Augen lasern

Ein grüner Strahl trifft in die Iris des Auges
Bei Fehlsichtigkeit ist Lasern eine Methode ohne Sehbehelf auszukommen. (RioPatuca Images - Fotolia.com)

Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmungen - die Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels Augen lasern erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Wer die eigene Bille als störend empfindet oder Kontaktlinsen nicht mehr verträgt, bei wem die Augen oft entzündet und gereizt sind, der hat mit dem Augen lasern möglicherweise eine Alternative gefunden. Die Korrektur wird mithilfe eines hochsensiblen Lasers durchgeführt und nach etwa 15 Minuten ist die gesamte Prozedur wieder vorüber. Zu den Methoden gehören unter anderem die LASIK, Femto-LASIK und PRK/LASEK-Methode, der Unterschied der einzelnen Verfahren liegt in der Behandlung der Hornhautoberfläche mit oder ohne Schnitt. So ist es möglich, Brille oder Kontaktlinsen für die Ferne zu ersetzen - wobei nicht jeder für die Korrektur mittels Laser geeignet ist. Mit Kosten zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Auge kann, je nach Methode, für die Korrektur der Fehlsichtigkeit gerechnet werden.

Wem nützt das Augen lasern?

Vom Augen lasern profitieren Kontaktlinsenträger, Brillenträger oder Sportler, die sich durch ihre Sehschwäche eingeschränkt fühlen und wieder ohne Sehhilfe auskommen möchten. Voraussetzung für eine Korrektur der Fehlsichtigkeit ist, dass sie zumindest ein Jahr stabil ist, sowie das vollendete 18. Lebensjahr.

Bei der Kurzsichtigkeit ist der Augapfel zu lang und die Lichtstrahlen werden vor der Netzhaut gebündelt. Die Folge: man sieht in der Ferne unscharf. Zu Weitsichtigkeit kommt es, wenn der Augapfel zu kurz ist und die Lichtstrahlen hinter der Netzhaut gebündelt werden, man sieht in der Nähe und Ferne unscharf. Ist die Hornhautoberfläche verformt, spricht man von einer Stabsichtigkeit oder einer Hornhautverkrümmung. Dabei werden Objekte verzerrt dargestellt.

Welche Verfahren gibt es?

Es gibt mittlerweile einige Operationsverfahren, wenn Sie eine bestehende Fehlsichtigkeit korrigieren möchten. Der Unterschied zwischen den einzelnen Methoden liegt darin, wie die Hornhaut für das Lasern vorbereit wird: mit oder ohne einem Schnitt. Nach dem Abtragen oder Zurückklappen der obersten Schicht der Hornhaut kommt der Laser zum Einsatz, der die Hornhaut neu formt und Fehlsichtigkeit und Hornhautverkrümmung korrigiert. Die ganze Prozedur dauert nur ein paar Minuten.

Methoden mit Schnitt

LASIK

Laser in situ Keratomileusis

Bei dieser Operationsmethode wird die oberste Hornhautoberfläche mit einem speziellen Hobel (Mikrokeratom) eingeschnitten und die erzeugte Hornhautlamelle zur Seite geklappt (Hornhautdeckel, "Flap"). Nach dem Lasereingriff wird der Hornhautdeckel wieder zurückgeklappt. Diese Technik ist seit 1991 auf dem Markt.

Femto-LASIK

 

Hier wird die oberste Schicht der Hornhaut mit Hilfe eines Femtosekundenlasers eingeschnitten und die erzeugte Hornhautlamelle zur Seite geklappt. Nach dem Lasereingriff wird der Hornhautdeckel wieder zurückgeklappt. Die Femto-LASIK ist eine Weiterentwicklung der konventionellen LASIK.

Methoden Ohne Schnitt

LASEK

Laser Epithelial Keratomileusis

Dabei gibt man auf die oberste Hornhautschicht eine alkoholische Lösung und schiebt vor dem Lasereigriff die erste Zellschicht der Hornhaut auf die Seite. Nach dem Lasereingriff wird diese Zellschicht wieder zurückgeschoben.

PRK

Photo-refraktive Keratektomie

Ältestes anerkanntes Verfahren. Hier wird mit Hilfe eines speziellen Messers die oberste Zellschicht der Hornhaut entfernt.

No-touch-PRK

 

Hier wird die oberste Hornhautschicht mit Hilfe des Excimer Lasers entfernt.

Epi-LASIK

 

Mit Hilfe eines speziellen Instruments (Mikrokeratom) wird die oberste Hornhautschicht zur Seite geschoben. Nach dem Lasereingriff wird die Hornhautschicht wieder zurückgeklappt.

Seit mehr als 20 Jahren wird mit diesen Verfahren operiert und sie sind zur Korrektur von Fehlsichtigkeit wissenschaftlich anerkannt.

Wie läuft die Operation ab?

Nervosität oder Unruhe vor der Operation sind ganz normal. Sie können sich aber vor Beginn der Operation für eine Beruhigungstablette entscheiden. Nach dem Eintropfen von betäubenden Augentropfen kann es mit dem weitgehend schmerzfreien Eingriff losgehen: Im Behandlungsraum nehmen Sie auf einer bequemen Liege Platz und das betroffene Auge erhält eine Lidsperre, damit Sie nicht blinzeln können. Danach wird das Auge abgeklebt und der Operationsbereich desinfiziert.                    

Was passiert nach der Operation?

Je nach Behandlungsmethode kommt es zu unterschiedlich langen Heilungsphasen, an denen zum Beispiel ein Fremdkörpergefühl oder Schmerzen auftreten können: Sie können zwischen ein paar Stunden (mit Schnitt) und ein paar Tagen (ohne Schnitt) nach der Augenlaser Korrektur andauern.

Schonen Sie sich in den ersten Tagen nach der Operation meiden Sie Infektionsquellen. Ihr behandelnder Arzt wird Sie darüber aufklären, wie lange Sie nicht arbeiten sollten oder kein Wasser in die Augen gelangen darf. Tragen Sie eine Sonnenbrille, wenn Sie außer Haus gehen, um die Augen vor Licht und Wind zu schützen. Der für das Auge vom Arzt empfohlene "Eintropfplan" sollte genau eingehalten werden, damit es gut verheilen kann. Das Ergebnis der Augenlaserkorrektur steht - je nach Methode - bereits nach ein paar Stunden (mit Schnitt) bis Monaten (ohne Schnitt) fest.

Nebenwirkungen - was hilft bei Schmerzen?

Lichtempfindlichkeit, Brennen, Rötungen, Kratzen, Tränen, Fremdkörpergefühl - wie bei jeder Operation gibt es auch hier Nebenwirkungen. Um die Wundheilung zu fördern, ist es wichtig, dass Sie die empfohlenen Augentropfen wie vorgegeben verwenden. Wenn starke Schmerzen auftreten sollten, fragen Sie unbedingt ihren behandelnden Arzt, welche Arzneimittel Sie in der Heilungsphase verwenden dürfen. In der Nacht können Sie die ersten Tage zum Beispiel auf ein Schlafmittel zurückgreifen. Bei Unklarheiten oder Schmerzen zögern Sie nicht, Ihren behandelnden Arzt um Rat zu fragen.

Welche Augentropfen kommen zum Einsatz?

Damit die Hornhaut Ihres Auges gut und ohne Narbenbildung verheilen kann, ist ein regelmäßiges Eintropfen verschiedener Augentropfen wichtig: so werden entzündungshemmende, antibiotische, Kortison haltige und befeuchtende Augentropfen eingesetzt, die nach einem strengen Tropfenplan eingetropft werden müssen. Um das Auge wieder daran zu gewöhnen selbst einen Tränenfilm zu bilden, müssen die Augentropfen schließlich langsam wieder abgesetzt werden.

Wann kommt diese Therapie zum Einsatz?

Jede Augenlaserklinik führt vor einer Operation verschiedene Untersuchungen durch, um Ausschlussgründe zu finden oder Bedenken zu minimieren. In einem ausführlichen Beratungsgespräch werden die einzelnen Operationsmethoden besprochen und über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt.

Bei einer gründlichen augenärztlichen Untersuchung werden die Sehstärke, der Augendruck, die Hornhautoberfläche, die Hornhautdicke, die Netzhaut und der Pupillendurchmesser erfasst. Dann entscheidet der behandelnde Arzt, ob Sie überhaupt für eine Operation geeignet sind und welche Methode zu Ihnen passt.

Worauf müssen Sie vor der Operation achten?

Um genaue Messergebnisse zu erhalten, ist es wichtig, dass Sie ungefähr 3 Wochen vor der augenärztlichen Untersuchung und der Operation keine harten Kontaktlinsen bzw. 2 Wochen keine weichen Kontaktlinsen tragen. Auf Make-Up und Parfüm müssen Sie am Tag der Operation verzichten, da sonst Ihre frisch operierten Augen empfindlich reagieren können.

In welchen Abständen erfolgen die Nachuntersuchungen?

Regelmäßige Nachkontrollen sind sehr wichtig um den Heilungsprozess verfolgen und überprüfen zu können. Meist erfolgen die Nachuntersuchungen am Tag nach dem Lasern, nach einer Woche, dann nach einem Monat, nach 3 Monaten, nach einem halben Jahr und schließlich einem Jahr nach der Operation.

Was müssen Sie nach der Operation beachten?

  • Lichtempfindlichkeit: Sie spüren durch die Betäubung bis zu zwei Stunden nach der Operation meist weder eine Lichtempfindlichkeit oder Schmerzen. Doch sobald diese Betäubung nachlässt, kann ein Brennen, Kratzen oder eine Blendempfindlichkeit auftreten - deshalb ist es sinnvoll, Räume in denen Sie sich aufhalten, abzudunkeln.
    Wegen der Lichtempfindlichkeit empfiehlt es sich, dass Sie auch innerhalb der eigenen vier Wände zumindest die ersten drei Tage eine Sonnenbrille tragen.
  • Augentropfen: Legen Sie ihre Augentropfen zurecht und bitten Sie eine Begleitperson ihnen zu helfen. Halten Sie sich für eine optimale Wundheilung unbedingt an den Tropfenplan ihres behandelnden Arztes.
  • Schlafen: Zum Schlafen erhalten Sie Kunststoffschalen, die Sie zum auf die Augen kleben sollen - alternativ eignet sich auch eine große Sonnenbrille: sie ermöglicht ein Schlafen auf der Seite.
  • Wasser: In den ersten Wochen nach der Operation sollten ihre Augen nicht direkt mit Wasser in Kontakt kommen - seien Sie deshalb beim Haare und Gesicht waschen bzw. Duschen vorsichtig.
  • Hörbuch besorgen: Da Sie anfangs unscharf sehen und Sie auch lichtempfindlich sind, ist an Fernsehen, Lesen oder Computerarbeiten nicht zu denken. Wer kann oder will aber schon den ganzen Tag schlafen? Legen Sie sich daher vor der Operation zum Beispiel Hörbücher zu.
  • Sport: Muten Sie ihren Augen - je nach Methode - anfangs keine Anstrengungen zu und verzichten Sie in den ersten Tagen auch auf Sport. Auch auf Schwimmen, Tauchen, Kontakt- und Kampfsportarten sollten Sie in den ersten Wochen verzichten. Mit Laufen, Radfahren oder anderen Ausdauersportarten können Sie nach ein paar Tagen wieder beginnen.
  • Straßenverkehr: Lassen Sie sich von einer Begleitperson nach Hause bringen. Da die Hornhaut erst noch verheilen muss, darf erst wieder Autogefahren werden, sobald der behandelnde Arzt es erlaubt (nach dem Sehtest beim Augenarzt).

Wer therapiert?

Es gibt zahlreiche Institute fürs Augen lasern im In- und Ausland. Die Wahl ist daher nicht einfach - stellen Sie sich zum Beispiel folgende Fragen:

  • Welche Ausstattung hat das Augenlaserzentrum? Wie sieht es mit der Wartung aus?
  • Welche Operationsmethoden können durchgeführt werden?
  • Wie sieht es mit der Betreuung vor und nach der Operation aus?
  • Unterliegt die Operationsmethode meiner eigenen Entscheidung?
  • Wie ist die Preisgestaltung?
  • Fühle ich mich wohl in dieser Klinik?
  • Vertraue ich der Klinik?
  • Ist die Klinik rund um die Uhr erreichbar?
  • Gibt es Erfahrungsberichte zur Klinik?

Wo liegen die Grenzen dieser Therapieform?

Laseroperationen werden seit den 1980 Jahren durchgeführt. Die PRK-Methode ist seit 1995 wissenschaftlich anerkannt, das LASIK Verfahren seit 1999. Da auch Kontaktlinsen auf Dauer zu Schäden und Reizungen an der Hornhaut führen oder Brillen unbequem sitzen und Druckstellen entstehen können, ist die Augenlaserkorrektur ein nützliches Verfahren um Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Wie bei jeder Operation gibt es aber Risiken und Nebenwirkungen:

  • Es kann zu trockenen Augen führen.
  • Es kann zu Entzündungen oder Infektionen kommen.
  • Es kann zu einer Über- oder einer Unterkorrektur kommen, die eine Nachkorrektur notwendig machen.
  • Es kann zu einer Hornhautschwäche (Hornhaut-Ektasie) kommen.
  • Je nach Methode kann es zu Schnittfehlern (mit Schnitt) oder Vernarbungen (ohne Schnitt) kommen.
  • Es kann zu einer dauerhaften Lichtempfindlichkeit (Halo) kommen.

Welche Ausschlussgründe gibt es?

Beschäftigen Sie sich intensiv mit diesem Thema und setzen Sie sich mit möglichen Komplikationen und Schmerzen auseinander. Eine Augenoperation muss daher gründlich überlegt sein. Wann die Korrektur vorgenommen wird, entscheiden Sie: nämlich wann es ihnen am besten passt.

Ausschlussgründe für eine Operation sind

  • Augenerkrankungen, wie Grauer Star oder Grüner Star
  • wenn die Hornhautdicke zu gering ist
  • eine Fehlsichtigkeit über -10 Dioptrie (Kurzsichtigkeit) oder +4 Dioptrie (Weitsichtigkeit) sowie einer Hornhautverkrümmung über 6 Dioptrie. Bei höheren Werten stehen noch andere Alternativen (refraktiver Linsentausch oder Einsatz einer phaken Linse-(Zusatzlinse zu der natürlichen Linse) zu Verfügung.
  • wenn die Fehlsichtigkeit weniger als ein Jahr stabil geblieben ist
  • wenn jemand jünger als 18 Jahre ist

Kosten & Krankenkasse

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt in der Regel nicht die Kosten für eine Augenlaserkorrektur. Private Zusatzversicherungen übernehmen gelegentlich einen Teilbetrag. Im Schnitt müssen Sie mit 1.000 Euro bis 3.000 Euro - je nach Behandlungsmethode - pro Auge rechnen.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Dr. Victor Derhartunian, FEBO

Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie, Wien

www.eyelaser.at

Quellen

Mehr zum Thema