Gastroskopie

Gastroskopie (Magenspiegelung): Patient fasst sich an den Bauch
Die Gastroskopie gehört zu den Standarduntersuchungen und verursacht in den meisten Fällen keine Komplikationen. (lightwavemedia - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Gesunder Darm, Magen

Die Gastroskopie (Magenspiegelung) ist eine endoskopische Untersuchung. Sie ist ein bildgebendes Untersuchungs- und Diagnoseverfahren, mit dem die Speiseröhre, der Magen und der obere Bereich des Zwölffingerdarms begutachtet werden.

Dafür wird ein biegsames Endoskop (Gastroskop) eingeführt, das mit Licht und Kamera ausgestattet ist und durch das auch eine Zange zur Probenentnahme (Biopsie) eingeschoben werden kann. Dank der raschen und eindeutigen Diagnose kann im Krankheitsfall innerhalb kürzester Zeit mit einer Therapie begonnen werden.

Anlass einer Gastroskopie

  • Vorsorgeuntersuchung: Eine Gastroskopie ist im Rahmen der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung nicht vorgesehen, da dafür ein Nutzen nicht dokumentiert ist. Bei Personen bestimmter Risikogruppen (z.B. Magenkarzinom in der Familie) sollte die Gastroskopie aber auch zur Vorsorge eingesetzt werden.
  • Diagnosestellung: Die Gastroskopie ist das Standarddiagnoseverfahren bei Verdacht auf Gastritis, Magengeschwür, Magenkarzinom oder Ösophagitis (Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut). Bei Patienten, die an der Refluxkrankheit leiden, wird mit Hilfe der Gastroskopie die Speiseröhre auf Schäden untersucht.
  • Verlaufskontrolle, Operations-/Behandlungsnachsorge: Auch als Verlaufskontrolle nach Operationen, wie zum Beispiel der Entfernung von Magenkarzinomen, kommt sie zum Einsatz.
  • Therapie: Während einer Gastroskopie können Blutungen gestillt sowie Polypen oder Fremdkörper entfernt werden. Bei einer Verengung der Speiseröhre wird diese während der Gastroskopie ausgedehnt. Auch Vorstufen oder Frühformen von Speiseröhren- und Magenkrebs können während einer Gastroskopie entfernt werden.

Was passiert bei einer Magenspiegelung?

Die Magenspiegelung erfolgt in Seitenlage und nimmt in etwa 10 bis 15 Minuten in Anspruch. Das Gastroskop wird über den Mund in die Speiseröhre geführt und weiter bis in den Magen und Zwölffingerdarm geschoben. Der Magen wird mit etwas Luft aufgeblasen, dadurch entfaltet er sich und krankhafte Veränderungen können besser erkannt werden. Mit einer kleinen Zange, die durch das Endoskop eingeführt wird, können während einer Gastroskopie Gewebeproben entnommen werden, die dann im Labor weiteruntersucht werden. Krankhafte Veränderungen wie Blutungsquellen oder Polypen werden im Rahmen einer Gastroskopie sofort behandelt.

Das Gastroskop ist ein Gerät mit einem zirka 110 cm langen und 1 cm dicken, elastischen Schlauch. Die Spitze des Geräts ist mit einem Licht und einer Kamera ausgestattet. Die Bilder der Kamera werden auf einen Monitor übertragen.

Um übermäßigen Brechreiz beim Schlucken des Gastroskops zu vermeiden, wird der Rachen vor der Untersuchung mit einem Lokalanästhetikum besprüht. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Beruhigungsmittel zu injizieren, um die Untersuchung im Schlaf durchzuführen; dabei werden Brechreiz und Empfindlichkeit unterdrückt. Aufgrund der eingeblasenen Luft, durch die sich der Magen entfaltet, können nach der Untersuchung für kurze Zeit leichte Blähungen und ein Völlegefühl auftreten.

Wo wird eine Magenspiegelung vorgenommen?

  • Facharzt für Innere Medizin
  • Zusatzfacharzt für Gastroenterologie und Hepatologie
  • Facharzt für Chirurgie
  • Kann ambulant oder stationär durchgeführt werden

Welche Risiken hat die Gastroskopie?

Die Gastroskopie gehört mittlerweile zu den Standarduntersuchungen und verursacht in den meisten Fällen keine Komplikationen. Es besteht ein geringes Risiko einer Schleimhautverletzung oder einer Organperforation.

Was können Sie zum Gelingen der Magenspiegelung beitragen?

  • Nüchtern: 6-8 Stunden vor der Untersuchung sollten Sie keine Nahrung mehr zu sich nehmen und nur mehr klare Getränke trinken.
  • Zahnprothesen: Herausnehmbare Zahnprothesen müssen vor der Untersuchung herausgenommen werden, um Verschlucken oder eine Beschädigung zu vermeiden. Nach der Untersuchung: Sie sollten nichts Essen oder Trinken, bis die Wirkung des Lokalanästhetikums nachlässt.
  • Beeinträchtigung der Konzentration: Nach einer Gastroskopie sollten Sie nicht selbst Autofahren oder Tätigkeiten verrichten, die eine erhöhte Konzentration erfordern.

Die Untersuchung hat keine Nachwirkungen, es kann aber sein, dass nach der Untersuchung ein leichtes Kratzen im Hals zu spüren ist. Wurde bei der Untersuchung auch ein Beruhigungsmittel verabreicht, muss der Patient noch 1 Stunde nach der Untersuchung in ärztlicher Betreuung bleiben.

Kosten & Krankenkasse

Die Kosten für eine Gastroskopie werden von der Krankenkasse übernommen. Für eine Gastroskopie ist eine Überweisung nötig.

Fragen an den Arzt

  • Was muss ich vor einer Gastroskopie beachten?
  • Wann werden bei einer Gastroskopie Schmerzmittel verabreicht? Wann nicht?
  • Wie sicher sind die Ergebnisse einer Gastroskopie?
  • Wann darf eine Gastroskopie nicht durchgeführt werden?
  • Was muss ich nach einer Gastroskopie beachten? Wann darf ich wieder essen und trinken?

Medizinischer Experte

Ao.Univ.-Prof.

Dr. Christian Müller

Innere Medizin

Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, AKH Wien

Quellen

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