Besenreiser-Therapie

Die Laserbehandlung eignet sich für kleine, dünne Besenreiser – also für oberflächliche, rötliche oder bläuliche, kosmetisch störende feine Krampfadern. (mkrberlin - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Gefäße

Besenreiser bezeichnen kleinste erweiterte Venen, die sich einem Reisigbesen gleich ausbreiten und bläulich durch die Haut schimmern.

Sie werden medizinisch zwar als eine Form von Krampfadern gesehen, sind in den allermeisten Fällen jedoch ein rein kosmetisches Problem für Betroffene. Nur, wenn Besenreiser (Besenreiservarizen) großflächig auftreten, kann es an den betroffenen Hautstellen zu Überwärmung und leichten Schmerzen kommen. Selten können die bläulichen Äderchen auf eine tiefer liegende Venenerkrankung hinweisen. Besenreiser müssen - im Gegensatz zu vielen anderen Krampfadern - nicht entfernt werden. Wen die Äderchen aber sehr stören, der kann sie behandeln lassen.

Überblick 

Welche Behandlungsmöglichkeiten für Besenreiser gibt es?

Sklerotherapie

Als Goldstandard zur Behandlung von Besenreisern gilt die Sklerotherapie, also die Verödung der erweiterten Venen. Dabei wird ein Lokalanästhetikum, auch als "Verödungsmittel" bezeichnet, mit einer sehr feinen Nadel in die Äderchen gespritzt, durch das die Venenwände miteinander verkleben. Die Besenreiser können dann nicht mehr durchblutet werden und der Körper baut sie langsam ab. Deshalb ist auch nicht ein unmittelbares Ergebnis nach einer Sklerotherapie zu sehen, vielmehr verblassen die Besenreiser erst nach einigen Wochen. Vorübergehend kann sich das Gewebe um die Besenreiser auch bräunlich verfärben, ähnlich einem "blauen Fleck". Die Sklerotherapie wird ambulant und ohne Narkose durchgeführt. 

Laser

Als Alternative zur Sklerotherapie wird der Einsatz von Laser (Neodym YAG-Laser) bei der Besenreiser-Behandlung zunehmend populär: Laserstrahlen wirken dabei auf die roten Blutkörperchen ein. Durch die Hitze des Laserstrahls werden sie geschädigt und die Venenwände verkleben. Die Behandlung mit der modernen Technik kommt also einer klassischen Verödung gleich. Die durch den Laser geschädigten Besenreiser baut der Körper ebenfalls innerhalb einiger Wochen selbständig ab, weshalb auch hier nicht mit einer unmittelbaren Verbesserung des Erscheinungsbildes gerechnet werden darf. Aufgrund der Kühlung während der Behandlung ist die Laserbehandlung nahezu schmerzlos.

Die Laserbehandlung ist jedoch vorwiegend für sehr kleine, dünne Besenreiser geeignet - also für oberflächliche, rötliche oder bläuliche, kosmetisch störende feine Krampfadern. Bereits bei etwas größeren und tiefer liegenden Gefäßen mit grün-bläulicher Färbung ist eher die Verödung sinnvoll.

Bei beiden Verfahren reicht meistens nicht eine einzige Behandlung aus, sondern der Patient muss sich ihr mehrmals unterziehen. 

Was ist nach der Besenreiser-Therapie zu beachten?

Nach der Behandlung ist der Patient sofort wieder arbeitsfähig und kann seinen täglichen Aktivitäten nachgehen. Es empfiehlt sich jedoch, nach beiden Behandlungsmethoden für einige Tage einen Kompressionsstrumpf zu tragen. Dadurch werden die Wände der Besenreiser noch besser zusammengedrückt und die dauerhafte Verklebung erleichtert. Nach einer Laserbehandlungen muss man zudem die Sonne für 6-8 Wochen gut meiden - sich am besten immer mit Sonnenschutzmitteln schützen! Sonst kann es leicht zu Pigmentveränderungen der Haut kommen.

Besenreiser-Therapie: Wer behandelt?

Erster Ansprechpartner bei Venenproblemen ist der Venenspezialist (Phlebologe). Diese Zusatzbezeichnung findet sich meist bei Internisten und Dermatologen. Da die kleinen Krampfadern im Allgemeinen als ästhetisches Problem angesehen werden, muss man die Therapie der lästigen Besenreiser meist selber bezahlen.

Wo liegen die Grenzen dieser Therapieformen?

Die Entstehung von Besenreisern ist –wie auch die von Krampfadern –vor allem erblich bedingt und nimmt mit dem Alter zu; wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Auch hormonelle Umstellungen (Schwangerschaft, Wechseljahre), die Einnahme von Hormonpräparaten wie z.B. die Antibabypille, Übergewicht und Rauchen können die Entstehung von Besenreisern begünstigen. Zudem fördern Bewegungsmangel und langes Stehen z.B. im Beruf die unschönen Äderchen.

Somit können Besenreiser immer wieder auftreten. Gegensteuern kann man, indem man sich viel bewegt oder spezielle Venengymnastik macht. Bei bestehender Veranlagung und einer stehenden oder sitzenden Tätigkeit sollten Kompressionsstrümpfe getragen werden.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik, Mag. Sylvia Neubauer
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Facharzt für Dermatologie

Dr. Till Thiel

Ärztezentrum Miramed, Salzburg

Gesundheitskompass Website

Quellen

ICD-10: I80-I89

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