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Mag. Anita Frauwallner

Massensterben im Darm

Mag. Anita Frauwallner lächelt
Mag. Anita Frauwallner (allergosan.at)
Bald ist es wieder soweit: Die Ferien sind vorbei und für unseren Nachwuchs beginnt ein neues Schuljahr. Unterricht, Aufgaben machen, Sportprogramm - nicht zu vergessen die Nachhilfe. Das stresst die Kids, aber auch die Eltern. Und was bitte hat das mit dem Schulbeginn in einem Blog über unsere netten Bakterien zu tun?

Ganz einfach, es stresst auch unsere Darmbewohner. Ein witziger Gedanke, nicht wahr, dass unsere Untermieter tatsächlich auch mitleiden, wenn es Ihnen mies geht. Finde ich eigentlich total sympathisch von ihnen, macht uns "Darmbesitzern" aber erst recht Probleme.

Glückliche Bakterien helfen bei Vitaminaufnahme

Sind die eigenen Bakterien nämlich glücklich und zufrieden, sorgen sie dafür, dass alles im Körper gut funktioniert: sie helfen dabei, dass wir die Vitamine aus der Nahrung auch tatsächlich aufnehmen (besonders wichtig, wenn Sie ein Vitaminpräparat einnehmen, denn sonst wird dieses einfach zu einer sehr teuren Klospülung), sie entsorgen jene Stoffe aus der Nahrung, die in unserem Körper eigentlich gar nichts verloren haben (die Farbstoffe in der Wurst, die Weichmacher in den Hamburgern, die Emulgatoren in der Mayonnaise, ganz zu schweigen von Spritzmitteln oder Aromen in den künstlich aufbereiteten Fruchtsäften) und - bei Stress echt wichtig - sie unterstützen uns in der Produktion von Neurotransmittern und Hormonen - und da sollten Sie jetzt nicht an Testosteron denken, sondern an Glücks- und Schlafhormon, also die beiden die zu unserer Entspannung beitragen und zu unserer Regeneration. Auch wenn wir gerade nicht auf Urlaub sind.

Unter Stress wird Darmwand nicht optimal durchblutet

Denn je gestresster Sie werden - und das betrifft psychischen Stress genau gleich wie physischen, also das Nervenbündel vor der Schularbeit ebenso wie den Radrennfahrer - umso mehr leiden unsere Darmbakterien darunter. Zum Teil verlassen Sie uns einfach, weil ihnen die Umgebung unter Stresseinfluss nicht gefällt: Sie können sich das vielleicht nicht vorstellen, aber unter Stress wird die Darmwand einfach nicht mehr richtig mit Blut und damit auch mit Nährstoffen versorgt, tja und wenn man unseren Mitbewohnern die Mahlzeiten verwehrt und es kalt und ungemütlich da drin wird, dann lassen sie sich mit dem nächsten Stuhl einfach ausscheiden und machen sich nach einem kleinen Umweg über die Toilette auf die Suche nach einem neuen Wirt, bei dem es vielleicht gemütlicher zugeht. Oder aber sie harren verbissen aus und warten auf bessere = stressfreiere Zeiten. Und wenn die nicht kommen, dann ist das ihr Todesurteil. Aus, Ende. Einfach abgestorben.

Das ist jetzt für den Menschen ein eher unguter Zustand, und über kurz oder lang spürt er ihn auch. Nein, nicht etwa das Absterben. Davon bekommen wir gar nichts mit. Ein Wahnsinn, wenn Sie daran denken, dass da ein Massensterben von Billionen eingesetzt hat! Wir spüren das dadurch, weil die Arbeit der lieben Bacs unerledigt bleibt und sämtliche Nahrungsbestandteile nicht mehr richtig entsorgt werden. Das fault und gärt dann im Bauch, Sie bekommen Blähungen oder Durchfall, vielleicht auch Kopfschmerzen, und jedenfalls miese Laune - die täglichen Wegbegleiter von überstressten Menschen.

Dann sollten Sie dringend für neues Personal in Ihrem Darm sorgen. Holen Sie sich also mal eine Packung frischer Bakterien aus Ihrer Apotheke. Die wissen normalerweise, welche Sie bei Stress am ehesten brauchen können.

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