Die Gallenblase

Die Gallenblase (orange eingefärbt), im Hintergrund die anderen Organe (blau).
Die Gallenblase spielt in der Verdauung von Fetten wichtige Rolle. (nerthuz - Fotolia.com)

Die Gallenblase ist ein kleines Hohlorgan, das unmittelbar der Leber anliegt. Sie spielt in der Verdauung von Fetten wichtige Rolle. In der Gallenblase wird die Gallenflüssigkeit, die von der Leber produziert wird, gespeichert.

Nach der Nahrungsaufnahme wird die Gallenflüssigkeit über den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben. Hier hilft sie Fette zu zerlegen und zu verdauen. Mitunter kann die Gallenblase, etwa durch eine Entzündung oder Gallensteine, auch Schmerzen verursachen. Gallensteine können sich durch ein Druck- und Völlegefühl, sowie Schmerzen, Krämpfen im Oberbauch und Blähungen bemerkbar machen. Mit Hilfe einer minimal-invasive Operation lassen sich die Steine entfernen. 

Überblick Gallenblase

Wie funktioniert die Gallenblase?

Die Gallenflüssigkeit, die in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert wird, dient der Zerlegung und Verdauung von Nahrungsfetten. In der Gallenblase können bis zu 50ml Galle gespeichert werden. Die Gallenflüssigkeit besteht hauptsächlich aus Wasser, Cholesterin, Gallensäuren, Natrium, Chlorid und Gallenfarbstoff. Die Speicherung erfolgt nur zwischen den Mahlzeiten. Wird Nahrung aufgenommen, kontrahiert sich die Gallenblase und gibt die Galle in den Zwölffingerdarm ab.

Aufbau der Gallenblase

Die Gallenblase ist ein 6 bis 10cm langes birnenförmiges Hohlorgan, das an der Unterseite der Leber liegt und mit ihr über den Lebergang (Ductus hepaticus) verbunden ist. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch der Dickdarm und der Zwölffingerdarm. Über den Gallengang steht die Gallenblase mit dem Zwölffingerdarm in Verbindung, in den sie die Galle nach der Nahrungsaufnahme abgibt. Gemeinsam mit dem Gallengang mündet auch der Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm, über den ebenfalls Verdauungsenzyme abgegeben werden. 

Welche Aufgaben hat die Gallenblase?

Die Funktion der Gallenblase ist die Speicherung der Gallenflüssigkeit. Das Gallensekret wiederum dient der Zersetzung von Nahrungsfetten.

Wie werden Gallenblase und Gallenwege untersucht?

Blutwerte können in gewissem Maß Aufschluss über Erkrankungen geben. Die wichtigste Untersuchung ist die Ultraschalluntersuchung, bei der der Patient nüchtern sein muss. Eine weitere schmerzlose Untersuchung ist die MRCP, welche mittels Magnetresonanztomographie das Gallengangsystem darstellen kann, auch in 3D.

Erkrankungen der Gallenblase

Gallensteine

Die häufigste Erkrankung der Gallenblase sind die Gallensteine (Cholzystolithiasis). Sie entstehen durch Veränderungen in der Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit. Oftmals kommt es zu keinerlei Beschwerden. Gallensteine können die Gallenblasenwand reizen und unspezifische Beschwerden bis zu massiven Schmerzen verursachen.

Rutscht ein Gallenstein aus der Gallenblase in den Gallengang, kann er dort steckenbleiben und kolikartige Schmerzen und/oder eine Leber- und Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Gallengangsentzündung hervorrufen. Das kann unbehandelt lebensbedrohend sein. Gallensteine können aber nicht nur in der Gallenblase, sondern auch außerhalb in den Gallengängen entstehen, besonders bei Patienten nach einer Gallenblasenoperation.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Frauen sind häufiger von Gallensteine bzw. Gallenleiden betroffen als Männer. Die Risikofaktoren für Gallensteine werden unter dem Begriff „6-F“ zusammengefasst:

  • Fair (Blond-heller Hauttyp)
  • Family (Gallensteinleiden in der Familie)
  • Fat (Übergewicht)
  • Female (weibliches Geschlecht)
  • Fertile (mehrere Schwangerschaften)
  • Forty (über 40 Jahre)

Entzündung der Gallenblase

Die Ursache einer Entzündung der Gallenblase sind in 90% der Fälle Gallensteine. Die Gallensteine blockieren, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben, den Gallengang und führen zu einer Abflussbehinderung der Gallenflüssigkeit. Die Therapie besteht aus einer operativen Entfernung der Gallenblase. Außerdem werden Antibiotika gegeben, um eine Ausbreitung der Entzündung auf die umliegenden Organe zu verhindern.

Da die Gallenblase lediglich als Speichertort für den Gallensaft dient, kann man auch sehr gut ohne Gallenblase leben, was etwa nach einer operativen Entfernung der Gallenblase der Fall ist.

Gallenblasen- und Gallengangskrebs

Beide Krebsarten sind äußerst selten. Risikofaktoren sind eine chronische Gallenblasenentzündung (meist bei Steinen) sowie Gallenblasenpolypen.

So bleibt die Gallenblase gesund

Risikofaktoren, die zu Gallensteinen führen, sollten vermieden werden. Dazu zählt eine ausgewogene, nicht allzu fettreiche Ernährung und Sport, um Übergewicht vorzubeugen. Vor allem tierische Fette, cholesterinreiche Nahrungsmittel einschränken. Dazu zählen Fleisch, Wurst, Eier, Innereien und fettreicher Käse. Der Verzehr von Obst und Gemüse wirkt der Bildung von Gallensteinen entgegen. Ein rascher Gewichtsverlust im Rahmen von Diäten ist ebenfalls ein Risikofaktor, sodass radikale Diäten bzw. ein zu rascher Gewichtsverlust vermieden werden sollten.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Doz.

Dr. Bernhard Angermayr

Gastroenterologie & Hepatologie, Innere Medizin

Ärzte im Zentrum, St. Pölten

Gesundheitskompass Website

Quellen

ICD-10: K81, K82, C23

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