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Nunu Kaller

Gift in der Kleidung: Schädlich beim Tragen?

Nunu Kaller bloggt auf gesund.at
Nunu Kaller bloggt auf gesund.at (Elisabeth Mondl)

Immer wieder werde ich gefragt, ob das Tragen von Kleidung aus Bangladesch und Co. gesundheitsschädlich ist. Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Konventionell und nicht ökologisch hergestellte Kleidung ist oft belastet mit einem ganzen Reigen an verschiedenen Chemikalien - beim Färben, aber auch beim restlichen Nassprozess kommen die unterschiedlichsten Wirkstoffe zum Einsatz. Greenpeace sind zirka 10.000 verschiedene Chemikalien im Textilbereich bekannt. Und manche dieser Chemikalien sind oft auch am fertigen Produkt nachzuweisen.

Vor dem ersten Tragen waschen - Was das wirklich bedeutet

Ich bin immer besonders alarmiert, wenn ich bei den Waschanleitungen von Kleidungsstücken "Vor dem ersten Tragen waschen" lese. Denn dass bedeutet, dass den Produzenten klar ist, dass in dem Produkt noch so einiges an Chemie klebt. Was sich zunächst wie ein Vorteil lesen mag, ist im Endeffekt leider ein Nachteil: Beim ersten Waschen geht ein großer Teil der Chemikalien raus. Sie können also zu keinen Hautreizungen mehr führen. Allerdings landen sie in unseren Abwässern - auch jene Chemikalien, deren Einsatz in der EU eigentlich verboten ist.

Einige dieser Chemikalien sind persistent in der Umwelt. Das bedeutet: Die picken. Die lösen sich nicht auf und werden unschädlich. Manche lassen sich auch durch Kläranlagen nicht rausfiltern, manche schon. Doch über die Gewässer und den Klärschlamm landen diese Chemikalien dann wiederum in unserer Nahrungskette.

Giftfreie Alternative: Second Hand

Trotzdem empfehle ich, jegliche neu gekaufte Kleidung vor dem ersten Tragen zu waschen - damit verhindert man in jedem Fall bei sensibler Haut Reizungen und mögliche Ausschläge. Aber um zu verhindern, dass unsere Kleidung gleichzeitig unsere Umwelt belastet, gilt es, gleich beim Kauf darauf zu achten - zertifizierte Kleidung aus ökologischen Materialien wie etwa naturgefärbte Biobaumwolle enthält von vorneherein weitaus weniger Chemikalien.

Doch das ökologischste Kleidungsstück ist jenes, das nicht produziert werden muss: Wer Second Hand kauft, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens ist die Kleidung bereits so oft gewaschen, dass sich mit hoher Wahrscheinlichkeit keine schädlichen Stoffe mehr drin befinden, und zweitens wird die Lebensdauer des Kleidungsstücks verlängert - es muss kein neues extra produziert werden. Ergo: Kein Einsatz von Chemikalien.

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