeiden - z.B. keine schweren Lasten (über 15kg) tragen und die sportliche Betätigung zurückschrauben. Außerdem soll keinesfalls am Auge gerieben oder auf das Auge gedrückt werden. Um mögliche Infektionen zu verhindern, müssen Sie Schwimmbad und Sauna für ca. 14 Tage meiden, ebenso Arbeiten mit Staub, Schmutz und infektiösen Partikeln (z.B. Gartenarbeit). Zusätzlich ist für einige Wochen nach der Operation das Eintropfen von entzündungshemmenden und antibiotischen Augentropfen nach Angabe des Operateurs notwendig. Bei großer Helligkeit (Schönwetter, Sonnenschein) ist das Tragen von Sonnenbrillen sinnvoll. Manchmal ist eine Lesebrille erforderlich.

Fragen an den Arzt

  • Betrifft der Graue Star nur ältere Menschen?
  • Was kann die Entstehung von Grauem Star begünstigen?
  • Wann sollte der Graue Star operiert werden?
  • Lässt sich der Graue Star lasern?
  • Kann ein bereits operiertes Auge nochmal an Grauem Star erkranken?
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Dr. Lukas Kellner

Leiter der Kataraktambulanz, Krankenanstalt Rudolfstiftung der Stadt Wien

www.facharztzentrum-votivpark.at

Gesundheitskompass

Quellen

  • Handbuch Nährstoffe: Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung, H. Schurgast, M. B. Zimmermann, U. P. Burgerstein, Trias Verlag, 12. Auflage, Stuttgart, 2012
  • Grüner Star & Grauer Star, C. Faschinger, O. Schmut, Verlagshaus der Ärzte, Graz, 2012
  • Klinische Ophthalmologie, J. J. Kanski et al., 6. Auflage, Urban & Fischer, München, 2008

ICD-10: H26; H26.1, H26.2, H26.3, H26.4, H26.8, H26.9

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