Ekzem

Entzündungshemmende Salben helfen den Juckreiz bei einem Ekzem zu mildern. (Arto - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Haut

Ekzem ist ein Sammelbegriff für eine juckende, teils nässende Entzündung der obersten Hautschicht. Sie entsteht aufgrund direkten Kontakts mit hautreizenden (z.B. Seifen, Desinfektionsmittel oder übermäßig viel Wasser) oder allergieauslösenden Stoffen (z.B. Reinigungsmittel, Duftstoffe, Nickel).

Im Sonderfall Neurodermitis ist der Auslöser der Hautreaktion eine übermäßige Reaktion des Immunsystems, die vom Körper selbst ausgeht. Der Ausschlag kann akut oder chronisch auftreten und ist nicht ansteckend. Nach wenigen Tagen heilt das Ekzem spontan ab. Um die Heilung zu beschleunigen, kann der Arzt entzündungshemmende Salben und bei starkem Juckreiz Antihistaminika verordnen.

Überblick

Wie häufig tritt ein Ekzem auf?

Ekzeme gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern der Haut. Rund jeder fünfte Mensch weist solch eine entzündliche Hautreaktion auf. Die Wahrscheinlichkeit im Laufe des gesamten Lebens einmal an einem Ekzem zu erkranken liegt bei nahezu 100 %.

Im Kindesalter bildet sich besonders häufig eine Sonderform des Ekzems aus: die atopische Dermatitis, die verbreitet unter dem Namen Neurodermitis bekannt ist.

Ursachen/Symptome/Verlauf eines Ekzems

Wird die oberste Hautschicht beispielsweise durch einen giftigen oder einen allergieauslösenden Stoff geschädigt, reagiert der Körper mit einer Entzündung der betroffenen Hautpartie, dem Ekzem. Das Wort "Ekzem" stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "anschwellen" oder "aufkochen". Ähnliches passiert auch auf unserer Haut. Dabei verläuft die Ausbildung des Ekzems in verschiedenen aufeinanderfolgenden Stadien:

1. Stadium: nach dem Kontakt mit dem hautschädigendem Stoff tritt akut eine überwärmte, stark juckende Rötung auf, die scharf begrenzt ist

2. Stadium: Bei milden Reaktionen kann daraufhin bereits die Abheilung mit Abschuppung der obersten Hautschicht erfolgen. Bei heftigeren Ekzemen kommt es hingegen zum Bläschenstadium. Die Bläschen haben etwa die Größe eines Stecknadelkopfes und sind mit klarer Flüssigkeit gefüllt. Die betroffenen Stellen jucken und brennen. Werden die Bläschen aufgekratzt, fängt die Haut an zu nässen.

3. Stadium: Nach dem Aufplatzen verkrustet die Hautpartie. Nach wenigen Tagen ist der Juckreiz ausgestanden und es setzt eine spontane Abheilung mit Abschuppung der obersten Hautschicht ein.

Kommt es häufiger zum Kontakt mit der entzündungsauslösenden Substanz, kann ein chronischer Verlauf mit trockenen, schuppigen, auch juckenden Hautarealen einsetzen.

Ekzeme können in zwei Kategorien unterteilt werden:

  • Kontaktekzeme: Sie kommen am häufigsten vor und werden durch reizende Substanzen wie z.B. Reinigungs- und Lösungsmittel oder durch allergieauslösende Stoffe (z.B. Nickel, Textilfarbstoffe, Konservierungsmittel) hervorgerufen, die von außen auf die Haut treffen. Sofern der Kontakt mit der hautreizenden Substanz fortan gemieden wird, heilt die lokale Hautentzündung schnell ab und tritt nicht wieder auf.
  • Ekzeme, die mit dem Immunsystem zusammenhängen: Sie entstehen aufgrund einer übermäßigen Immunantwort des Körpers. Hierzu zählt die Neurodermitis. Dabei handelt es sich um eine häufig chronisch verlaufende Form des Ekzems. Die Hauterkrankung bildet sich meist schon im Säuglings- und Kleinkinderalter aus und klingt häufig mit der Pubertät ab. Nur selten sind Erwachsene betroffen. Typisch ist das gleichzeitige Auftreten von Allergien gegen Nahrungsmittel (Milch, Ei, Soja, Weizen, Fisch, Nüsse), Hausstaub, Pflanzenpollen und Haustieren.

Charakteristisch ist ein schubhafter Verlauf mit Besserung im Frühjahr und Sommer und schlimmen Phasen während der kalten Jahreszeit. Eine familiäre Häufung ist in 3/4 der Fälle erkennbar.

Ursache der wiederkehrenden Hautentzündung ist eine vom Körper ausgehende Fehlfunktion der Hautbarriere. Allergieauslösende Stoffe können dabei leichter durch die häufig trockene Haut dringen und zu einer übermäßigen Immunreaktion führen. Diese wird bei den Betroffenen durch ganz verschiedene, im Normalfall harmlose Reize wie stressbedingtes Schwitzen, zu heißes Baden, Wolle oder Staub ausgelöst und führen dann zu einem akuten Schub des juckenden Hautausschlags.

Diagnose eines Ekzems

Die Diagnose erfolgt beim Hautarzt oder auch beim Allgemeinmediziner über eine Analyse des Hautbildes, bzw. der entzündeten Hautpartie. Rötung mit unter Umständen nässender Bläschenbildung sind ein für das Ekzem eindeutiges Erscheinungsbild.

Für den Arzt ist aber auch bedeutend zu wissen, wodurch die Hautreaktion ausgelöst wurde. Darum ist es wichtig, genau zu beschreiben, mit welchen Stoffen Sie zuvor in Berührung gekommen sind und ob es sich um einen wiederkehrenden Ausschlag handelt. Besteht der Verdacht einer Neurodermitis wird der Arzt einen Allergietest und eine Blutuntersuchung veranlassen.

Therapie bei einem Ekzem

Die entscheidende Maßnahme bei der Behandlung eines Ekzems ist, zu klären, ob eine spezielle Ursache, z.B. eine Kontaktallergie vorliegt. Wenn das durch einen Allergietest nachgewiesen werden kann, dann ist die wichtigste Therapie die Vermeidung des Allergens. Bleibt der neuerliche Kontakt aus, heilt das Ekzem selbstständig ab.

Um den Juckreiz bei einem Kontaktekzem zu lindern und die Heilung zu beschleunigen, kann der Arzt zusätzlich eine leichte entzündungshemmende Kortisonsalbe verschreiben.

Bei Neurodermitis: Akute Schübe werden mit kortisonhaltigen und anderen entzündungshemmenden Salben behandelt. Wichtigste Maßnahme ist, eine dauerhafte Hautpflege, um die natürliche Schutzfunktion der Haut zu stärken und dem nächsten Schub vorzubeugen. Hierfür gibt es in Apotheken spezielle rückfettende Cremes und Ölbäder, die einer Austrocknung der Haut vorbeugen.

Ekzem: Was kann der Betroffene selber tun?

Um die hautschädigende Stoffe meiden zu können, sollten Sie beobachten, durch welchen Reiz das Ekzem ausgelöst worden sein könnte. Hierbei kann es hilfreich sein, eine Tagebuch zu führen, in das Sie eintragen, wann Hautreaktionen einsetzen und was Sie vorher berührt haben.

Achten Sie bei einer Neurodermitis auf eine Basispflege der Haut. Wichtig ist, die Haut vor Austrocknung zu schützen, da dabei die Barrierefunktion zusätzlich geschwächt wird. Ölbäder und spezielle Cremes können hierbei helfen. Besprechen Sie sich dafür mit Ihrem Arzt.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Priv.-Doz. Mag.

Dr. Stefan Wöhrl

Facharzt für Dermatologie und Venerologie

Website

Quellen

  • Gesundheit heute, Dr. med. A. Schäffler (Hrsg.), Trias Verlag, Stuttgart, 2014
  • Körperpflegekunde, S. Bender, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, Stuttgart, 2014
  • Dermatologie & Venerologie für das Studium, P. Fritsch, Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2009
  • Dermatologie, Duale Reihe, I. Moll, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2010

ICD-10: L20; L21; L30

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