Ebola

Gegen das Ebola-Virus gibt es keine Schutzimpfung

Ebola-Virus: Der Ebola-Virus unter dem Mikroskop
Ebola Fieber ist eine Infektionskrankheit, die von fadenförmigen Viren aus der Familie der Filo-Viren verursacht wird. (psdesign1 - Fotolia.com)
Ebola Fieber ist eine Virusinfektion, die im Allgemeinen nur sporadisch vor allem in Zentralafrika ausbricht. Seit März 2014 jedoch breitet sich eine Epidemie in mehreren Staaten Westafrikas aus, die noch nicht unter Kontrolle ist.

Das Virus stammt wahrscheinlich von bestimmten Flughunde-Arten, die selbst nicht erkranken. Durch Verzehr solcher Flughunde, aber auch von erkrankten Affen und anderen Säugetieren, kann es auf den Menschen übertragen werden. Von Mensch zu Mensch wird das Virus im direkten Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten von Erkrankten und Verstorbenen übertragen, Ansteckungen durch Atemluft sind hingegen nicht belegt. Die Inkubationszeit beträgt etwa 2 bis 21 Tage. Ebola beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und Fieber, später treten bei hohem Fieber innere und äußere Blutungen auf (hämorrhagisches Fieber), nach und nach werden die kapillaren Blutgefäße zerstört und sämtliche Organe geschädigt. Gegen Ebola Fieber gibt es derzeit weder eine Schutzimpfung noch eine wirksame Therapie.

Häufigkeit

Ebola Fieber wird erst seit einem größeren Ausbruch 1976 (Republik Kongo) wissenschaftlich untersucht. Bis 2014 hat die WHO 2.200 Todesfälle registriert, darunter im Kongo, in Uganda, Gabun, Sudan sowie - im Zuge der größten Epidemie bisher - in Westafrika (Guinea, Liberia, Sierra Leone). Es steigt damit die Gefahr, dass Ebola über Reisende auch in andere Länder eingeschleppt wird. In Österreich gab es bisher weder Erkrankungs- noch Verdachtsfälle.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Ebola Fieber ist eine Infektionskrankheit, die von fadenförmigen Viren aus der Familie der Filo-Viren verursacht wird. Zu den Filo-Viren gehört auch das Marburg-Virus, das eine ähnliche Erkrankung mit hämorrhagischem Fieber beim Menschen auslöst, jedoch mit statistisch etwas geringerer Sterblichkeit.

Es werden 5 Spezies des Ebolavirus unterschieden, die jeweils nach dem Ort ihrer ersten Entdeckung benannt sind:

  • Ebola-Zaire-Virus (ZEBOV)
  • Ebola-Sudan-Virus (SEBOV)
  • Ebola-Reston-Virus (REBOV) - löst als einzige Serogruppe keine Erkrankung beim Menschen aus
  • Ebola-Elfenbeinküste-Virus (CIEBOV)
  • Ebola-Bundibugyo-Virus (BEBOV)

Die hohe Sterblichkeitsrate deutet (wie auch beim Marburg-Virus) darauf hin, dass das Ebolavirus nicht an den Menschen angepasst ist, denn durch den raschen Tod des Endwirtes geht für das Virus der Lebens- und Vermehrungsraum verloren.

Filo-Viren (Ebola und Marburg) wurden in verschiedenen Arten von afrikanischen Flughunden (vor allem im Nilflughund) nachgewiesen, die selbst aber nicht erkranken. Hingegen erkranken Säugetiere, wie Gorillas oder Schimpansen und andere Affenarten sowie verschiedene Kleinantilopen ebenfalls an Ebola, wie der Mensch: auch sie verenden an der Erkrankung. Bei Ebola-Ausbrüchen in der Vergangenheit wurden im selben Gebiet auch häufig Tierkadaver gefunden. Tiere dürften sich vorwiegend über angebissene und fallen gelassene Früchte der Flughunde anstecken.

Flughunde werden in Afrika vielerorts gejagt und verzehrt, ebenso wie Affen („bushmeat“), das dürfte die Hauptursache für Ebola-Ausbrüche sein. Auch direkter Kontakt mit erkrankten oder verendeten Tieren oder Schmierinfektion über Tierexkremente ist möglich.

Übertragungsweg

Die Infektion Mensch zu Mensch erfolgt immer über direkten Kontakt mit

  • Körperflüssigkeiten (Speichel, Blut, Urin)
  • Schmierinfektion oder
  • Sexualkontakt
  • Tröpfcheninfektion ist möglich, aber selten

Eine Übertragung von Filo-Viren in der Atemluft ist nicht bekannt, daher bleiben Ebola-Ausbrüche meist lokal begrenzt, betroffen sind oft Familien und Sippen durch engen Kontakt untereinander oder ganze Dörfer, wo bei Bestattungsfeiern traditionell die Toten durch Umarmung verabschiedet werden.

Ebola-Epedemien lassen sich durch konsequente Quarantäne Erkrankter und entsprechende Schutzmaßnahmen bei Ärzten und Pflegepersonal gut eindämmen und kontrollieren. In der Praxis ist das allerdings schwierig, wegen geringer Aufklärung in der Bevölkerung, und weil Erkrankte in den Familien oft versteckt werden. Für Reisende oder Touristen besteht selbst in Epidemiegebieten durch Alltagshandlungen (Busfahren, Einkaufen, Geld wechseln) kaum Ansteckungsgefahr.

Krankheitsverlauf

Die Inkubationszeit wird wissenschaftlich unterschiedlich beschrieben, sie liegt zwischen 2 und 21 Tagen. Allgemein geht man aber von 2 bis 10 Tagen aus.

Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen (Glieder-, Muskel- und Kopfschmerzen, Fieber) und wird anfangs leicht mit Malaria, Typhus oder Gelbfieber verwechselt.

Nach den ersten Tagen steigt das Fieber sprunghaft (> 38,5 Grad) mit Übelkeit, Durchfall und in Verbindung mit Blutungen (virales hämorrhagisches Fieber, VHF).

Ab dem 5. bis 7. Krankheitstag treten bei den meisten Patienten Schleimhautblutungen im Gastrointestinal- oder Genitalbereich auf.

Symptome im weiteren Verlauf:

  • Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Ödeme
  • Innere Blutungen, Blutungen ins Gewebe (blaue Flecken)
  • Blutiger Stuhl und Urin
  • Schockzustände und Kreislaufzusammenbrüche
  • Krämpfe und Lähmungserscheinungen
  • Sauerstoffmangel und Durchblutungsstörungen
  • Zusammenbruch der Blutgerinnung
  • Enzephalitis und neuronale Schäden, wenn Gefäße des Gehirns befallen sind

Innerhalb von 2 Wochen breitet sich die Infektion auf den ganzen Organismus aus und zerstört die kapillaren Blutgefäße und damit lebenswichtige Organe. Am häufigsten führen Blutungen im Magen-Darm-Kanal, in der Milz und in der Lunge zum Tod.

Die Sterblichkeit ist bei Infektionen mit dem Ebola-Zaire-Virusstamm am höchsten (bis zu 90 %). Wer eine Ebola-Infektion überlebt, ist lebenslang gegen den jeweiligen Virus-Typ immun.

Diagnose

Klinisch ist eine Ebolainfektion nicht eindeutig von einer Infektion mit dem sehr ähnlichen Marburg-Virus (ebenfalls ein Filovirus, das von Flughunden übertragen wird) zu unterscheiden. Zweifelsfreier Nachweis ist nur im Labor über Blut-, Urin- oder Speichelprobe möglich, Untersuchungen können nur in Hochsicherheitslabors der Schutzstufe 4 durchgeführt werden.

Labordiagnostik:

  • Reverse Transkriptase-PCR: Bereits sehr wenige Virus-Kopien aus einer Blutprobe reichen für einen sicheren Nachweis aus, gilt daher als Untersuchung erster Wahl.
  • Antikörpernachweis: Spezifische Antikörper (IgM, IgG) werden häufig erst im späteren Verlauf der Erkrankung gebildet, daher ist ihre Abwesenheit in einer Probe kein sicheres Ausschlusskriterium einer akuten Infektion.
  • Elektronenmikroskop: Direkter Nachweis des Virus mittels Elektronenmikroskop.

Wichtig ist die Differenzialdiagnostik, um andere Erreger auszuschließen, die ein viral hämorrhagisches Fieber verursachen können, wie z.B. Lassavirus, Vertreter von Hantaviren, Krim-Kongo-Virus, Denguevirus sowie nicht virale Erkrankungen wie Malaria, Typhus oder Rickettsiosen.

Für Reisende gilt allgemein nur dann ein begründeter Verdacht auf eine importierte Infektion, wenn:

  • Fieber > 38.5 °C auftritt und
  • der Betroffene 1-2 Wochen vor Krankheitsbeginn in einem Endemiegebiet war bzw. in einem Gebiet, in dem Erkrankungsfälle in den letzten 2 Monaten bekannt wurden und
  • es Anhaltspunkte auf Kontakt mit Körperflüssigkeiten von an Ebola Fieber erkrankten/verstorbenen Personen/Tieren gibt oder auf Verzehr von infizierten Tieren ("bushmeat").

Therapie

Gegen Ebola Fieber gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch eine Therapie. Behandelt werden können nur die Symptome (z.B. mit Fiebersenkern, Schmerzmitteln). Erkrankte müssen in Sonderisolierstationen für hochinfektiöse Patienten behandelt werden.

Vereinzelt gibt es Erfolge im Frühstadium der Erkrankung durch Behandlung mit Rekonvaleszenten-Serum, also mit Blutserum von Menschen, die eine Ebola-Erkrankung überlebt haben.

Noch im Versuchs-Stadium befindet sich ein 2010 an Affen getestetes Medikament, das die Virenvermehrung hemmt, indem es an die RNA des Virus bindet. Im Versuch überlebten 60 % der vorher infizierten Rhesusaffen und sogar 100 % der Makaken.

2011 wurde von Forschern ein Antikörper entwickelt, der gegen den Sudan-Stamm des Ebola-Virus wirken soll, indem er verhindert, dass das Virus in eine Zelle eindringen kann.

Fragen an den Arzt

  • Ich komme von einer Reise aus einem Infektionsgebiet, wie kann man feststellen, ob ich mit dem Ebola-Virus infiziert bin?
  • Wie verlässlich sind Bluttests?
  • Wie ist die Prognose, wenn ich infiziert bin?
  • Besteht ein Risiko für meine Familie?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Dr. Peter Berkowitsch

Allgemeinmedizin / Anästhesiologie und Intensivmedizin

Gesundheitskompass Website

Quellen

ICD-10: A98.4

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