Bronchitis

Bronchitis ist der häufigste Auslöser von Husten

Bronchitis: Frau hustet mit vorgebeugtem Oberkörper.
Antibiotika müssen nicht immer sein: Bronchitis wird zu 90 % von Viren verursacht. (Alexander Raths - Folotlia.com)

Bronchitis ist eine Entzündung der oberen Atemwege, mögliche Symptome sind Husten, Kopfschmerzen und Halsschmerzen. Dazu kommen oft Schmerzen hinter dem Brustbein. Da Bronchitis zu 90 % von Viren verursacht wird, sind Antibiotika bei kurzem Verlauf (akute Bronchitis) fehl am Platz.

Behandelt wird eine akute Bronchitis in erster Linie mit synthetischen und pflanzlichen Wirkstoffen, die den Schleim lösen oder den Hustenreiz stillen, sowie Hausmitteln. Chronische Bronchitis dauert länger als 4 Wochen, sie ist bei Rauchern häufig und oft eine Vorstufe zur COPD.

Übersicht

Häufigkeit von Bronchitis

 

Ursachen/ Symptome/Verlauf von Bronchitis

Diagnose von Bronchitis

Therapie von Bronchitis

Hausmittel bei Bronchitis

Häufigkeit von Bronchitis

Die akute Bronchitis zählt zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Auf 100.000 Einwohner kommen pro Woche rund 80 Patienten, in den Wintermonaten doppelt so viele. Kinder und Jugendliche sind häufiger betroffen als Erwachsene. COPD-Patienten sind allerdings ebenfalls nicht selten Opfer einer akuten Bronchitis und für sie ist diese besonders gefährlich.

Ursachen/Symptome/Verlauf von Bronchitis

Bronchitis bedeutet nichts anderes als "Entzündung der Bronchien", vom Ende der Luftröhre bis in die Lungenflügel.

Sie gehört zu den häufigsten Krankheiten überhaupt und kann akut oder chronisch sein. Eine akute Bronchitis wird fast immer von Viren verursacht. Das Hauptsymptom ist Husten, dazu kommen oft Schmerzen hinter dem Brustbein.

90 % der Fälle werden durch Infektionen mit Viren verursacht, manchmal können auch Bakterien, Pilze oder eine chemische Reizung (z.B. Mageninhalt bei alten Menschen oder Refluxkrankheit) die Ursache sein. Begünstigt wird die Krankheit durch belastete Luft (inklusive Rauchen), Kälte und Feuchtigkeit.

Diese Reize schädigen das Flimmerepithel, das normalerweise Schleim und kleine Fremdkörper aus der Luftröhre und den Bronchien entfernt. Weil das Flimmerepithel nicht mehr funktioniert, werden die Schleimtröpfchen zu größeren Brocken und lösen Husten aus.

Anfangs ist dieser Husten meist ein trockener Reizhusten, bei vielen (nicht allen) Patienten wird einige Tage später auch Schleim ausgehustet (produktiver Husten). Bei einer zusätzlichen Infektion durch Bakterien kann der Auswurf auch gelbgrünlich werden, ist das Flimmerepithel sehr stark geschädigt, kann auch ein wenig Blut dabei sein. Bronchitis wird oft von Schnupfen bzw. Erkältung begleitet oder von der Erkältung ausgelöst. Die Grenzen zwischen diesen Krankheiten sind fließend.

Entsprechend folgen auf den ersten Husten oft die Symptome einer Erkältung:

  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • Abgeschlagenheit
  • eventuell auch Fieber, das aber nicht immer auftritt
  • Recht typisch ist ein brennender Schmerz in der oberen Brust in Halsnähe (hinter dem Brustbein), aber auch dieser ist nicht in jedem Fall spürbar

Eine einfache Bronchitis dauert normalerweise 1 bis 2 Wochen und heilt ohne bleibende Folgen ab. Dauert sie länger als 3 bis 4 Wochen oder bleiben Beschwerden danach noch bestehen, sollte jedenfalls ein Arzt die Sache abklären.

Manchmal entwickelt sich ein Rasseln oder "Pfeifen" (Giemen, Wheezing) beim Atmen, weil der Schleim die Atemwege blockiert. Manchmal (häufiger bei kleinen Kindern) verkrampft sich auch die Muskulatur rund um die Bronchien und führt zu Atemnot und starkem Giemen. Dann ist aus der einfachen Bronchitis eine obstruktive oder spastische geworden. Dahinter könnte auch Asthma bronchiale stecken.

Bronchitis als Zeichen von Asthma

Erwachsene, die häufiger als 3 bis 4 Mal im Jahr, und Kinder, die öfter als 6 bis 10 Mal im Jahr an einer Bronchitis leiden, sollten ebenfalls dem Arzt davon berichten. Sehr häufige (rezidivierende) Bronchitiden sind ein Hinweis auf einen chronischen Nasennebenhöhleninfekt, Aussackungen der Bronchien (Bronchiektasen), ein Bronchialtumor oder eine Immunschwächekrankheit, eventuell auch unerkanntes Asthma bronchiale.

Chronische Bronchitis

Die chronische Bronchitis wird so definiert: Husten und Auswurf an den meisten Tagen des Jahres, jedoch mindestens 3 Monatelang in 2 aufeinander folgenden Jahren, falls weitere Erkrankungen, die Husten hervorrufen können, ausgeschlossen wordensind. Sie tritt sehr häufig bei Rauchern auf und ist meist eine Vorstufe zur COPD.

Diagnose von Bronchitis

In den meisten Fällen genügen die Befragung des Patienten und eine Untersuchung, bei der der Arzt die Brust mit dem Stethoskop abhorcht und dabei auf bestimmte Stellen mit dem Finger klopft. Weiters wird er in den Hals schauen und vor allem bei Kindern auch in die Ohren, um eine Begleiterkrankung wie Erkältung, Halsentzündung oder Mittelohrentzündung nicht zu übersehen.

Eine Blutuntersuchung wird nicht immer durchgeführt, kann aber bei schwereren Fällen notwendig sein. Das Gleiche gilt für Untersuchungen des Hustenauswurfs oder des Nasensekrets.

Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung oder - vor allem wenn sich die Bronchitis nach 4 Wochen nicht bessert, sich sogar verschlechtert oder wenn der Auswurf stark blutig ist – zum Ausschluss eines Lungentumors kann ein Bruströntgen  bzw. der Lunge gemacht werden.

Bei spastischer oder obstruktiver Bronchitis (vor allem bei älteren Kindern oder Erwachsenen) wird oft eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) angeordnet, um Asthma, COPD oder eine andere Atemwegsverengung möglichst frühzeitig zu entdecken.

Therapie von Bronchitis

Die beste Therapie bei einer einfachen, akuten Bronchitis sind Bettruhe und Hausmittel. Bei Verkrampfungen der Atemwege, hohem Fieber oder anderen bedrohlichen Symptomen ist der Weg zum Arzt notwendig. Ebenso sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Bronchitis über Wochen hinweg andauert oder häufig wiederkommt.

Antibiotika sind bei einer einfachen Bronchitis fehl am Platz, da sie (wie oben beschrieben) fast immer von Viren ausgelöst wird und Antibiotika nur gegen Bakterien wirken. Bei längerem Verlauf und bei bakterieller Zusatzinfektion können Antibiotika nutzen. Bei manchen gefährdeten Patienten (z.B. COPD-Patienten) können sie auch einer Lungenentzündung vorbeugen.

Manchmal - wiederum bei schwereren und längeren Erkrankungen - werden auch andere entzündungshemmende Medikamente, sogenannte Glukokortikoide, verwendet, die bei Asthma und COPD sehr häufig eingesetzt werden.

Hausmittel bei Bronchitis

Bei einer einfachen Bronchitis hilft Bettruhe. Topfenwickel auf der Brust wirken entzündungshemmend und schleimlösend.

Hustenmittel helfen, die Beschwerden zu lindern. Hustenstillende Mittel sind dabei vor allem bei trockenem Reizhusten empfehlenswert. Bei Husten mit Auswurf von Schleim ist es besser, schleimlösende Mittel zu verwenden. Bei den schleimlösenden Mitteln führen die Apotheken auch viele Präparate auf pflanzlicher Basis.

Gegen Halsschmerzen und gleichzeitig schleimlösend wirken Salzpastillen. Auch andere Lutschpastillen gegen Halsschmerzen sind in der Apotheke erhältlich, darunter auch entzündungshemmende. Im Prinzip wirken auch einfache Lutschbonbons leicht symptomlindernd, sofern sie nicht zu viel Zucker enthalten.

Fragen an den Arzt

  • Geht es auch ohne Antibiotika?
  • Kann ich/mein Kind Besuch kriegen?
  • Muss mein Kind unbedingt im Bett bleiben oder kann es warm angezogen in der Wohnung herumlaufen?
  • Soll ich meinem Kind fiebersenkende Zäpfchen/Tabletten geben?
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Andreas Temmel

Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten

Wahlarzt

Website

Quellen

  • P. Kardos, H. Berck, K.-H.Fuchs et al., Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem Husten, In: Pneumologie 2010; 64: 336–373
  • DEGAM-Leitlinie Nr. 11: Husten, Omikron Publishing, Düsseldorf, 2008.

ICD-10: J20. J41.0, J41.1, J41.8, J42

Mehr zum Thema