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Mag. Anita Frauwallner

Endlich entdeckt die Forschung unsere Bacs

Mag. Anita Frauwallner (allergosan.at)
Habe gerade heute einen Artikel in einer der großformatigen Zeitungen gelesen, dass unsere Bacs unglaublichen Einfluss auf das Leben und die Gesundheit von uns Menschen hätten - und dass dies ganz neue Erkenntnisse seien.

Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen. Ilya Metschnikoff hat dasselbe schon vor mehr als 100 Jahren gesagt, aber damals haben ihm die Menschen das einfach nicht glauben wollen, als er meinte, dass Gesundheit und langes Leben von den Bakterien im Darm abhängig seien. Und das obwohl er zu jener Zeit bereits Nobelpreisträger war.

Bakterien sind Wunderwuzzis

Ich finde es ganz lustig, wenn man heute mit riesigem Staunen die Bakterien als Wunderwuzzis betrachtet, so als ob man noch nie davon gehört hätte, dass etwa 100 Billionen davon allein in unserem Darm leben. Ganz abgesehen von unserer Haut, dem Mund, und vielen anderen Flächen. Das bedeutet nämlich, dass 10 Mal mehr Bakterien in unserem Körper leben als wir überhaupt menschliche Zellen besitzen. Stellen Sie sich das einmal vor: 10 % unserer Gesamtzellzahlen sind also Mensch und 90 % unserer Zellen gehören eigentlich jemand anderem, nämlich einer Unmenge an Bakterien. Wundert es Sie da wirklich noch, dass diese Vielzahl an Zellen und entsprechenden Genen einen Einfluss auf unser Leben nimmt?

Bakterien beeinflussen zu 80 % unser Immunsystem

Derzeit wissen wir, dass aufgrund der Wechselwirkungen zwischen Bakterien und menschlichen Zellen unser Organismus überhaupt erst funktioniert. Die Bakterien beeinflussen zu 80 % unseren Stoffwechsel und genauso zu 80 % unser Immunsystem. Ich denke, Sie müssen kein hochdotierter Wissenschafter sein, um daraus schließen zu können, dass es intelligent wäre, über diese Bakterien mehr herauszufinden. Man könnte sich z.B. darum kümmern, wie man diese fleißigen und nützlichen Mitbewohner motiviert, richtig gute Arbeit zu leisten, also etwa was sie gerne fressen und was vielleicht eher ihre Gegenspieler, die pathogenen Keime nährt.

Fiese Bakterien machen müde

Und das Lustige - es ist genau wie bei den Menschen: die guten Bakterien, also die für uns gesunden, wollen Obst und Gemüse, lieben Ballaststoffe und Nüsse. Die fiesen, die uns krank, müde und marod machen, lieben Zucker, je mehr, desto besser, egal ob als Cola, Doughnut oder Schokolade.

Forschungsmäßig gibt es eine Erkenntnis, was den Supergau auslöst - also das Ende von so vielen Bakterien wie möglich. Und zwar ist das die Trias aus Stress - Antibiotika und Fastfood. Damit vertreiben Sie die guten Bacs schneller als Ihnen lieb sein kann. Zurück bleibt ein Darm voller faulender und gärender Lebensmittel, die nicht entsorgt werden können, eine unbelebte Wüste aus entzündeten Schleimhäuten ohne fleißig saubermachende Mitbewohner, ein gelähmtes Immunsystem, das dann eben falsch reagiert, nämlich gegen den eigenen Organismus in Form von Autoimmunerkrankungen.

Ja! Ich denke, es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass sich die Wissenschaft daran macht, mehr über unsere guten Bakterien herauszufinden.

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