COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

COPD bedeutet Atemlosigkeit

COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung): Mann mit Zigarette und Nasenbrille
Unbehandelt kann COPD zum Lungenemphysem führen. (Mondl Elisabeth)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Lunge

Kaum eine Krankheit schleicht sich so unauffällig in das Leben wie die COPD, die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) - daher wird diese Erkrankung der Atemwege oft viel zu lange ignoriert. Wie viele Menschen wirklich daran leiden, ist unter diesen Umständen schwer festzustellen.

Schätzungen sprechen von 5 bis 25 % der Bevölkerung. Fest steht jedenfalls, dass die Zahl bei Männern gleich bleibt, bei Frauen aber zunimmt. Der Schweregrad der COPD wird in GOLD-Stadien eingeteilt. Das wichtigste Symptom ist Husten, vor allem der Raucherhusten mit Auswurf am Morgen. Geheilt kann sie nicht werden, aber sehr wohl gelindert und gebremst. Unbehandelt kommt es zum Lungenemphysem und die Lebenserwartung ist deutlich niedriger.

Häufigkeit

Wie viele Menschen an COPD erkrankt sind, ist gar nicht so leicht festzustellen, Schätzungen zufolge sind es zwischen 5 und rund 25 %. War die Krankheit früher bei Männern wesentlich häufiger als bei Frauen, so nähert sich das Geschlechterverhältnis zunehmend an, weil Frauen seit den 1970er-Jahren die Männer auch beim Rauchen einholen.

Da das Fortschreiten der Krankheit sehr langsam ist, sind vor allem ältere Menschen betroffen. Nur selten zeigen sich die Symptome der COPD vor dem 40. Lebensjahr, meist nach dem 50. oder 60.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Der sich langsam verschlechternde Zustand der Lunge und der Atemwege entsteht durch eine permanente Entzündung. Ursache dafür sind fast immer giftige oder aggressive Gase.

  • In etwa 80 % der Fälle ist es Zigarettenrauch, der die Krankheit verursacht, entweder direkt oder indirekt durch Passivrauchen.
  • Aber auch Luftverschmutzung und nicht zuletzt Arbeitsplätze, bei denen die Arbeiter chemischen Dämpfen oder feinem Staub ausgesetzt sind (z.B. Zementstaub oder Motorabgasen), können COPD verursachen oder verstärken.
  • In seltenen Fällen (1-3 %)ist ein angeborener Mangel an einem bestimmten Eiweiß (Alpha-1-Antitrypsin-Mangel) Auslöser der Lungenschäden.

COPD und Husten

Die Atemwege reagieren auf die ständige Entzündung mit vermehrter Schleimbildung. Husten mit Schleim (Auswurf), vor allem am Morgen, anfangs nur gelegentlich, später jeden Tag und auch zunehmend untertags, ist eines der ersten Symptome der COPD. Dazu kommt Atemnot, anfangs bei Anstrengungen wie Laufen oder Steigen, zunehmend auch in Ruhe. Viele Patienten beginnen beim Atmen pfeifende Geräusche zu entwickeln (das sogenannte Wheezing).

Lungenemphysem

Je weiter die Krankheit fortschreitet, umso geringer wird die Sauerstoffzufuhr des Körpers. Die Lunge wird überbläht (Emphysem) und kann den Sauerstoff nicht mehr ans Blut weitergeben. Ein Emphysem kann nicht geheilt oder rückgängig gemacht werden. Der betroffene Teil der Lunge ist zerstört.

Unbehandelt kommt es immer wieder zu plötzlichen Verschlechterungen des Zustands, sogenannten Exazerbationen, mit vermehrtem Husten und verstärkter Atemnot. Sie werden im Verlauf der Krankheit immer häufiger und führen oft zu Spitalsaufenthalten. Meist sind sie durch Infektionen wie Erkältung, Bronchitis oder Grippe verursacht.

Diagnose

Neben der sogenannten Anamnese - also den Fragen des Arztes zu den Symptomen, deren Dauer und Intensität, dem Beruf, dem Rauchverhalten, der Vorgeschichte an Krankheiten usw. - ist die Lungenfunktionsmessung oder Spirometrie das wichtigste Instrument zur Untersuchung bei Lungenkrankheiten wie der COPD. Dabei atmet der Patient unter Anleitung durch ein Rohr in ein Gerät, das den Luftstrom misst. Eventuell sitzt der Patient dabei auch in einer Art Glaskasten (Ganzkörperplethysmographie). Mit Medikamenten wird getestet, wie weit die Verengung der Atemwege rückgängig gemacht werden kann (Reversibilitätstest)

Eine Untersuchung der Brust mit Röntgen oder Computertomographie hilft Emphyseme zu entdecken und andere Krankheiten auszuschließen.

Da die Krankheit auch das Herz belastet, kann auch ein EKG (Elektrokardiogramm) mit oder ohne Belastung gemacht werden. Auch das Blut wird oft auf seinen Sauerstoffgehalt geprüft (Blutgasanalyse).

Der Schweregrad der Erkrankungen wird in COPD-GOLD-Stadien gemessen, die früher von I bis IV beziffert waren, seit 2013 sind sie etwas geändert und mit A bis D benannt.

  • GOLD A: Sehr leichte Symptome, werden oft gar nicht bemerkt.
  • GOLD B: Die Symptome nehmen zu (z.B. Morgenhusten, Atemnot bei stärkeren Anstrengungen, wie beim Hinauflaufen von Stiegen, beim Sport oder sportlichem Spielen), sind aber immer noch so gering, dass sie oft ignoriert werden.
  • GOLD C: Atemnot schon bei leichten Anstrengungen, etwa beim normalen Stiegensteigen, kurzen Laufen oder Bergaufgehen, Husten und Auswurf nehmen zu und können nicht mehr leicht ignoriert werden.
  • GOLD D: Schwere Atemnot auch schon in Ruhe. Der Patient braucht eine Langzeitsauerstofftherapie, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sind stark eingeschränkt.

Lange Zeit war die Lungenfunktion das einzige Kriterium für die Bestimmung des Schweregrades einer COPD. Mit dem aktuellen Update der GOLD-Leitlinien 2014 spielen auch die Exazerbationen eine große Rolle: Es reicht eine einzige im Krankenhaus behandelte Exazerbation aus, um diese Person als COPD-Patienten mit hohem Risiko einzustufen.

COPD Therapie

Heilbar ist die COPD nicht, aber eine Reihe an Medikamenten kann die Funktion der Lunge verbessern und den Verlauf der Krankheit verlangsamen. In erster Linie werden sogenannte Bronchodilatatoren eingesetzt, das sind Medikamente, die die Muskulatur der Atemwege entspannen und so die Atemwege erweitern, eventuell auch entzündungshemmende Mittel wie Glukokortikoide. Anticholinergika wie Tiotropium wirken u.a. bronchienerweiternd.

Schleimlösende Medikamente helfen zwar beim Abhusten, verändern aber nichts am Verlauf der COPD. Sie sollten daher nicht dauernd genommen werden. Hustenstillende Medikamente verhelfen zwar manchen Patienten zur ungestörten Nachtruhe, können aber auch die Atmung beeinträchtigen und sollten daher nur nach Rücksprache mit dem Arzt genommen werden.

Bei der Atemphysiotherapie lernen Sie, wie Sie dem Körper beim Atmen helfen und Atemnot vermeiden oder lindern können. Am besten, Sie beantragen eine medizinische Rehabilitation (Kur) und erlernen 3 bis 4 Wochen lang von Fachleuten den Umgang mit der Krankheit.

In späteren Stadien ist nicht selten eine Langzeitsauerstofftherapie (LOT, Long-term Oxygen Therapy) notwendig, bei der mit Geräten dem Körper über eine Nasenbrille ständig Sauerstoff zugeführt wird.

Bei Exazerbation sind manchmal Antibiotika hilfreich.

Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

Der erste Schritt für Raucher ist der Rauchstopp. Wer beruflich stark belastet ist, sollte versuchen, einen weniger belasteten Arbeitsplatz zu finden (etwa als Kellner in ein Nichtraucherlokal zu wechseln).

Regelmäßige Bewegung fördert die Funktion sowohl der Lunge als auch des Herzens und des Kreislaufs. Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking sind dafür besonders geeignet.

Achten Sie auch auf das richtige Gewicht. Übergewicht macht einem buchstäblich das Leben schwer und belastet Herz und Kreislauf zusätzlich, Untergewicht schwächt den Körper und macht ihn anfällig für Infektionen.

Lernen Sie mit Hilfe eines Atemphysiotherapeuten den Umgang mit Atemnot und Husten.

Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken können vor Exazerbationen schützen.

Fragen an den Arzt

  • Wie läuft eine Raucherentwöhnung ab?
  • Gibt es eine Atemschule für COPD-Patienten?
  • Gibt es ein medizinisches Trainingsprogramm, um die Kondition zu verbessern?
  • Wo kann ich eine pneumologische Rehabilitation machen?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik, Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Chefarzt Prim.

Dr. Peter Cerkl

Pulmologie

Leiter der Abteilung für Pulmologie, LKH Hohenems

Quellen

ICD-10: J44.0, J44.1, J44.8, J44.9

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