Darmultraschall

Darmultraschall (Darmsonographie): Patient wird mit Ultraschallgerät untersucht
Ein Darmultraschall ist strahlenfrei - und somit auch für Schwangere geeignet. (carol_anne - Fotolia.com)
Ein Darmultraschall, Sonographie des Darms, ist ein sehr spezielles, nicht invasives, bildgebendes Untersuchungsverfahren.

Ein Darmultraschall kommt bei Verdacht auf verschiedene Erkrankungen des Darms zum Einsatz. Die Methode ist strahlenfrei, die Untersuchung ist daher auch für Schwangere geeignet. Ein Darmultraschall ist frei von Nebenwirkungen oder Risiken.

Anlass eines Darmultraschalls

  • Vorsorgeuntersuchung: Ein Darmultraschall ist zur Darmkrebsvorsorge ungeeignet.
  • Diagnosestellung: Ein Darmultraschall kann zur Diagnose einer akuten Blinddarmentzündung (akute Appendizitis), bei Verdacht auf Darmentzündung, Darmverschluss, Darmbewegungsstörungen oder Reizdarm durchgeführt werden. Bei der Diagnose chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist ein Darmultraschall von Vorteil.
  • Verlaufskontrolle, Operations-/Behandlungsnachsorge: Der Darmultraschall ist eine wichtige Methode zur Verlaufskontrolle verschiedener Darmerkrankungen (z.B. bei Morbus Crohn oder bei Divertikulitits) und des Therapieansprechens.

Was passiert bei einem Darmultraschall?

Üblicherweise erfolgt der Ultraschall des Darms in Rückenlage. Es ist keine besondere Vorbereitung notwendig. Die Lage des Darms ist leicht ausfindig zu machen. Der Bauchraum wird systematisch mit einem hochauflösenden Ultraschallkopf abgefahren. So können Dünn- und Dickdarm untersucht werden. Es gibt aber auch Regionen, die bei einem Darmultraschall nur schlecht abgebildet werden. Teile des Magens, Teile des Zwölffingerdarms, der distale Krummdarm sind Beispiele dafür. Viel Luft im Darm erschwert die Untersuchung.

Die Darmsonographie wird zumeist nicht von Radiologen sondern von speziell ausgebildeten Gastroenterologen durchgeführt. Der Grund dafür liegt in der Individualität des Darms, der sich bewegt, unterschiedliche Durchmesser hat und verschiedene Inhalte (darunter auch Gas) hat. Körperfett erschwert die Untersuchung. Dadurch ergeben sich Einschränkungen hinsichtlich der Vollständigkeit und der Qualität der Darstellung des Darms sowie der exakten Zuordnung des untersuchten Darmabschnitts.

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist der Darmultraschall eine ausgezeichnete Screening-Methode. Bei der Unterscheidung zwischen Entzündung oder Reizdarm wird mit einem Darmultraschall eine fast 100 %ige Trefferquote erzielt. Zur Absicherung der Diagnose sollte eine endoskopische Untersuchung erfolgen.

Wer macht einen Darmultraschall?

  • Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzfach Gastroenterologie und Hepatologie

Gibt es Risiken beim Darmultraschall?

Ein Darmultraschall ist ein nicht invasiver Eingriff, das heißt er verursacht keine Schmerzen und ist frei von Nebenwirkungen oder Risiken.

Was können Sie zum Darmultraschall beitragen?

Typischerweise ist es nicht notwendig, bei der Untersuchung nüchtern zu sein, da eine Speisebreifüllung die physiologische Beweglichkeit des Darms besser darstellt. Zu vermeiden sind kohlensäurehaltige Getränke knapp vor der Untersuchung.

Kosten & Krankenkasse

Ab 25 Euro, je nach Aufwand. Die Kosten werden nicht von der Krankenkasse erstattet.

Fragen an den Arzt

  • Was muss ich vor einem Darmultraschall beachten?
  • Wie sicher sind die Ergebnisse eines Darmultraschalls?
  • Welche Erkrankungen können mit einem Darmultraschall erkannt werden, welche nicht?
  • Die Ergebnisse meines Darmultraschalls waren auffällig. Wie sieht das weitere Vorgehen aus?

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Christoph Gasché

Innere Medizin / Gastroenterologie & Hepatologie

Leiter des Christian Doppler Labors, Univ. Klinik für Innere Medizin III (AKH Wien) / Gründer und Leiter des Medizinischen Kompetenzzentrum Eisenmangel Loha for Life

Gesundheitskompass

Quellen

  • Klinische Sonographie und sonographische Differenzialdiagnose. Band 2, K. Seitz, A. Schuler, G. Rettenmaier (Hrsg.), 2. bearbeitete und erweiterte Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2008
  • http://www.gasche.at/ultraschall/ (10.12.2013)
  • Sonographische Differenzialdiagnose, G. Schmidt, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2002

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