Asthma

Asthma (Asthma bronchiale): Kind mit Inhalator
Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. (Ilike - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Lunge

Asthma (Asthma bronchiale) ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern, etwa jedes 10. ist betroffen. Durch eine chronische Entzündung der Atemwege verengen sich diese und führen zu typischen Asthma-Symptomen wie Enge in der Brust und pfeifende Atmungsgeräusche.

Asthma kann durch Allergien, aber auch durch Anstrengung, Stress oder Erkältungen ausgelöst werden. Typisch ist das anfallsweise Kommen und Gehen der Symptome. Die Therapie bekämpft in erster Linie die Verengung der Atemwege, die rückgängig gemacht werden kann.

Überblick

Wie häufig kommt Asthma vor?

Etwa jedes 10. Kind und etwa jeder 20. Erwachsene sind an Asthma erkrankt. Laut der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie sind es etwa 42.000 Kinder zwischen 2 und 6 Jahren, während bei den Volksschulkindern etwa 10 % betroffen sind. In den letzten Jahren ist diese Zahl stetig angestiegen. Somit ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern.

Ursachen/Symptome/Verlauf von Asthma

In 4 von 5 Fällen ist eine Allergie die Ursache des Asthmas, das dann extrinsisches Asthma genannt wird. Kann keine Allergie entdeckt werden, spricht der Arzt vom nicht-allergischen (intrinsischen Asthma). Es wird oft durch Anstrengung oder durch Infektionen der Atemwege wie Erkältungen oder Bronchitis ausgelöst. Belastungs- oder Anstrengungsasthma (genauer anstrengungsinduziertes Asthma, AIA) zeigt sich in Atemnot wenige Minuten nach Beginn der sportlichen Aktivität. Bis auf den Auslöser unterscheidet sich Belastungsasthma kaum vom allergischen Asthma. Stress kann Asthma verstärken.

Symptome eines Asthma bronchiale sind

  • Atemnot, häufig anfallsartig
  • Brustenge, Beklemmungsgefühl
  • Pfeifender Atem (Giemen)
  • Husten (ohne oder mit Auswurf)

Typisch ist, dass die Symptome sehr variabel auftreten, sowohl in der Intensität als auch in der Dauer, und oft plötzlich (Asthma-Anfall).

Früher kam es vor allem bei Leuten, die schon lange Asthma hatten, oft zu sehr schweren Anfällen (Status asthmaticus). Dank moderner Medikamente sind diese Situationen selten geworden, wenn sich der Patient an die Therapie hält.

Sind in der (blutsverwandten) Familie schon zuvor Asthmaanfälle aufgetreten oder bestehen Allergien in der Familie oder bei dem Patienten, ist die Wahrscheinlichkeit für Asthma erhöht. Vor allem bei jungen Heuschnupfenpatienten ohne oder mit falscher Behandlung besteht die Gefahr, dass die Allergie "ein Stockwerk tiefer rutscht" - von der Nase in die Bronchien ("Etagenwechsel") - und Asthma zur Folge hat.

Bei Säuglingen und Kleinkindern können asthmaähnliche Erkrankungen (spastische Bronchitis, wheezing disease) auftreten, wenn bei Atemwegsinfekten (Bronchitis, Erkältung) sich die Muskulatur der Atemwege verkrampft. In vielen Fällen verschwinden diese Symptome aber nach einigen Jahren von selbst. Auch bei älteren (das heißt jugendlichen) Patienten können das Asthma und die zugrundeliegende Allergie in manchen, leider eher seltenen Fällen von selbst verschwinden. Bei über 90 % bleibt das Asthma allerdings bestehen.

Dank der guten Behandlungsmöglichkeiten ist für die meisten Asthmatiker ein ganz normales Leben möglich, wenn die Medikamente regelmäßig genommen werden und Lunge und Atemwege nicht zusätzlich (etwa durch Zigarettenrauchen) belastet werden.

Diagnose von Asthma

Für die Diagnose wird bei Asthma bronchiale zuerst eine Anamnese erhoben, dann eine Lungenfunktionsprüfung (entweder Spirometrie oder Ganzkörperplethysmographie) durchgeführt. Das wichtigste Kriterium dabei ist, dass bei Asthma die Verengung der Atemwege reversibel ist, das heißt mit Hilfe eines Medikaments ganz oder teilweise wieder rückgängig gemacht werden kann. Ein Bluttest kann helfen festzustellen, ob es sich um ein allergisches Asthma handelt. Dafür werden die sogenannten IgE-Antikörper bestimmt. Ist die Ursache eine Allergie, wird mit dem Prick-Test festgestellt, worauf der Patient allergisch ist. Auch der RAST-Test kommt zum Einsatz.

Therapie von Asthma

Die Therapie des Asthmas verläuft in Stufen, wobei je nach Intensität der Symptome die Medikamentengabe gesteigert oder auch wieder gesenkt wird. Bitte führen Sie solche Therapieänderungen nicht ohne Wissen des Arztes durch.

In leichten Fällen genügt ein sogenanntes kurz- oder raschwirksames Betamimetikum, das nur bei Bedarf (Atemnot) eingesetzt wird oder eventuell vorbeugend (z.B. bei Anstrengungsasthma vor dem Sport). Betamimetika wirken gegen die Verkrampfung der Muskulatur der Atemwege und erweitern so die Bronchien.

In der nächsten Stufe werden niedrig dosierte Inhalationen mit einem entzündungshemmenden Medikament (Glukokortikoid) verordnet. Als nächster Schritt kommt ein langwirksames Betamimetikum dazu und die Dosen der Medikamente werden gesteigert, bis der Patient beschwerdefrei ist. Alle diese Medikamente werden als Inhalationen gegeben, meist mit kleinen Geräten, etwa Trockenpulverinhalatoren oder Dosieraerosolen.

In manchen Fällen kann ein Leukotrienantagonist in Tablettenform verwendet werden, der wie das Glukokortikoid die Entzündung bremst.

Sehr seltene, äußerst schwere Fälle können unter Umständen mit Glukokortikoiden in Tablettenform oder mit einem neuen Medikament namens Omalizumab (als Spritze unter die Haut) behandelt werden, doch beide Therapien können - vor allem bei langfristiger Anwendung - schwere Nebenwirkungen haben.

Im Notfall (Status asthmaticus) werden Kortikoide, Adrenalin oder andere Medikamente auch als Spritzen gegeben. Dieser Fall ist aber wie gesagt heute selten, wenn sich der Patient an die Therapie hält. Bei einem Atemversagen kann aufgrund einer sehr starken und länger anhaltenden Verengung der Atemwege und daraus folgender Atemwegsinsuffizienz (zu wenig Sauerstoff eingeatmet, zu wenig Kohlendioxid abgeatmet) ein stationärer Aufenthalt auf einer Intensivstation mit nicht invasiver Maskenbeatmung oder mit Intubation und maschineller Beatmung notwendig werden.

Asthma: Was kann der Betroffene tun?

Bei allergischem Asthma sollte vor allem das Allergen vermieden werden, z.B. bei Hausstaubmilbenallergie, Pollenallergie oder Tierhaarallergie. Achten Sie generell darauf, wann Ihr Asthma auftritt und auch, ob Sie Nahrungsmittel mit viel Histamin vertragen oder nicht.

Nehmen Sie an Asthma-Schulungen teil, bei denen Sie sowohl das richtige Inhalieren lernen als auch den Umgang mit Notfällen bzw. akuten Asthma-Anfällen.

Mit einem Peak-Flow-Meter können Sie Ihre Lungenleistung selbst messen (wenn das auch längst nicht so genau ist wie eine Lungenfunktionsmessung) und so täglich beobachten.

Meiden Sie Tabakrauch. Auch Passivrauchen schadet.

Betreiben Sie Sport, aber in Maßen und vor allem möglichst einen Sport ohne plötzliche Belastungen. Schwimmen, Radfahren, Joggen, Wandern sind sehr geeignet. Achten Sie bei Outdoor-Aktivitäten aber auf die Allergiesaisonen und bleiben Sie bei Kälte als Auslöser im Winter lieber in geheizten Räumen.

Das gilt auch für Belastungsasthma, das besonders oft bei Anstrengung in kalter, trockener Luft (also im Winter im Freien) auftritt. Wer an Belastungsasthma leidet, kann sich zudem ein Phänomen zunutze machen: Wenn der Sport trotz der Atemnot weitergeführt wird oder wenn er zwar unterbrochen, innerhalb von wenigen Stunden aber wieder aufgenommen wird, dann hat jemand mit anstrengungsinduziertem Asthma weniger Atemnot als am Anfang bzw. bei der ersten Belastung.

Fragen an den Arzt

  • Wie komme ich zu einer Asthma-Schulung?
  • Wer kann mich auf Allergien testen?
  • Was mache ich im Notfall?
  • Habe ich Chancen, geheilt zu werden?

Weiterführende Informationen

  • Autor
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Medizinischer Experte

Dr. Wolfgang Steflitsch

Lungenfacharzt im Otto Wagner Spital, Wien

Präsident der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege

Gesundheitskompass

Quellen

ICD-10: J45.0, J45.1, J45.8, J45.9

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