Erkältung (Grippaler Infekt, Verkühlung)

Grippaler Infekt ist nicht Grippe

Erkältung (Grippaler Infekt, Verkühlung): Frau putzt sich, erkältet im Bett liegend, die Nase
Erkältungen vorbeugen: Besonders in der kalten Jahreszeit sollte das Immunsytem gestärkt werden. (olly - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Verkühlung

Erkältung (Verkühlung, grippaler Infekt) ist eine Infektion der oberen Atemwege und wird oft mit Grippe (Influenza) verwechselt. Beide Erkrankungen haben ähnliche Symptome: (Mäßig hohes) Fieber, Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Krankheitsgefühl.

Letzteres ist bei Grippe jedoch stärker ausgeprägt als bei grippalen Infekten. Schonung und Hausmittel bei Erkältungen sind die vorrangige Therapie. Zur Vorbeugung hilft alles, was das Immunsystem stärkt, in erster Linie eine gesunde Lebensführung.

Häufigkeit

Erkältungen sind so häufig, dass sich keine genauen Zahlen dazu finden lassen. So gut wie jeder Mensch hat zumindest einige Male in seinem Leben eine Erkältung, bei Kindern im Vor- und Volksschulalter sind auch mehrere Erkältungen im Laufe eines Jahres durchaus normal. Sie können das ganze Jahr über auftreten, sind aber im Winter um vieles häufiger als im Sommer.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Erkältungen werden durch eine ganze Reihe verschiedener Viren ausgelöst. Nur 8 % (etwa jeder 12. Fall) werden durch Bakterien verursacht. Übertragen wird eine Erkältung vor allem durch Tröpfcheninfektion, aber auch durch Schmierinfektion.

Symptome der Erkältung

  • Mäßig hohes Fieber,
  • Schnupfen anfangs wässrig, dann ist das Nasensekret gelb und zäh,
  • Husten,
  • Halsschmerzen,
  • Abgeschlagenheit und
  • eventuell Kopf- und Gliederschmerzen.

Das Ausmaß der Symptome ist meistens nicht sehr intensiv und sie beginnen nach 2 bis 3 Tagen abzuklingen.

Wenn die Symptome heftig sind oder lange anhalten, steckt möglicherweise eine schwerere Infektion dahinter. Dann sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Diagnose

Üblicherweise reichen die Symptome aus, um die Diagnose zu stellen. Meist wird der Arzt den Verkühlten gar nicht zu Gesicht bekommen.

Therapie

Viel trinken ist wichtig bei einer Erkältung. Außerdem helfen schleimlösende Mittel (Expektorantien), Bettruhe und ein wohltemperiertes (nicht zu kaltes oder zu heißes) Zimmer sowie bei Bedarf auch fiebersenkende, entzündungshemmende und schmerzstillende Mittel. Generell heilen Erkältungen innerhalb einer Woche von selbst aus, andernfalls empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Was kann man selber tun?

  • Gesund halten: Eine gesunde Lebensführung mit sportlicher Betätigung (nicht übertreiben!) und ausgeglichener, vitaminreicher Ernährung (sowohl Unter- als auch Übergewicht sind immunschwächend) ist die beste Vorbeugung.
  • Alkohol schwächt Immunsystem: Alkohol sollte höchstens in Maßen genossen werden, da zu viel Alkohol das Immunsystem schwächt. Tabakrauchen belastet nicht nur das Immunsystem, sondern ganz besonders die Atemwege und sollte daher auch gelassen werden.
  • Immunsystem stärken: Immunstärkende Präparate aus der Apotheke können vorbeugend (!) helfen, etwa solche mit Vitamin C, B und E, mit Sonnenhut (Echinacea), mit Zink, Selen oder Eisen. Ist die Krankheit einmal da, sind diese Mittel allerdings größtenteils sinnlos, da sie einige Zeit genommen werden müssen, bis der Körper auf sie reagiert.
  • Hygiene: Gute Hygiene ist besonders im Winter wichtig: Papiertaschentücher nach der Verwendung gleich im Mistkübel entsorgen. Häufig Hände waschen und mit ungewaschenen Händen nicht Augen, Nase oder Mund berühren. Händeschütteln und Begrüßungsküsse einschränken oder ganz vermeiden. Kontakt meiden: Als Erkrankter den Kontakt mit anderen Menschen möglichst meiden, um diese nicht anzustecken. Das bedeutet auch nicht arbeiten gehen, um die Kollegen zu schützen (und auch z.B. die Kunden, die Schüler, die Pfleglinge, ...).

Fragen an den Arzt

  • Soll ich mich bei meinem Arbeitgeber krank melden?
  • Muss ich mich schonen/mich an Bettruhe halten?
  • Wenn ja, wie lange muss ich im Bett bleiben?
  • Ist meine Erkältung für andere ansteckend?
  • Habe ich einen grippalen Infekt oder könnte ich auch Grippe haben?
  • Was kann ich tun, um die Erkältung (Hausmittel?) zu verkürzen?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Andreas Temmel

Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten

Wahlarzt

Website

Quellen

  • Österreichische Empfehlungen zur Prävention, Diagnose und Therapie von Influenza-Infektionen, Konsensus November 2008, Focused Publishing William Paul Glezen, MD. In: Pädriatrie + Pädologie 2008, 6, S. 2-6
  • S3-Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie, der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie und des Kompetenznetzwerks CAPNETZ: Epidemiologie, Diagnostik, antimikrobielle Therapie und Management von erwachsenen Patienten mit ambulanten erworbenen tiefen Atemwegsinfektionen. In: Pneumologe 2009, 63, S. 1-68

ICD-10: J00

Mehr zum Thema